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Ermittlungen
Staatsanwaltschaft ermittelt in Landscheider Altenheim

Kam es im Pflegeheim in Landscheid zu Unregelmäßigkeiten? Das prüft die Staatsanwaltschaft.
Kam es im Pflegeheim in Landscheid zu Unregelmäßigkeiten? Das prüft die Staatsanwaltschaft. FOTO: Angelika Warmuth / dpa
Landscheid. Strafanzeige gegen Pflegekräfte: Ehemalige Mitarbeiterin wirft Kollegen unterlassene Hilfeleistung bei einer 84-jährigen Bewohnerin vor.

Gegen Pflegekräfte des Zentrums für Betreuung und Pflege am Eifelsteig Landscheid laufen Ermittlungen. Das bestätigt die Staatsanwaltschaft Trier auf Anfrage des Trierischen Volksfreundes. „Der Staatsanwaltschaft Trier liegt eine Strafanzeige einer Person aus der Mitarbeiterschaft des Seniorenheims vor, die sich gegen andere Mitarbeiter der Einrichtung richtet“, erklärt Peter Fritzen, Leitender Oberstaatsanwalt. Die aktuellen Ermittlungen basieren auf einem sogenannten Anfangsverdacht (siehe Info). Ob tatsächlich ein strafbares Verhalten vorliegt, ist nach aktuellem Stand der Ermittlungen nicht erwiesen. Die Anschuldigungen könnten auch vollkommen haltlos sein.

Fakt ist: Eine ehemalige Mitarbeiterin wirft Pflegekräften des Altenheims unterlassene Hilfeleistung vor. Sie sollen versäumt haben, rechtzeitig einen Arzt herbeizurufen, als bei einer 84-jährigen Heimbewohnerin, die an Atembeschwerden litt, akute Atemprobleme aufgetreten seien. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilt, sei die 84-jährige Bewohnerin im Februar dieses Jahres verstorben. Zur Prüfung der Strafanzeige, die Ende März 2018 gestellt wurde, erklärt Fritzen, seien nun die Pflegeunterlagen hinsichtlich der verstorbenen Bewohnerin sichergestellt worden. Der Stataatsanwalt: „Diese müssen nunmehr ausgewertet werden, um den erhobenen Vorwurf zu überprüfen.“

Doch was sagt das Unternehmen zu den Anschuldigungen, die eine ehemalige Mitarbeiterin gegen ihre Kollegen erhebt? Einrichtungsleiterin Ulrike Haab, die jeden interessierten Bürger einlädt, sich die Einrichtung anzuschauen, verweist in dieser Angelegenheit auf die Konzern-Pressestelle. Denn das Seniorenheim in Landscheid gehört zur französischen Korian-Gruppe mit 715 Einrichtungen in Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien. Daniela Jachmich, Leiterin der Unternehmenskommunikation der Korian Gruppe, schreibt: „Wir können aufgrund des Schutzes personenbezogener Daten öffentlich keine Aussage über Mitarbeiter und Bewohner unseres Zentrums für Betreuung und Pflege Landscheid machen.“ Dem Unternehmen liege keine schriftliche Entbindungserklärung von den betroffenen Personen vor, die für eine Stellungnahme notwendig sei. Die Vorwürfe seien jedoch umgehend intern geprüft worden, sagt Jachmich. „Bislang sehen wir keine Anhaltspunkte.“ Das Unternehmen werde „die Aufklärung des Vorfalls, der durch die ehemalige Mitarbeiterin zur Anzeige gelangt ist, unterstützen und mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeiten.“ Ob die Anschuldigungen haltlos sind oder ein strafbares Verhalten vorliegt, müssen die Ermittlungen zeigen.

Fritzen stellt zudem nochmal klar: „Gegenstand der Strafanzeige ist mithin nicht der Vorwurf genereller Pflegemissstände, sondern der Vorwurf eines möglichen Fehlverhaltens einzelner Mitarbeiter in einem konkreten Einzelfall.“

Nach Darstellung des Unternehmens braucht sich das Seniorenheim in Landscheid mit derzeit 60 Bewohnern für seine Pflegequalität auch nicht zu verstecken: Die Pflegeeinrichtung habe bei der Qualitätsprüfung durch den medizinischen Dienst der Krankenversicherung 2017 eine Gesamtnote von 2,0 erreicht, sagt Jachmich. „Auch die Weiterempfehlungsrate von 70 Prozent zeigt, dass wir uns intensiv um Qualitätssicherung bemühen und hier auch gute Resultate erzielt haben.“