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Umweltschutz
Der Spitzenreiter steht im Vitelliuspark

Die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kita im Vitelliuspark ist die effektivste im Betrieb der Stadt Wittlich.
Die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kita im Vitelliuspark ist die effektivste im Betrieb der Stadt Wittlich. FOTO: TV / Petra Willems
Wittlich. Nach zwei eher mäßigen Jahren liegen die Photovoltaikanlagen der Stadt Wittlich in diesem Jahr auf Kurs. Der in vier Jahren erzeugte Strom reicht aus, um knapp 94 Vier-Personen-Haushalte je ein Jahr lang zu versorgen.  Von Petra Willems
Petra Willems

Drei Photovoltaikanlagen betreibt die Renergie Stadt Wittlich derzeit: Im September 2012 ging die erste Anlage auf dem Dach des Servicebetriebs (Rudolf-Diesel-Straße) ans Netz, im Oktober des Jahres eine zweite auf dem Eventum und im Mai 2013 die bislang letzte auf der damals neuen Kita im Vitelliuspark. Und die ist die Anlage, die am effektivsten läuft, wie Stadtpressesprecher Rainer Stöckicht, der gleichzeitig Geschäftsführer der Renergie (siehe Extra) ist, sagt. Die Anlage sei gut platziert und sehr gut ausgerichtet, erklärt Stöckicht.

In diesem Jahr, dem sonnigen Wetter sei Dank, lief aber nicht nur die Anlage auf dem Kita-Dach gut, sondern auch die übrigen beiden. Bis zum 1. Oktober haben die drei Anlagen gemeinsam bereits 136 Megawatt-Stunden (MWh) produziert, das Plansoll liegt pro Jahr bei 140 MWh. Es ist also durchaus mehr als wahrscheinlich, dass die Anlagen in diesem Jahr mehr Energie produzieren als eingeplant, denn um die fehlenden Megawatt-Stunden bis zum geplanten Soll zu erzeugen, braucht man laut Stöckicht noch etwa 14 Sonnentage. Das bisher produktivste Jahr war indes 2015, als 160 Megawattstunden Strom erzeugt wurden.

Insgesamt liegt die Gesamtproduktion der Anlagen seit Inbetriebnahme nach Angaben der Stadt bei 855 Megawatt-Stunden. Damit könne der jährliche Energiebedarf von rund 100 Vier-Personen-Haushalten gedeckt werden. Und auch richtig Geld gespart: Denn dank der durch die Sonneneinstrahlung gewonnenen Energie wurden rund 81 100 Liter Öl eingespart, was Kosten in Höhe von mehr als 40 000 Euro entspricht.

Oder, in anderen Maßeinheiten gerechnet: Durch die Energie der PV-Anlagen in städtischer Regie wurden rund 2,7 Kilo Atommüll vermieden, knapp 82 Bäume gerettet oder 592 Tonnen CO2-Ausstoß vermieden. Der Strom der Wittlicher Anlagen hätte zudem gereicht, um mehr als 28 Millionen Kilometer mit einem Segway – einer Art Roller auf zwei Rädern mit einer Lenkstange in der Mitte, der elektrisch betrieben wird –, zu fahren. Oder um mit einem Elektroauto 6,7 Millionen Kilometer zu fahren, also mehr als 167 Mal die Erde auf Höhe des Äquators zu umrunden.

Die vergleichsweise schlechte Leistung im vergangenen Jahr, als die Anlagen mit 134 MWh die bisher niedrigste Menge Energie erzeugten, war auch, so Rainer Stöckicht, auf einige Defekte zurückzuführen, weshalb die Anlagen zeitweise ausfielen oder weniger produktiv liefen.

Ausgelegt sind die Photovoltaik­anlagen auf eine Lebensdauer von 20 Jahren, dann sind sie im Haushalt abgeschrieben. Laufen sie danach immer noch, sind die Erträge als Gewinn zu verbuchen. Das war, so Stöckicht, allerdings nicht das primäre Ziel beim Bau: „Der eigentliche Gedanke war, dass wir einen Beitrag zum Umweltschutz leisten wollten, um diese zu schonen.“