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Weiter zur Uni dank Windelstipendium

 Leben zwischen Bachelorarbeit und Windeln wechseln: Simone Ebner (27) zeigt, dass man auch mit Kind studieren kann – dank des Windelstipendiums. TV-Foto: Sabrina Junge
Leben zwischen Bachelorarbeit und Windeln wechseln: Simone Ebner (27) zeigt, dass man auch mit Kind studieren kann – dank des Windelstipendiums. TV-Foto: Sabrina Junge
Trier. Uni und Kind - geht das? Ja, sagt Simone Ebner. Das Windelstipendium des Studierendenwerks hilft ihr und ihrem Freund, Baby und Studium zu vereinbaren. Sabrina Junge

Trier. "Auf einmal ist alles anders", sagt Simone Ebner. Die 27-Jährige ist gerade Mutter geworden. Seit drei Monaten hält der kleine Karl die Psychologiestudentin und ihren Freund auf Trab.
Vormittags Campus, nachmittags zu Hause Fläschchen geben, Windeln wechseln und mit dem Baby spielen: So sieht der Tagesablauf der Studentin aus. "Da muss man schon ein Organisationstalent sein", sagt sie lachend. "Wenn ich nach Hause komme, geht der Papa arbeiten." Von dem typisch studentischen Leben ist nicht viel übrig geblieben: Ausgehen und lange schlafen haben Seltenheitswert. Aus der ehemaligen Wohngemeinschaft der jungen Eltern ist nun eine kleine Familie geworden.
An Studienabbruch gedacht


Dass die im siebten Semester studierende Mutter jetzt an ihrer Bachelorarbeit schreiben kann, hielt sie vor einigen Monaten noch nicht für möglich. Als mit fortschreitender Schwangerschaft das Arbeiten parallel zum Studium unmöglich wurde, kamen die ersten Gedanken, das Studium abzubrechen.
Genau das will das Studierendenwerk Trier verhindern. Dazu bietet es Fördermöglichkeiten für junge Eltern an. Mit dem "Windelstipendium" gewährt das Studiwerk angehenden Akademikern mit Nachwuchs eine Finanzspritze in Höhe von 600 Euro.
Bis zu vier Mal während des Studiums können Eltern diesen Zuschuss in Anspruch nehmen. Von 2008 bis 2012 war das Windelstipendium noch unter dem Begriff "Mama-Papa-Knete" bekannt. Die Namensänderung sei einfach "adäquater mit Bezug auf die Uni", erklärt Andreas Wagner, Geschäftsführer des Studierendenwerks.
Das Windelstipendium unterstützt zurzeit 20 Studenten. Auch Simone Ebner hat es beantragt. "Ohne die Unterstützung des Studiwerks hätte ich überlegen müssen, mit dem Studium aufzuhören", erzählt sie. Doch dank der Unterstützung will sie nun nach dem Bachelor-Abschluss auch noch den Master in Angriff nehmen.
"Man fühlt sich hier an der Uni einfach wohl mit Kind", sagt sie. Auch Andreas Wagner ist zufrieden mit dem Erfolg des Windel-stipendiums und will weiterhin dafür sorgen, dass Chancengleichheit am Trierer Campus herrscht.