| 20:34 Uhr

StrasseNbau

Zur Debatte um den Bau des Hochmoselübergangs meint dieser Leser:

Zu meiner Beruhigung gibt es nahezu allwöchentlich einen Leserbrief gegen den Hochmoselübergang, manchmal sogar von den immer gleichen Schreibern. Ohne diese Briefe hätte ich wahrscheinlich Entzugserscheinungen. Neues erfährt man da zwar nicht, aber erstaunlich ist doch, wie weltfremd manche in einer sich ständig ändernden Welt den Status quo verteidigen. In Südfrankreich zählt eine Brücke, die ein ganzes Tal im wahrsten Sinn des Wortes abriegelt (Pont du Gard), zum Weltkulturerbe, eine andere gerade fertiggestellte Brücke, dem Hochmoselübergang vergleichbar, wird stolz auf einer Briefmarke gefeiert. Und die Kosten? Schon Vitruv, Ingenieur unter Caesar, stöhnte vor über 2000 Jahren "hätten doch die unsterblichen Götter es so gefügt, dass auch vom römischen Volk ein Gesetz wie in Vorzeiten in Ephesus beschlossen worden wäre". Angeblich musste in Ephesus ein Baumeister bei Beginn eines öffentlichen Bauwerks sein Vermögen für Einhaltung der Kostenschätzung bis Bauende verpfänden. Mit so einem Gesetz würde heute kein Pflasterstein mehr verlegt werden. Gerhard Lenssen, Bernkastel-Kues