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Zehntausende sehen traditionellen Schärensprung

FOTO: Christiane Wolff
Trier-Biewer. Hexen führen den traditionellen Biewerer Karnevalsumzug an: Sie kehren mit ihren Besen den Winter aus - was ihnen zumindest für diesen Dienstag gelungen ist. Knapp 30.000 Besucher waren gekommen, um den "Schärensprung" zu bejubeln.

(woc) Teilweise sogar blauer Himmel und Sonnenschein herrschte beim traditionellen Karnevalsumzug in Trier-Biewer am Dienstagnachmittag. Zehntausende Karnevalisten genossen nach den bewölkten, regnerischen Karnevalstagen die gute Witterung. Die Hexen, die den Umzug in jedem Jahr anführen, schwangen auch in diesem Jahr ihre Besen, um den Winter aus Biewer herauszukehren. Gefolgt wurden sie vom nicht weniger traditionellen Schärensprung: Rund 80 fröhliche Jecken hatten sich an den Händen gefasst und sprangen und hüpften in Schlangenlinien über die Biewerer Straßen. Wo der Schärensprung seinen Ursprung hat, ist ungeklärt: 1937 wird er in einer Zeitungsnotiz als "althergebrachter Brauch" erwähnt. Auch durch ihn soll der Winter und alle bösen Geister vertrieben und der fruchtbare Frühling eingeläutet werden.

Von Müdigkeit war den Teilnehmern der knapp 70 Zugnummern - von denen viele schon bei gleich mehreren Zügen in benachbarten Stadtteilen und Ortschaften mitgezogen waren - auch am letzten Tag der Session nichts anzumerken: Gut gelaunt wurden Kamelle geworfen und getanzt. Und auch bei den knapp 30 000 Zuschauern entlang der rund 4,5 Kilometer langen Strecke herrschte beste Stimmung.

Dass Rettungs- und Notarztwagen sich vor Beginn des Zuges mit Blaulicht einen Weg durch die von Zuschauern überfüllte Biewerer Straße erkämpfen mussten, warf einen Schatten auf das bunte Treiben: Eine alte Frau hatte in ihrer Wohnung einen Schwächeanfall erlitten und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei meldete ansonsten keine weiteren Zwischenfälle.

FOTO: Christiane Wolff