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Wirtschaft
Wittlich verschiebt Wirtschaftswoche

Die Wirtschaftswoche Wittlich ist ein Besuchermagnet. Doch Aussteller und Gäste müssen sich  noch gedulden. Die Leistungsschau wird wohl erst 2019 stattfinden.
Die Wirtschaftswoche Wittlich ist ein Besuchermagnet. Doch Aussteller und Gäste müssen sich  noch gedulden. Die Leistungsschau wird wohl erst 2019 stattfinden. FOTO: Klaus Kimmling / TV
Wittlich. Die nächste Leistungsschau der Unternehmen in Wittlich muss auf 2019 verschoben werden. Dafür gibt es mehrere Gründe. Von Christian Moeris

236 Aussteller und 75.000 Besucher tummelten sich 2015 in den sieben Veranstaltungszelten sowie dem Bungert-Eventzelt in der Röntgenstraße. Doch den ursprünglich ins Auge gefassten Termin für eine nächste Messe im Herbst 2018 hat die Stadt nun abgeblasen. Die zehnte Wirtschaftswoche, sagt Planer und Organisator Rainer Wener von der Stadt Wittlich, wolle man ins Frühjahr 2019 verschieben. Der Stadtrat und die Ausschüsse seien darüber informiert worden. Für die Terminänderung gibt es gleich mehrere Gründe:

Aldi-Süd: „Wesentliche Teile der Messe fanden auf nichtstädtischem Gelände statt, das der Stadt Wittlich bisher freundlicherweise vom Eigentümer zur Durchführung dieser Veranstaltung zur Verfügung gestellt wurde“, erklärt Rainer Stöckicht, Pressesprecher der Stadtverwaltung.

Gemeint ist die Freifläche auf dem Aldi-Süd-Zentrallager in der Röntgenstraße, wo die Stadt in der Vergangenheit bis zu sieben Großraumzelte für die Aussteller kostenlos platzieren durfte. Doch diese Fläche ist 2018 für die Stadt tabu: Wie Wener erklärt, habe Aldi-Süd die Pläne für die Erweiterung seines Zentrallagers in Wittlich konkretisiert: „In Wittlich steht Aldis kleinstes Zentrallager im Südwesten. Aufgrund der geplanten Erweiterung kann man verstehen, dass die uns eine Nutzung der Fläche für 2018 nicht zusagen können.“

Eine TV-Anfrage zum möglichen Ausbau, der nach Angaben der Stadt bald anstehen soll, beantwortet das Unternehmen kurz und knapp in einem Satz: „Gerne teilen wir Ihnen mit, dass wir nach aktueller Lage im nächsten Jahr keine Erweiterung vornehmen werden.“ Wie das zusammenpasst? Man weiß es nicht. Aber der Discounter wird seine Gründe dafür haben, der Stadt die Fläche ab 2018 nicht mehr zur Verfügung zu stellen – als Eigentümer der Fläche ist dies Aldis gutes Recht.

Röntgenstraße: Neben der Fläche auf dem Zentrallager, die der Stadt nun weggebrochen ist, gibt es Probleme in der Röntgenstraße, der Flaniermeile der Messe. Weil der Straßenbelag  bröckelt, steht dort auf der gesamten Länge von 800 Metern eine Komplettsanierung an – was sich mit einer Wirtschaftswoche nicht wirklich unter einen Hut bringen ließe.Neben der Erneuerung der Fahrbahn, der Gehwege und der Straßenbeleuchtung werden die Schmutz- und Regenwasserkanäle, die Wasserversorgungsleitung und deren Hausanschlussleitungen ausgetauscht. Die Stadtwerke Trier erweitern ihr Gasversorgungsnetz in einem Teilbereich. Innogy erneuert in Teilbereichen ihre Versorgungs- und Hausanschlussleitungen und baut  dort zur Breitbandversorgung ein Glasfasernetz auf. Die von der Stadtverwaltung und den Stadtwerken Wittlich beauftragten Leistungen sind mit  insgesamt 2,85 Millionen Euro veranschlagt.

Bis zum Frühjahr 2019 sollen die Bauarbeiten  laufen. Dennoch spiele die Sanierung der Röntgenstraße bei der Entscheidung, die Wirtschaftswoche auf 2019 zu verschieben, lediglich eine untergeordnete Rolle, sagt Stöckicht: „ Wir wären auch parallel zur Sanierungsmaßnahme in der Lage gewesen, die Veranstaltung im ursprünglichen Zeitrahmen durchzuführen.“ Der Verlust der Veranstaltungsfläche am Zentrallager war demnach der tragende Grund für die Notwendigkeit einer Terminänderung.

Bungert: Allerdings sei die Stadt Wittlich bei der Suche nach einer Ersatzfläche für die sieben Veranstaltungszelte der Wirtschaftswoche auf der gegenüberliegenden Straßenseite bei der Familie Bungert fündig geworden, sagt Wener. „Mit Bungert sind wir uns einig.“ Deshalb könne dort mit etwas Zeitverzug – möglicherweise schon im April 2019 – die nächste Wirtschaftswoche starten. In ganz trockenen Tüchern sei dieser Termin allerdings noch nicht, sagt Wener, da man das exakte Datum der Großveranstaltung noch mit den umliegenden Städten absprechen müsse. Den endgültigen Termin der Wirtschaftswoche 2019 will die Stadt aber in etwa einer Woche bekanntgeben. Stöckicht: „Verständlicherweise werden einige Aussteller nicht unbedingt erfreut über die Terminänderung sein, da sie die Veranstaltung ja fest eingeplant hatten. Wir gehen aber davon aus, dass alle Aussteller und Besucher Verständnis für die Umstände haben, die zu einer Verlegung der Veranstaltung geführt haben.“