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Zerstörter Schwarzstorchhorst gefunden

Birkenfeld. Haben etwa Menschen einen Schwarzstorchhorst in Siesbach zerstört? Die Naturschutzverbände Nabu und Pollichia vermuten dies mittlerweile.

Birkenfeld. Offenbar sind die Großvögel der Region "nicht nur durch die ständig wachsende Zahl von planlos in die Landschaft gestellten Windrädern gefährdet, sondern auch durch direkte Verfolgung". Das jedenfalls befürchten die Naturschutzverbände Nabu und Pollichia.
Laut dem Pollichia-Kreisvorsitzenden Willi Weitz wurde ein Schwarzstorchhorst nördlich von Siesbach, Kreis Birkenfeld, der in diesem Jahr von einem Mäusebussardpaar besetzt war, offensichtlich von Menschenhand zerstört. Schon 2011 hatte jemand versucht, einen Schwarzstorchhorst in der Verbandsgemeinde Birkenfeld herunterzustoßen.
"Im September dieses Jahres wurde bei Birkenfeld, in Richtung Dambach, ein extrem geschwächter Rotmilan gefunden", berichtet Weitz. "Da er keine äußeren Verletzungen oder Knochenbrüche aufwies, wurde er nach tierärztlicher Untersuchung in eine Greifvogel-Auffangstation gebracht, wo er noch am gleichen Tag unter heftigem Koten von Blut verendete." Die Symptomatik deute auf eine Vergiftung durch Cumarinderivate hin, wie man sie zur Rattenbekämpfung verwendet, erläutert ein Ornithologe aus Hoppstädten-Weiersbach. "Da Aas zum Nahrungsspektrum der Milane gehört, nehmen sie leider auch Giftköder auf." In der Brutsaison 2014 waren zwei Rotmilanhorste, die die Naturschützer im Vorfeld von Windkraftplanungen gemeldet hatten, verschwunden.
Bei der Nachsuche fanden die Tierschützer Reste von Milaneiern, im anderen Horst einen verendeten Jungmilan. Weitz sagt: "Wir glauben nicht mehr, dass es sich ausschließlich um eine unglückliche Häufung von Zufällen handelt." red