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Justiz
Vergewaltigt, geknebelt und mit der Machete bedroht?

 Ein 35-Jähriger soll seine Ehefrau mit einer Machete bedroht haben. Unter anderem deshalb muss er sich vor Gericht verantworten.
Ein 35-Jähriger soll seine Ehefrau mit einer Machete bedroht haben. Unter anderem deshalb muss er sich vor Gericht verantworten. FOTO: TV-Archiv
Trier/Bernkastel-Wittlich. Wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und der Bedrohung muss sich seit drei Verhandlungstagen ein 35-Jähriger vor Gericht  verantworten. Am Donnerstag soll in dem Verfahren plädiert werden. Von Friedhelm Knopp

Hat der Mann in der Zeit zwischen Januar 2016 und Oktober 2017 zweimal die eigene Ehefrau vergewaltigt, sie dabei einmal geknebelt und mit einer scharfen Machete bedroht? „So war es“, sagt die Frau. Sie hat gegen ihren Mann das Verfahren in Gang gebracht und fühlt sich nach eigenen Angaben weiterhin von ihm bedroht. Aus Angst vor ihm hatte sie auch ihren Wohnsitz im Kreis Bernkastel-Wittlich aufgegeben und war nach Brühl bei Bonn gezogen. Unmittelbare Zeugen gibt es nicht, und der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen. Gegenüber Dritten hat er offenbar die Bedrohung der Frau eingeräumt. Dies erklären Zeugen gestern am dritten Sitzungstag. „Ich habe einen Fehler gemacht. Ich schäme mich dafür“, habe er ihnen anvertraut.

Da der Angeklagte schweigt, ist die Dritte Große Strafkammer bei der Wahrheitsfindung auf die Aussagen der zahlreichen Zeugen angewiesen – und die haben an den drei Verhandlungstagen ein unterschiedliches Bild des Angeklagten gezeichnet. Die Darstellungen reichen vom bedrohlichen Unhold, gegen den es sich durch ein gerichtliches Kontaktverbot zu schützen gilt, bis hin zum liebevollen Vater zweier kleiner Töchter, der von seiner Frau ausgenutzt wurde.

Die beiden Kinder sind ein Faktor im gesamten Geschehen. Für sie erhielt die Frau nach der Trennung das Sorgerecht. Das hat der Angeklagte nicht schlucken können. Außerdem, so berichten Freunde des Paares, gab es in der Spätphase des Zusammenlebens oft Streit ums Geld, um die Haushaltsführung, über Erziehungsfragen und Streit über die angeblich äußerst riskante Fahrweise der Frau.

Ein Zeuge: „Ich bin einmal mit ihr mitgefahren, die beiden Kinder saßen hinten im Wagen. Ich hatte Todesangst und geschrien, bis sie langsamer fuhr.“  Ein Polizeibeamter, der die Wohnung des Angeklagten durchsucht hatte, sagt: „Wir haben die Machete und Wurf­äxte gefunden, aber keinerlei Hinweise auf gesteigerte sexuelle Aktivitäten.“

Und ein vertrauter Bekannter des Paares erklärt als Zeuge: „Er hat mir gegenüber einmal geklagt, dass seine Frau abends oft sexuell fordernd sei, ohne Rücksicht auf seine Erschöpfung nach einem langen Arbeitstag.“ Der Zeuge – „Ich kenne den Angeklagten seit fast zehn Jahren.“ - beschreibt auch, wie in den anfangs wohlgeordneten Haushalt mehr und mehr der Schlendrian eingezogen sei. Das habe den ordnungsliebenden Angeklagten wohl sehr gestört.

Die Verhandlung wird am Donnerstag, 9 Uhr, fortgesetzt. Vorgesehen sind Plädoyers von Anklage und Verteidigung.