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Verbundkrankenhauses Bernkastel-Wittlich: Millionenbeträge für die Gesundheit

Wittlich/Bernkastel-Kues. Die Verantwortlichen im Verbundkrankenhaus Bernkastel-Wittlich können planen: Der Erbbaurechtsvertrag wurde bis 2085 verlängert. Investiert wird unter anderem in eine Strahlentherapiepraxis und in die Entbindungsstation. Clemens Beckmann

Eine Klinik - zwei Standorte. Ein Modell wie das des Verbundkrankenhauses Bernkastel-Wittlich ist ungewöhnlich. Aber offenbar erfolgreich: "Es schreibt positive Zahlen", sagt Landrat Gregor Eibes. Und deshalb ist der Beschluss des Kreistages Bernkastel-Wittlich von großer Bedeutung für den Träger, die Cusanus Trägergesellschaft Trier (ctt), sowie für die Patienten in der Region: Der Erbbaurechtsvertrag zwischen der ctt und dem Kreis Bernkastel-Wittlich wird um 49 Jahre, bis zum 31. Januar 2085, verlängert. Ursprünglich wäre der Kontrakt am 31. Januar 2036 ausgelaufen.

Das wirkt wie eine Formalie, ist aber mehr. Damit, so Landrat Eibes und Ulrike Schnell, die kaufmännische Direktorin des Verbundkrankenhauses, besteht für die kommenden Jahrzehnte Planungssicherheit. "Die ctt kann nun über zukunftsträchtige Investitionen nachdenken", sagt Gregor Eibes.

Das tut der Träger bereits. Der über 17 Millionen Euro teure Neubau der Psychiatrie (75 Betten plus 15 Tagesbetten plus Ambulanz) in Bernkastel-Kues ist dafür das derzeit wichtigste Zeichen. 2019 soll der Umzug von Wittlich an die Mosel erfolgen.

Schon damit, so Ulrike Schnell, werde einer immer mal wieder aufkommenden Diskussion, der Wind aus den Segeln genommen. Denn der Neubau mache natürlich nur Sinn, wenn das Haus an eine Klinik angedockt sei. Damit gibt sie dem Cusanus-Krankenhaus eine Bestandsgarantie. Noch nicht sichtbar, aber in der Planung sind drei weitere Bauprojekte am und im St. Elisabeth-Krankenhaus in Wittlich, dem größeren Teil der Verbundklinik.

Erstes Projekt: Eine Strahlentherapiepraxis soll, so Schnell, das onkologische Leistungsangebot erhöhen. Eine in Trier ansässige Praxis habe starkes Interesse in Wittlich eine Dependance zu errichten und möchte den geplanten Neubau mieten. Die Investitionskosten liegen nach Auskunft von Ulrike Schnell bei circa fünf Millionen Euro.

Zweites Projekt: Der Hubschrauberlandeplatz soll eine direkte Anbindung an den Schockraum bekommen. Die Investitionskosten beziffert Schnell auf etwa 910?000 Euro.

Drittes Projekt: Die Entbindungsstation, seit 40 Jahren nahezu unverändert, soll neu strukturiert werden. Die Kosten liegen bei etwa 1,5 Millionen Euro. Die ctt rechnet bei allen drei Investitionen mit Fördermitteln.

"Alles ist bereits ziemlich konkret und greifbar", sagt Ulrike Schnell. Die Umsetzung sei für die Jahre 2018 und 2019 geplant.

"Wir sind froh, dass wir diese Krankenhäuser haben und können uns gut versorgt fühlen", sagt Landrat Eibes. Das sei mit Blick auf die Kliniklandschaft in Deutschland nicht selbstverständlich.
Zwei Krankenhäuser, ein Verbundkrankenhaus

Beide Kliniken bilden seit 2002 einen Verbund. Insgesamt stehen 511 Betten zur Verfügung - in Wittlich 390 und in Bernkastel-Kues 121. Pro Jahre werden etwa 23.000 Menschen stationär behandelt. Die Operationen mit stationärem Aufenthalt (circa 5500 im Jahr) sind auf Wittlich konzentriert.

In Bernkastel-Kues wird nur ambulant operiert (circa 1500 Operationen pro Jahr insgesamt). In der Entbindungsstation in Wittlich wird in diesem Jahr mit etwa 1000 Geburten gerechnet. 1240 Menschen sind an den beiden Standorten beschäftigt, davon circa 150 Ärzte und 740 Pfleger, darunter sind circa 100 Schüler.