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Statt zu kicken, reden sie über Gott und die Welt

Christen und Muslime treffen sich in Greimerath. Trotz Regens nutzen die Jugendlichen auch ohne Fußball die Zeit zum Austausch. TV-Foto: Sybille Schönhofen
Christen und Muslime treffen sich in Greimerath. Trotz Regens nutzen die Jugendlichen auch ohne Fußball die Zeit zum Austausch. TV-Foto: Sybille Schönhofen
Muslime und Christen haben sich am Wochenende zum Sport- und Spielefest auf dem Greimerather Sportplatz getroffen. Das war eine Maßnahme der Kirchen und Moscheegemeinden der Region, um den Austausch zwischen den Jugendlichen zu intensivieren.

Greimerath. (sys) Der 14-jährige Bernhard Krause isst eine türkische Pizza. Wie die anderen Jugendlichen vom evangelischen Jugendkreis aus Thalfang trägt er ein Fußballtrikot. Über den Sportplatz in Greimerath ergießt sich seit Stunden Regen. Deshalb mussten die Organisatoren des christlich-islamischen Sport- und Spielefestes das Turnier absagen. Die jungen Türkinnen, die seit Januar Folkloretänze einstudiert haben, packen ihre Trachtenkleider erst gar nicht aus. Trotzdem denkt niemand daran, das Fest zu verlassen. "Wir sind hergekommen, um uns mit den Muslimen auszutauschen", sagt Bernhard. Statt zu kicken reden sie über Fußball.

Außer der kleinen Gruppe christlicher Jugendlicher sind 200 Muslime gekommen. Organisiert haben das Fest das Bistum Trier und die Wittlicher Gemeinde des Dachverbandes der türkisch-islamischen Union (DITIB). Zwischen den Gemeinden in der Region gebe es "ein sehr gutes Miteinander", sagt Matthias Neff, Bereichsleiter Religion vom Bistum Trier. Warum so wenige Jugendliche aus Christengemeinden gekommen seien, erklärt Christian Heckmann, Leiter des Bereichs Jugendpastoral beim Bistum, mit einer unglücklichen Planung seitens der Kirche. Die Jugendlichen hätten gerade erst Pfingstzeltlager, Kirchentag und Messdienerfußballturniere hinter sich gebracht.

EXTRA In der Region gibt es fünf Moscheen, jeweils eine in Trier, Konz, Bitburg und drei in Wittlich; hier leben mit 1500 Muslimen die meisten in der Region. Seit eineinhalb Jahren gibt es in der Region einen runden Tisch mit Vertretern der Moscheegemeinden, die den Dialog mit dem Bistum und der rheinischen Landeskirche führen. (sys)