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Verkehr
Züge auf der Eifelstrecke sollen mit Strom statt mit Diesel fahren

FOTO: dpa / Laurent Cipriani
Koblenz/Trier. Die Kommunen in der Region fordern die vollständige Elektrifizierung von Trier nach Köln. Allerdings könnte das rund 500 Millionen Euro kosten.

Die 163 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Trier und Köln soll durchgängig elektrifiziert werden. Statt mit Diesel sollen mittelfristig alle Züge dort mit Strom angetrieben werden. Dafür sprach sich der für den Schienennahverkehr zuständige Zweckverband SPNV Nord gestern in Koblenz aus. „Wir brauchen eine komplette Elektrifizierung der Strecke“, forderten unter anderem der Bitburg-Prümer Landrat Joachim Streit und Triers Verkehrsdezernent Andreas Ludwig.

Das Problem: Pro Kilometer Schiene, die mit Strom verbunden wird, muss mit Kosten zwischen 1,5 und drei Millionen Euro gerechnet werden. Das bedeutet, wenn die gesamte Eifelstrecke unter Strom gestellt würde, könnte das bis zu 500 Millionen Euro kosten.

Hintergrund der Forderungen sind unter anderem Planungen in Nordrhein-Westfalen, den Teil der Eifelstrecke von Köln nach Kall zu elektrifizieren, um so die Kölner S-Bahn bis dorthin fahren zu lassen. Das könne dazu führen, dass es künftig gar keine oder weniger durchgängige Züge von Trier nach Köln gäbe, sagte der Ende Januar aus dem Amt scheidende Zweckverbandsdirektor Thomas Geyer. „Es kann doch nicht sein, dass Nordrhein-Westfalen seinen Teil der Eifelstrecke attraktiver macht und wir abgehängt werden“, sagt der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz. Sein Kollege aus der Vulkaneifel, Heinz-Peter Thiel, fordert, dass die im Nachbarland geplante Elektrifizierung zumindest bis Gerolstein gehen müsse.

Der Zweckverband hat sich nun darauf verständigt, dass in einer Machbarkeitsstudie drei Varianten für die Eifelstrecke geprüft werden sollen: die vollständige oder die teilweise Elektrifizierung von Köln bis Kall oder bis Gerolstein.

Laut Geyer gibt es im Gebiet des SPNV Nord von 750 Kilometern Schienen, die von Nahverkehrszügen befahren werden, 294 Kilometer ohne Strom. Neben der Eifelstrecke ist das unter anderem die Moselweinbahn von Bullay nach Traben-Trarbach. Es sei naiv zu glauben, dass das gesamte Schienennetz im Zuständigkeitsgebiet elektrifiziert werden könne, sagt der Verbandsdirektor. Stattdessen müsse auch darüber nachgedacht werden, auf Dieselstrecken Züge mit alternativen Antrieben einzusetzen. Etwa Hybrid-Züge, also Diesel-Züge, die zusätzlich über einen über Batterie gespeisten Elektromotor verfügen. Oder von Brennstoffzellen angetriebene Züge. Allerdings, so Geyer, sei keine der alternativen Techniken bislang tatsächlich alltagstauglich.

Die neue Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, dass bundesweit der Anteil der elektrifizierten Bahnstrecken von derzeit 60 auf 70 Prozent erhöht werden soll. Hintergrund dabei ist auch die Diskussion um Diesel-Abgase. Die auf der Eifelstrecke und auf der Moselweinbahn eingesetzten Züge haben laut SPNV Nord schlechte Abgas-Werte, vergleichbar mit älteren Dieselautos mit der Abgas-Norm Euro 2.