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(Video) Der Teufel im Weinberg: Wieso ein Winzerknecht bei Brauneberg einst einen Pakt mit dem Bösen schließt

FOTO: (m_kreis )
Brauneberg. Um das Moseltal ranken sich viele Legenden. Mythische Gestalten, schlaue Gesellen, magische Orte und sogar der Teufel sind die Hauptdarsteller in diesen Geschichten. Manche sind vor Ort noch bekannt, andere verschwinden allmählich aus dem Gedächtnis der Bevölkerung. In Brauneberg soll der Teufel einst den Weinberg eines Nonnenklosters bewacht haben. Stefanie Braun

Brauneberg. Eine Legende der Mosel erzählt von einem Pakt mit dem Teufel: Einst schickte der Verwalter eines Weinguts einen Knecht zur Nachtwache in den Wingert. Der Knecht hatte jedoch keine Lust darauf, die Trauben zu bewachen und überlegte, wie er sich um die lästige Aufgabe drücken könnte. Er rief den Teufel in den Weinberg und ging mit ihm einen Handel ein. Einen Korb voller Trauben für eine Nachtwache. Der Teufel willigte ein, und der Knecht kehrte in das Weingut zurück.

Dort erwischte ihn der Verwalter. Warum er nicht im Weinberg sei, fragte er. Er habe seinen besten Freund dort gelassen, meinte der. Der Verwalter schickte ihn zurück zur Wache. Gegen Mitternacht hörte der Knecht merkwürdige Geräusche aus dem Berg. Es war, als würde jemand zwischen den Reben hin und her laufen. Er suchte den Weinberg ab, entdeckte aber nichts. Da bekam er es mit der Angst zu tun. Am nächsten Morgen kippte er den vereinbarten Korb Trauben neben dem Weinberg aus. Als er das nächste Mal an die Stelle kam, waren die Trauben verschwunden.

Auch wenn sich der Teufel schon lange nicht mehr im Weinberg hat blicken lassen, Weinberg und Weingut gibt es auch heute noch. Beides gehört zum ehemaligen Franziskanerinnenkloster in Brauneberg. Seit 130 Jahren ist das Weingut im Familienbesitz des Winzers Josef Thomas. Der baut in den Weinbergen, in denen der Teufel Wache gehalten haben soll, seine Trauben an.

Auch das alte Klostergebäude wird noch genutzt. Wenn auch in einer anderen Funktion. Ein Teil des Gebäudes gehört der Kirche, ein Teil ist in Privatbesitz übergegangen, ein dritter Teil ist abgesperrt. Hier sieht es laut Josef Thomas so aus, "als würde man noch 1802 schreiben und die letzte Nonne hätte das Kloster gerade verlassen". In diesem alten Teil des Gebäudes hat bis vor wenigen Jahren jemand gelebt: "Es war, mit 107 Jahren, die älteste Frau von Rheinland-Pfalz. Sie hatte keine Toilette in der Wohnung, kein Bad, nur einen Wasserhahn im Flur. Die Jahreszeit hat die Temperatur des Wassers bestimmt", erzählt Thomas. Für ihn ein Beweis dafür, dass man auch unter kärglichen Bedingungen ein langes Leben haben kann.

Allerdings wäre die Frau auch nie verheiratet gewesen. "Vielleicht ist sie deshalb so alt geworden", meint er mit einem schalkhaften Schmunzeln um den Mund.

Dass die Arbeit eines Winzers früher oft hart und anstrengend war, weiß Josef Thomas. Trotzdem wäre er nicht auf die Idee gekommen, den Teufel als Arbeitshilfe in den Weinberg zu rufen, auch wenn er manchmal das Gefühl habe, dass der dort sein Unwesen treibe, scherzt er.

Das Video zur Legende gibt's auf volksfreund.de/videos

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