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Infrastruktur
Jetzt sind zwei Investoren im Rennen

Auf diesem Grundstück in Landscheid soll ein Supermarkt entstehen. Foto: Christian Moeris
Auf diesem Grundstück in Landscheid soll ein Supermarkt entstehen. Foto: Christian Moeris FOTO: Christian Moeris
Landscheid. Supermarktplanungen für Landscheid: Zwei Interessenten, die dort mit der Edeka Handelsgesellschaft Südwest gerne einen Discountmarkt Treff 3000 eröffnen würden, haben dem Ortsgemeinderat ihre Planungen vorgestellt. Christian Moeris

Lange Zeit hatte Landscheid keinen Einzelhandelsmarkt mehr. „Vor etwa sechs Jahren hat der letzte Dorfladen geschlossen“, sagt Ewald Heck, Ortsbürgermeister der 2000-Einwohner-Gemeinde. „Wir hatten also lange Zeit nichts, jetzt aber die Qual der Wahl“. In Landscheid, wo den Einwohnern derzeit nur eine Bäckerei und ein Getränkemarkt zum Einkaufen zur Verfügung stehen, buhlen jetzt zwei Investoren um die Gunst der Edeka Handelsgesellschaft Südwest, die dort  gerne einen Discountmarkt mit dem Namen Treff 3000 eröffnen würde.

Doch bei der vorletzten Ortsgemeinderatssitzung im Januar lag dem Rat nur die Planung eines Investors zum Beschluss vor (der TV berichtete). Da die Ortsgemeinderatsmitglieder jedoch beide Planungen sehen wollten, wurde der Beschluss zur Abstimmung über den Standort zurückgestellt. Nach Fastnacht war es dann endlich so weit: Auf der jüngsten Sitzung wurden dem Rat beide Planungen vorgestellt, die nach Angaben des Ortsbürgermeisters beinahe identsch sein sollen und sich demnach nur im Standort unterscheiden würden.

Ein Investor, der aus Hessen stammen soll, möchte den Discountmarkt gerne auf der freien Fläche hinter dem Mitfahrerparkplatz am Ortsrand verwirklichen. Sein Konkurrent, ein Investor aus dem Landkreis, dessen Pläne der Rat nun auch mal zu sehen bekam,  treibt seine Planungen auf der anderen Straßenseite gegenüber der Freiwilligen Feuerwehr im Mischgebiet Auf’m Mühlenberg voran.  Eine Entscheidung zum Standort will der Rat aus taktischen Gründen jedoch auch jetzt noch nicht fällen. „Wenn wir eine Planung ablehnen würden und die andere Variante aus welchen Gründen auch immer scheitern würde, dann hätten wir ja gar nichts mehr“, sagt Ortsbürgermeister Ewald Heck. „Deshalb wünscht sich der Rat, dass beide Investoren ihre Planungen weiter vorantreiben.“ Wobei einer natürlich leer ausgehen wird.  Wer das sein wird, das könnte sich möglicherweise  schon bei den anstehenden baurechtlichen Verfahren entscheiden, sagt Heck.

Für den Standort hinter dem Mitfahrerparkplatz müsste – bevor überhaupt eine Bauvoranfrage oder ein Bauantrag gestellt werden kann – die Änderung des Flächennutzungsplans beantragt werden. „Diese Planungsvariante würde gegenüber der innerörtlichen Variante Auf’m Mühlenberg etwa sechs bis neun Monate mehr Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Heck.

Bei der Planungsvariante für die Straße Auf’m Mühlenberg, könnte es schneller gehen, weil für diesen Bereich sogar bereits ein Bebauungsplan vorliegt. Für diesen Investor wäre der nächste Schritt demnach bei der Kreisverwaltung als Genehmigungsbehörde eine Bauvoranfrage zu stellen.

„Aber dort hätten wir im Gegensatz zu dem anderen Standort die Möglichkeit für weitere Wohnbebauung, weswegen ich persönlich aus städtebaulicher Sicht den Standort hinter dem Mitfahrerparkplatz bevorzuge“, sagt Ortsbürgermeister Heck.

Für den Bereich Auf’m Mühlenberg rechnet Heck zudem mit Widerspruch der Anwohner. Der Rat werde nun verfolgen, mit welchem Erfolg die Investoren ihre Planungen weiter voranbringen würden, sagt Heck, und ob nicht schon bei den Genehmigungsprozessen eine Planungsvariante herausfallen würde.