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Abfall
Mit der Tüte zum Container

In Wittlich sollen bald Sammelcontainer wie diese für die Biotüte des ART aufgestellt werden.
In Wittlich sollen bald Sammelcontainer wie diese für die Biotüte des ART aufgestellt werden. FOTO: Zweckverband ART / TV
Wittlich. Die neuen Tüten für Bioabfall des Zweckverbands Abfallwirtschaft in der Region Trier (ART) sind seit Anfang des Jahres im Umlauf. Auch in Wittlich sollen bald an mehreren Stellen Container zur Sammlung der Tüten aufgestellt werden – auch wenn es Kritik gab.
Petra Willems

()  Neues Jahr, neue Tüte: Seit Anfang Januar sollen die Bürger in der Region Trier  – mit Ausnahme des Vulkaneifelkreises, der noch zwei Jahre eine Biotonne hat – ihre Küchenreste und Speiseabfälle freiwillig in Bio­tüten sammeln. Dieser Bioabfall wird nicht  wie der Restmüll, die Blauen Tonnen oder die Gelben Säcke  vor der Haustür abgeholt, sondern muss  zu einer Sammelstelle gebracht werden (der TV berichtete mehrfach).

Solche Sammelstellen wird es bald auch in der Stadt Wittlich geben, wie deren Pressesprecher Rainer Stöckicht auf TV-Anfrage mitteilt.  Das System des für die Abfallentsorgung zuständigen Zweckverbands ART ist bei den Bürgern bisher auf Kritik gestoßen.

Stöckicht:  „Auch in  Wittlich gab es aus der Bevölkerung Beschwerden über das Bioabfallsammelsystem des ART in der bisherigen Form. Der Zweckverband hat erkannt, dass das neue System Schwachstellen aufweist und arbeitet aktuell an deren Beseitigung. Eine der Lösungen ist in der Tat das Aufstellen zusätzlicher Bioabfallcontainer als weitere Sammelstellen.“

Bei der Ausweisung dieser Sammelstellen waren, so Stöckicht,  verschiedene Dinge zu beachten. Die Ausstattung mit zusätzlichen Sammelcontainern im Stadtgebiet  sei auf jeden Fall komfortabler für die Nutzer, könne aber auch Nachteile mit sich bringen, die nicht unberücksichtigt bleiben durften und Gegenstand von  Gesprächen zwischen  Stadt und  ART waren.  Denn gerade bei Bioabfall könnten solche Bioabfall-Container schnell  „ungewollte Effekte“ nach sich ziehen:  Es könnten Tiere, Ungeziefer oder Schädlinge angelockt werden, die sich nachteilig auf die Gesundheit oder die Umwelt auswirkten. Und: „In der wärmeren Jahreszeit kann es zu Geruchsbelästigungen kommen, wenn die Container nicht sachgerecht bedient oder nicht regelmäßig gereinigt werden“, sagt der Stadtpressesprecher. Die besondere Konstruktion der Behälter soll jedoch unbeabsichtigte Fehleinwürfe verhindern, zudem sollen die Behälter bei jeder Entleerung gleichzeitig gereinigt werden.

 In Wittlich soll laut ART die neueste Generation an Containern für Bioabfall mit einem Fassungsvermögen von jeweils 770 Litern und optimierter Einwurföffnung  aufgestellt werden (siehe Info). Die Entleerung soll einmal wöchentlich erfolgen. Der genaue Zeitpunkt der erstmaligen Aufstellung der Bioabfallcontainer steht derzeit  noch nicht fest.

Mit der Biotüte wollen die kommunalpolitisch Verantwortlichen die Einführung einer Biotonne verhindern. Ob das gelingt, hängt von den gesammelten Mengen ab. Nach vielen Diskussionen im Vorfeld und einem holprigen Start hat die Tüte aber  in den ersten Monaten seit ihrer Einführung zu mehr Akzeptanz in der Bevölkerung gefunden – allerdings gibt es auch weiter Gegenwind: So hat sich der Gemeinderat  Altrich  gegen die Biotüte und für die Einführung der Biotonne ausgesprochen. Die Tonne sei wirtschaftlich vorteilhafter und ökologisch vernünftiger, so die Argumentation (der TV berichtete am 3. März).