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Infrastruktur
Aus dem Stadthaus wird ein Rathaus mit Bürgerbüro

 Das Stadthaus (Foto links) wird ab Frühjahr zur Baustelle, wenn im Erdgeschoss die Umbauarbeiten für ein Bürgerbüro und zwei Sitzungssäle beginnen. Mit dem Umbau soll das Stadthaus in Form eines Glas-Kubus auch einen neuen Eingang erhalten (Grafik rechts).
Das Stadthaus (Foto links) wird ab Frühjahr zur Baustelle, wenn im Erdgeschoss die Umbauarbeiten für ein Bürgerbüro und zwei Sitzungssäle beginnen. Mit dem Umbau soll das Stadthaus in Form eines Glas-Kubus auch einen neuen Eingang erhalten (Grafik rechts). FOTO: Christian Moeris
Wittlich. Die Säubrennerstadt investiert 2,6 Millionen Euro in den Umbau der eigenen vier Wände. Von Christian Moeris

Bequem ist das nicht: Wer in der Stadtverwaltung Wittlich was zu erledigen hat, muss sich in vielen Angelegenheiten sechs Treppen hoch bis in das dritte Obergeschoss des Stadthauses quälen. Dort haben unter anderem das Gewerbe- und Ordnungsamt ihre Dienststellen. „Die Lage im dritten Obergeschoss ist nicht optimal und für gehbehinderte Menschen trotz Aufzug eine Tortur“, sagt Rainer Stöckicht, Pressesprecher der Stadt Wittlich.

Doch in diesem Jahr will die Stadt Wittlich mehr als 2,6 Millionen Euro in die Hand nehmen, um den Bereich für den Bürgerservice im Stadthaus komplett neu zu gestalten (der TV berichtete). Platz dafür hat die Stadt genug. Seitdem Ende 2016 der Discounter Netto aus dem Erdgeschoss des Gebäudes ausgezogen ist, hat die Verwaltung im eigenen Haus deutlich an Freifläche dazugewonnen, der Raum für neue Ideen bietet.

Stöckicht: „Wir haben keinen kurz- und auch keinen langfristigen Mieter als Ersatz für den Leerstand gefunden. Da die Stadt auch einen Sitzungssaal für die Ratssitzungen, die seit Jahren provisorisch in der Alten Synagoge stattfinden, braucht, kam uns der Netto-Auszug sehr gelegen.“ Da aber zuvor bereits eine Planung ohne den Netto-Leerstand mit einer weitaus kleineren Fläche von nur 700 Quadratmetern entworfen worden war, musste dann nochmal umgedacht werden. Die städtischen Gremien beauftragten dafür die H&K Wohnungsbau GmbH. Planer Peter van der Heyde und Architektin Annette Eiden haben nun einen neuen Entwurf für den Umbau des Erdgeschosses auf 1500 Quadratmetern erarbeitet. Im vorderen Bereich würden alle Ämter des Bürgerbüros konzentriert, erklärt Architektin Annette Eiden. Im hinteren Bereich, wo früher der Netto war, werde ein mit 325 Quadratmetern großer sowie ein kleiner Veranstaltungssaal von 120 Quadratmetern Platz finden. Der neue Entwurf für das Bürgerbüro mit einem Eingangsbereich in einem vorgelagerten Glas-Kubus fand im Bauausschuss und im Stadtrat breite Zustimmung. Insbesondere der Eingangsbereich sei im Gegensatz zur alten Planung eines anderen Architekturbüros sehr gelungen, sagt Stöckicht. Markus Müller, der bei der Stadtverwaltung im Gebäude- und Liegenschaftsmanagement arbeitet, erklärt: „Der Entwurf ist optisch ansprechender, günstiger und bautechnisch leichter umzusetzen.“ Stöckicht: „Der alte Entwurf war zu voluminös. Jetzt bekommen wir einen einfachen kubischen Eingang mit einem ansprechenden zeitlosen Design.“ Der aktuelle Eingangsbereich ins Stadthaus, der in dem halbkreisförmigen Bau an der Straße liegt, werde zu Büros umgebaut, erklärt Stöckicht.

Der Eingang zum Bürgerbüro, durch den Glas-Kubus, werde also der neue Haupteingang des Stadthauses. Noch etwas könnte sich ändern: Das Stadthaus könnte einen neuen Namen bekommen. Stöckicht: „Weil dann der Rat hier tagt, kam aus der SPD-Fraktion der Vorschlag, das Stadthaus in Rathaus umzubenennen.“ Die Stadt hatte das 5000 Quadratmeter große Gebäude, in das sie 1996 eingezogen war, im Januar 2014 für 4,7 Millionen Euro gekauft. Die Verwaltung nutzte anfänglich aber nur 40 Prozent der Fläche.