Zu wenige Notärzte in der Region

Zu wenige Notärzte in der Region

Die Versorgung mit Notärzten in der Region weist Lücken auf. Es kommt vor, dass in einigen Orten stunden- oder sogar tageweise kein Notarzt zur Verfügung steht. Das Innenministerium in Mainz: Es bestehe keine Gefahr für die Notfallversorgung der Bevölkerung.

(wie) Weder Samstag noch Sonntag habe es in Hermeskeil nachts einen Notarzt gegeben, weil sich kein Arzt für die Dienste gefunden habe, berichtet Bernhard Stocky, Rettungsdienstleiter beim zuständigen DRK Trier-Saarburg. Das war am vorletzten Wochenende. Folge: Während dieser Zeit musste der Notarzt entweder aus dem rund 40 Kilometer entfernten Saarburg oder aus dem benachbarten saarländischen Wadern (15 Kilometer) in den Hochwald anrücken.

Keine Seltenheit: Immer wieder müssen sich Notarztstandorte in der Region, die sich zumeist bei Krankenhäusern befinden, zeitweise abmelden, weil kein Arzt zur Verfügung steht. Etwa dann, wenn der für den Dienst eingeteilte Notarzt in seinem Krankenhaus im Operationssaal stehe, sagt Christoph Ott, Leitender Notarzt in Saarburg. Denn Notärzte warten nicht in einer Rettungswache auf einen Einsatz, arbeiten im Krankenhaus und werden dort alarmiert. Insgesamt 12692 rückte der Notarzt 2009 in der Region aus.

Engpässe bei der Versorgung gibt es vor allem nachts, wenn Rettungshubschrauber mit einem Notarzt an Bord nicht fliegen dürfen. Dann kommt es mitunter zu längeren Wartezeiten. Das Gesetz schreibt vor: 30 Minuten nach Alarmierung muss ein Notarzt am Einsatzort sein. Im Mainzer Innenministerium heißt es trotz der Probleme: keine Gefahr. Die Versorgung sei durch ein „gutes und engmaschiges Netz“ von Rettungswachen und Notarztstandorten gewährleistet, sagt ein Sprecher.

Vor allem kleinere Kliniken schaffen es kaum, rund um die Uhr Notärzte zu stellen, etwa das Krankenhaus in Trier-Ehrang. In den Kliniken in Daun und Gerolstein wurde die Abmeldequote zwar reduziert, trotzdem fiel an beiden Standorten zusammen 1000 Stunden der Notarzt aus.

Anders sieht es im Krankenhaus Prüm aus. Man sei sehr stolz, dass man alle Notarztdienste besetzen könne, sagt Geschäftsführer Andreas Fidelak. Wie Ehrang behelfen sich immer mehr Krankenhäuser vor allem am Wochenende mit externen Ärzten.