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Sport
Volle Halle trotz Schwimmbadwetter

Aus Bietigheim bei Stuttgart waren diese Trommler angereist, um ihre Mannschaft beim Wittlicher Handball Cup zu unterstützen.
Aus Bietigheim bei Stuttgart waren diese Trommler angereist, um ihre Mannschaft beim Wittlicher Handball Cup zu unterstützen. FOTO: TV / Bjöen Pazen
WITTLICH. Von Mannschaften, Zuschauern und Offiziellen gab es wieder viel Lob für den Wittlicher Handball Cup - und das gut gekühlte Eventum. Von Björn Pazen

Rainer und Roland aus dem Kreis Ludwigsburg sind Handballfans durch und durch. Seit vielen Jahren begleiten die beiden rüstigen Rentner zum Beispiel die Frauen-Nationalmannschaft, auch bei Turnieren im Ausland. Und jedes Jahr sind die Schwaben auch Gast beim Wittlicher Handball Cup. „Das Turnier ist fest eingetragen in unserem Terminkalender“, sagt Roland. Klar, dass die beiden trotz tropischer Hitze auch an diesem Wochenende im Eventum waren, um sich Frauenhandball der Spitzenklasse anzuschauen. „Der Verein in Wittlich ist sehr umtriebig, und bessere Testspiele bekommen wir sonst nirgendwo zu sehen“, sagt Roland.

Dieses Lob für den „umtriebigen Verein“ geht vor allem an die rund 200 Helfer, die am Wochenende beim Turnier im Einsatz waren. Erste Aufgabe – gemeinsam mit dem Hallenwart des Eventums – war, die Halle durch Lüften herunterzukühlen. „Das ist richtig gut gelungen. Drinnen war es deutlich kühler als draußen. Vor der Halle war während den Spielen im Gegensatz zu früheren Jahren fast niemand, da war es einfach zu heiß“, sagt Julia Marx, gemeinsam mit Ramona Zender die Organisationsleiterin des Turniers. Deutlich über 30 Grad lag die Temperatur, also eigentlich Schwimmbadwetter. „Am Samstagabend mussten wir noch Getränke für die Mannschaften nachbestellen „Bei der Hitze war der Durst doch deutlich höher als in den vergangenen Jahren.“

Trotz Hitze und vielen Konkurrenzveranstaltungen in der Nähe war die HSG mit den Zuschauerzahlen sehr zufrieden: „Am Samstagmorgen beim ersten Spiel waren sogar mehr Fans da als sonst“, sagt Marx. Vor allem die Vereine aus Bietigheim, Metzingen und Metz hatten ihre Fans mobilisiert, aus Bietigheim war – wie in den vergangenen Jahren – eine Trommlergruppe angereist. „Wir begleiten die Mannschaft zu vielen Spielen, und in Wittlich ist immer ein toller Start in die Saison“, sagt einer der Trommler aus Schwaben. „Vor zwei Jahren waren wir zu zehnt hier, heute sind wir fast 50. Das Turnier ist nicht weit weg von der Heimat - und unsere Mannschaft ist sehr erfolgreich“, war für Gerard aus Lothringen der Grund, die Mannschaft aus Metz nach Wittlich zu begleiten.

Aber nicht nur die Fans, auch die Mannschaften und Spielerinnen haben das Turnier in ihr Herz geschlossen: „Perfekte Betreuung, starke Gegner, eine tolle neue Halle – was will man mehr in der Saisonvorbereitung“, sagt Martin Albertsen, der Trainer des deutschen Vizemeisters aus Bietigheim. Der Däne war schon mit vielen verschiedenen Mannschaften – wie Leipzig, Randers oder Kopenhagen - beim Turnier in Wittlich.

Auch, dass sie alle in der Nähe der Halle untergebracht sind, sei von Vorteil. Während fünf der sechs Mannschaften im Lindenhof in Wittlich oder dem Hotel Moselpark auf dem Kueser Plateau nächtigen, ist der Buxtehuder SV seit vielen Jahren Stammgast im Eifeler Hof in Hupperath „Da fühlen wir uns einfach wohl“, sagt Mannschaftsbetreuer Michael Jungblut. Auch sein Team kommt schon seit vielen Jahren zum Turnier.

Dagegen hatte der europäische Handballverband EHF seine Premiere im Eventum. Erstmals nutzte die EHF das Turnier, um Schiedsrichter zu schulen und zu testen. „Die Qualität des Turniers ist sehr hoch, da sind unsere Schiedsrichter richtig gefordert, genau das wollten wir“, sagt der Slowene Tomo Vodopivec, einer von drei EHF-Ausbildern, die seit Donnerstag in Wittlich waren. Unglücklicherweise ist ein Gespann „verloren“ gegangen, die beiden russischen Schiedsrichter, die nach Wittlich kommen sollten, kamen nur bis zum Frankfurter Flughafen, weil sie ein falsches Visum hatten. Somit leiteten drei Gespanne aus Deutschland, Belgien und Serbien die Spiele.

Generell war Vodopivec aber mehr als zufrieden: „Die Halle ist super für Handball, die Organisatoren machen eine tolle Arbeit – und Bernkastel-Kues, wo wir untergebracht sind, ist eine tolle Stadt. Da kommen wir gerne wieder.“ Solches Lob freut auch Axel Weinand, den Vorsitzenden der HSG Wittlich: „Wenn alle so zufrieden sind und die Mannschaften uns schon fragen, ob sie nächstes Jahr wieder hier spielen dürfen, haben wir doch alles richtig gemacht.“ Und 2019 wartet das große Jubiläum – dann findet das Turnier zum 20. Mal statt – mit Sicherheit auch wieder mit Roland und Rainer, den rüstigen Handballfans aus Schwaben.