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Tourismus: Zwei regionale Jugendherbergen vor dem Aus

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Häuser in Bollendorf und Traben-Trarbach stehen vor der endgültigen Schließung.

Den derzeit geschlossenen Jugendherbergen brechen wegen der Corona-Krise die Einnahmen weg. Jetzt stehen sogar sechs der 45 Häuser in Rheinland-Pfalz und dem Saarland vor dem endgültigen Aus, darunter Bollendorf und Traben-Trarbach. Das bestätigte der Vorsitzende des Verbands der Jugendherbergen, Jacob Geditz, unserer Zeitung. Die Häuser seien in die Jahre gekommen und müssten saniert werden. Dazu fehle aber nun das Geld, sagte Geditz unter Verweis auf absehbare Einnahmeverluste von 12,5 Millionen Euro. Eine solch existenzbedrohende Situation habe er in 33 Jahren Verbandsarbeit noch nicht erlebt, meint Geditz.

Neben Traben-Trarbach und Bollendorf sind auch die Jugendherbergen in Montabaur, Idar-Oberstein, Steinbach (Donnersbergkreis) und Sargenroth (Rhein-Hunsrück-Kreis) von der endgültigen Schließung bedroht.

Bollendorfs Bürgermeisterin Silvia Hauer äußerte sich „geschockt und entsetzt“ über die Schließungspläne für die Ende der 60er Jahre gebaute Jugendherberge. „Es kann nicht sein, dass sie nach 50 Jahren einfach so zumachen“, sagte Hauer unserer Zeitung. Die Jugendherberge mit ihren 18 000 Übernachtungen jährlich sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den Tourismus und die Geschäftswelt vor Ort. Man sei jetzt auf der Suche, um doch noch eine Lösung für das Haus zu finden.

Der Traben-Trarbacher Stadtbürgermeister Patrice-Christian-Roger Langer erfuhr am Donnerstag durch einen Anruf unserer Zeitung von dem drohenden Aus für die Jugendherberge. „Das Haus ist doch immer rappelvoll“, meinte Langer ungläubig und verwies darauf, dass zuletzt immer von einer Sanierung die Rede gewesen sei. Er habe jedenfalls kein Verständnis für eine solche Entscheidung, sagte der Bürgermeister. Dann breche in Traben-Trarbach touristisch einiges weg.

Beim rheinland-pfälzischen Jugendherbergsverband hofft man derweil auf finanzielle Unterstützung durch den Staat. Derzeit gebe es noch kein passendes Rettungspaket für die Jugendherbergen, meint Vorsitzender Jacob Geditz.