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Zwölf Uhr mittags in Wittlich

FOTO: (m_wil )
Mittags in Wittlich. Zeit für eine Ruhepause.

Zum Beispiel in der Kirche St. Markus. Küster Holger Günter (36) und der ehrenamtliche Helfer Helmut Adams (67) führen durch die Kirche. Sofern man schwindelfrei ist. "Wir wollen vor 12 noch die Fahnen von Ostern oben im Turm einrollen", sagt Küster Günter und erklimmt die schmalen Stufen zum Turm. Um Punkt 12 läuten nämlich die Glocken. "Dann wird\'s laut im Turm", erklärt Adams und lächelt schelmisch. Der Weg führt 30 Meter nach oben, über den Zwischenboden, vorbei an ausgelagerten Heiligtümern. Einer alten Kanzel von 1753, die dort in drei Teilen gelagert wird. Dem alten Kirchturmkreuz. Und einem 300 Jahre alten Uhrwerk, das bis vor zwei Jahren in einem Freilichtmuseum stand. Eine weiße Tür führt auf den Dachboden, direkt über dem Kirchraum. An einem Drahtseil hängt dort seit 100 Jahren ein Stein, als Gegengewicht zum ewigen Licht über dem Altar. "Unser hochmodernes Gegengewicht", witzelt Küster Günter. Die Lampen im Kirchenraum selbst sind erst wenige Jahre alt, über einen Tablet-Computer werden sie gesteuert. Die Beleuchtung für die Messen wurde vorher einprogrammiert - je nachdem, welcher Gottesdienst gerade ansteht. Kommunion, Totenmesse, Hochfest ... Auch für die Putzfrau gibt es ein Programm, damit sie alles sieht. Was sich Günter und Adams für die Kirche wünschen? Mehr junge Leute. "Damit sie sehen, dass Kirche auch modern sein kann." sbra In dieser Rubrik wird einmal in der Woche die Stimmung in der Stadt eingefangen. Wir stehen um 12 Uhr an einem Platz, beobachten und fragen nach, was Wittlicher sich für ihre Stadt wünschen.