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Zeit der Besinnlichkeit auch im Knast

Andreas Lorig vor einem Weihnachtsbaum in der JVA Wittlich. Er hat zwischen den Jahren Dienst in der Justizvollzugsanstalt in Wittlich. TV-Foto: Eileen Blädel
Andreas Lorig vor einem Weihnachtsbaum in der JVA Wittlich. Er hat zwischen den Jahren Dienst in der Justizvollzugsanstalt in Wittlich. TV-Foto: Eileen Blädel
Wittlich. Weihnachten im Knast - das ist meist eine Zeit voller Emotionen für die Gefangenen und für die Justizvollzugsbeamten. Andreas Lorig und sein Kollege erzählen, warum - und wie sie trotz Dienst mit der Familie feiern.

Wittlich. Auch für die Insassen sei Weihnachten eine emotionale Zeit, sagt Justizvollzugsbeamter Andreas Lorig. Der 38-Jährige hat zwischen den Jahren Dienst, genau wie sein Kollege, der namentlich nicht erwähnt werden möchte. Der 42-Jährige sagt: "Auch im Gefängnis ist das eine Zeit der Besinnlichkeit. Die Veränderung spürt man einfach. Selbst die härtesten Jungs werden da ruhiger." Lorig sagt: "Und der Gesprächsbedarf ist noch größer. Da fließen schon auch mal Tränen. Die Menschen haben Zuhause ihre Familie, Frau und Kinder - und das wird ihnen gerade in dieser Zeit noch mehr bewusst als sonst."
Nicht mal Weihnachtspakete von draußen dürfen die Gefangenen erhalten. Der Kontrollaufwand wäre zu groß. Auch deshalb versuchen Lorig und seine Kollegen in der JVA, diese Zeit für die Insassen so schön wie möglich zu gestalten: Mit einer Messe und einer Weihnachtsfeier oder einfach einem besonderen Essen.
Keine besonderen Vorfälle


Lorig erinnert sich gerne an eine Feier im vergangenen Jahr: "Einfach, weil die Stimmung so ausgelassen und die Gespräche so locker waren. Es war, wie wenn man sich draußen trifft, nicht das typische Verhältnis Bediensteter und Gefangener."
Anstaltsleiter Robert Haase sagt: "Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir je Vorfälle über Weihnachten hatten. Das könnte man ja meinen, wegen der großen Emotionalität. Es ist aber genau umgekehrt, und irgendwie friedlicher."
Lorig und sein Kollege arbeiten freiwillig an den Feiertagen. Das JVA-Team wechselt sich jedes Jahr ab. "Die Kollegen wollen auch mal zu Hause sein", sagt Lorig, der beispielsweise am 24., 25. und 26. Dezember über Tag Dienst hatte. Sein Kollege hatte am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag Frühdienst und hat an Neujahr Rufbereitschaft. "Anstoßen geht da schon, mehr aber auch nicht", sagt er. Beide haben Familie und Kinder - und wollen die Zeit nach der Arbeit so intensiv wie möglich nutzen. eib