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Verkehr
A 1 bröckelt: Komplettsperrungen möglich zwischen Autobahnkreuz Wittlich und Salmtal

Ein Flickenteppich wie er im Buche steht: Der 43 Jahre alte Fahrbahnbelag der A1 zwischen dem Autobahnkreuz Wittlich und Salmtal muss noch bis zum nächsten Frühjahr halten. An den Fahrbahnfugen, die aufgrund ihrer dunkleren Färbung zwischen den Betonplatten gut zu erkennen sind, brechen durch die Belastung Kanten von den Betonplatten ab.
Ein Flickenteppich wie er im Buche steht: Der 43 Jahre alte Fahrbahnbelag der A1 zwischen dem Autobahnkreuz Wittlich und Salmtal muss noch bis zum nächsten Frühjahr halten. An den Fahrbahnfugen, die aufgrund ihrer dunkleren Färbung zwischen den Betonplatten gut zu erkennen sind, brechen durch die Belastung Kanten von den Betonplatten ab.
Wittlich/Salmtal. Zunächst die gute Nachricht: Die Sanierung der A1 zwischen dem Autobahnkreuz Wittlich und Salmtal geht zügig voran. Die schlechte Nachricht: Die verbliebenen Spuren, über die wegen der Baustelle der ganze Verkehr fließt, halten die Belastung nicht aus.

Sommerhitze, Starkregen und Druck von oben durch Schwerlastverkehr und Autos: Auch Beton, besonders wenn er als Fahrbahnbelag dient, ist nicht für die Ewigkeit geschaffen. Der Landesbetrieb Mobilität hat sich bei der Sanierung der A1 zwischen dem Autobahnkreuz Wittlich und Salmtal mit der Fahrtrichtung Trier die marodere Seite der Autobahn zuerst vorgeknöpft. Die Bauarbeiten kommen gut voran, sagt Winfried Valerius, Leiter der Autobahnmeisterei Wittlich. Doch nun macht die gegenüberliegende Fahrbahn in Fahrtrichtung Wittlich, über die wegen der Baustelle derzeit der gesamte Verkehr geführt wird, unerwartet Probleme. Die doppelte Belastung scheint der in diesen Bereich nunmehr 43 Jahre alten Autobahn den Rest zu geben.

 „In Fahrtrichtung Trier rollen die Reifen der Lastwagen genau über die Fuge zwischen der Überholspur und der rechten Spur“, erklärt Valerius. An den Verbindungsstellen zwischen den Betonplatten seien deshalb in letzter Zeit mehrfach Kanten an den Betonplatten abgebrochen. „Bei extremer Hitze wie in den letzten Wochen dehnen sich die Betonplatten aus. Dazu kam der Starkregen, der die Fugen unterspült hat und auch der Druck von oben durch die Lastwagen macht dem Beton aus dem Jahr 1975 sehr zu schaffen“, sagt Valerius.

Im Juni musste der LBM deshalb bereits zwei Mal die Notbremse ziehen. Die A1 im Baustellenbereich wurde dabei jeweils für eine Nacht komplett gesperrt und Umleitungen eingerichtet (der TV berichtete).

„Da haben wir eingegriffen und alle Schadstellen, die da waren, repariert“, sagt Valerius, „aber es kann sein, dass wir noch öfters solche Nachtaktionen durchführen müssen. Wenn die Schäden erneut eintreten, dann müssen wir wieder eingreifen.“ Wann das passiere, könne niemand sagen. „Aber das kann jeden Tag wieder aktuell werden.“

Denn der nun 43 Jahre alte Beton hat seinen Zenit deutlich überschritten. Ob er bis zum Ende der Bauarbeiten auf der gegenüberliegenden Fahrbahn, die Ende November oder Anfang Dezember abgeschlossen werden sollen, noch standhält? Dafür gibt es keine Garantie.

Bei den nächtlichen Reparaturaktionen Mitte Juni hat ein Straßenbauunternehmen etliche 1,5 Quadratmeter große Betonblöcke aus der Fahrbahn gefräst und mit Asphalt ausgebessert. „Weil der wesentlich schneller aushärtet als Beton“, erklärt Valerius. Von 20 Uhr am Abend bis morgens um 6 Uhr waren beide Seiten gesperrt und der Verkehr wurde über die L141 und Salmtal umgeleitet.

„Auf dem Streckenabschnitt bei der Wildbrücke, wo die größten Schäden waren, haben wir die Mitteltrennwand jetzt etwas verschoben, damit die Fahrzeuge in Fahrtrichtung Trier jetzt einen Meter weiter links und damit nicht genau auf der Fuge fahren.“

Auf dem größten Teil der Strecke im Baustellenbereich muss aber weiterhin auf Fuge gefahren werden, weil eine Verschiebung der Fahrspuren aus Platzgründen dort nicht möglich ist.

Dabei muss die Fahrbahnseite in Fahrtrichtung Wittlich noch bis zum nächsten Frühjahr halten. Denn die Sanierung des Belags in Fahrtrichtung Wittlich auf dem mehr als fünf Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Salmtal bis kurz vor der Anschlussstelle Wittlich werde erst im nächsten Frühjahr in Angriff genommen, sagt Valerius.

Eine weitere Reduzierung der Geschwindigkeit – im Baustellenbereich, wo derzeit 80 Kilometer in der Stunde erlaubt sind, um weiteren Schäden vorzubeugen, hält Valerius nicht für zielführend. „Da hält sich ja jetzt eh schon niemand dran. Außerdem bleibt die Last die gleiche.“

Neben den Problemen auf der verbliebenen Fahrbahnseite gingen die Bauarbeiten in Fahrtrichtung Trier indessen ungehindert weiter, sagt Valerius. „Das Trierer Bauunternehmen gibt wirklich Gas.“ Die alte Fahrbahn ist bereits entfernt und „liegt jetzt bei Salmtal, wo sie gebrochen wird.“

Das Recyclingmaterial werde als Untergrund- und Frostschutzschicht für den neuen Fahrbahnbelag wieder aufgetragen. „Das läuft alles gut.“ Zudem würden derzeit Entwässerungsleitungen im Bereich des künftigen Mittelstreifens verlegt, sagt Valerius. Für die Fertigstellung der Fahrbahn in Richtung Trier sei keine Komplettsperrung notwendig. Valerius: „Das soll also bis zum Schluss alles so weiter laufen. Für die Verkehrsteilnehmer wird sich nichts ändern.“
Bleibt also nur zu hoffen, dass der 43 Jahre alte Beton auf der anderen Fahrbahn trotz der doppelten Belastung noch eine Weile hält. Den Steuerzahler kostet der aktuelle Ausbau der A 1 auf der vier Kilometer langen Strecke in Fahrtrichtung Trier, der noch vor dem Winter abgeschlossen werden soll, neun Millionen Euro.

Baustelle_A1
Baustelle_A1 FOTO: TV / Lambrecht, Jana