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Stadtentwicklung
Bekommt die Stadt mehr Gästebetten?

Auf der rot markierten Fläche rund um das Haus der Jugend in der Wittlicher Oberstadt könnte ein neuer Hotelkomplex gebaut werden.
Auf der rot markierten Fläche rund um das Haus der Jugend in der Wittlicher Oberstadt könnte ein neuer Hotelkomplex gebaut werden. FOTO: TV / Wilbert, Bianca
Wittlich. 200 Betten, zwölf Wohnungen, ein City-Markt: Am Kurfürstenhof in Wittlich soll rund um das Haus der Jugend ein neuer Hotelkomplex gebaut werden. Doch erst muss das Projekt den Stadtrat passieren.
Petra Willems

Die Wittlicher Oberstadt soll ihr Gesicht weiter verändern: Auf dem Gelände rund um das Haus der Jugend am Kurfürstenplatz soll ein neues Gebäude entstehen. Dort könnte, so die Pläne, ein Investor ein neues Hotel errichten.

200 Betten könnte das Haus, das als Tagungs- und Konferenzhotel genutzt werden soll,  laut Plänen, die dem TV vorliegen, haben. Zusätzlich zu den Hotelzimmern sollen im Staffelgeschoss zwölf Wohnungen auf jeweils zwei Etagen mit Flächen zwischen 135 und knapp 300 Quadratmetern entstehen, im Untergeschoss Stellplätze und im Erdgeschoss ein Restaurant. Des Weiteren sollen ebenerdig zehn weitere, nicht überdachte Parkplätzte gebaut werden. Mittendrin in dem Komplex: das jetzige Haus der Jugend. In dem denkmalgeschützten Gebäude, das baulich in das Gesamtensemble integriert werden soll, sollen nach den derzeitigen Plänen Konferenz- und Tagungsräume entstehen.

Außerdem soll im Erdgeschoss des Neubaus neben einem Restaurant auch zum Kurfürstenplatz hin auf etwa 800 Quadratmetern Verkaufsfläche ein City-Markt entstehen, ein Supermarkt, der Artikel für den täglichen Gebrauch anbietet. Gut 5000 Quadratmeter groß, ohne die Grundfläche des HDJ, ist das Grundstück, auf dem der Hotelkomplex entstehen soll. Der Neubau soll sich um einen Innenhof, Terrasse und das HDJ-Gebäude erstrecken, über eine Brücke sollen das historische Gebäude, das baulich nicht mehr ganz so gut in Schuss ist, und der Neubau miteinander verbunden werden. Die Planung für das Hotel hat das Bernkastel-Kueser Büro Berdi Architekten übernommen, das auch den Umbau und Sanierung der alten Posthalterei am Marktplatz, ebenfalls denkmalgeschützt, begleitet hat.

Bürgermeister Joachim Rodenkirch sieht in dem Projekt eine Belebung der Innenstadt. Der Stadtchef kann die Bedenken der bereits etablierten Gastronomen und Hoteliers bezüglich der Konkurrenz durch einen weiteren Betrieb verstehen, sagt aber: „Angebot schafft Nachfrage, deshalb sehe ich ein weiteres Hotel in der Stadt eher positiv.“ Als positives Beispiel dafür führt er die Gemeinde Meerfeld an, wo sich drei gastronomische Betriebe „gegenseitig ergänzen und gemeinsam entwickelt haben“. Er sehe den Neubau als gut für die Entwicklung der Gesamt-
stadt an. Die Jugendlichen, die derzeit das HDJ als Treffpunkt nutzen, sollen  in der Oberstadt eine neue Bleibe bekommen. Der Sozialausschuss befürwortete in seiner Sitzung im Frühjahr, nahe des Eventums eine neue Kindertagesstätte, ein Mehrgenerationenhaus sowie ein Haus der Jugend unter einem Dach zu vereinen (TV vom 12. Mai).

Doch erst einmal muss der Stadtrat grünes Licht geben für das Hotel-Projekt. Dort wird es in der Sitzung am Dienstag, 11. Dezember, im öffentlichen Sitzungsteil vorgestellt. Das Gremium kann anschließend im nichtöffentlichen Teil der Sitzung dem Verkauf des Grundstückes an das Investorenteam um eine mittelständische Hamburger Gruppe, die nach eigenen Angaben in den vergangenen 28 Jahren rund 200 Hotelprojekte im In- und Ausland realisiert hat und 3400 Mitarbeiter beschäftigt, zustimmen, erst dann können die Pläne weiter konkretisiert werden.