Rote Teufel unter südlicher Sonne

Rote Teufel unter südlicher Sonne

Bundesligist 1. FC Kaiserslautern schwitzt derzeit im Trainingslager im spanischen Lomas de Campoamor, um für den Rückrunden-Auftakt am 21. Januar zu Hause gegen Werder Bremen topfit zu sein. Trotz einer ernüchternden 1:5-Pleite im ersten Testspiel gegen den belgischen Spitzenklub Gent gibt es aber auch positive Nachrichten.

Lomas de Campoamor. Wohl selten hat ein Abwehrspieler des 1.FC Kaiserslautern nach fünf Gegentoren so gestrahlt wie Jan Simunek. Vor mittlerweile fast 15 Monaten hatte sich der 24-jährige Innenverteidiger schwer verletzt, war nie über die Rolle des Rekonvaleszenten hinaus gekommen, hatte keine einzige Minute Bundesliga absolvieren können. Im DFB-Pokalspiel der Lauterer gegen Arminia Bielefeld im Oktober 2010 (3:0) war es passiert: Adduktoren-Teilabriss, Operation, Ärzte-Odyssee, Schmerzen, Reha, kein Training.
Jeder Arzt sagte etwas anderes. "Es ist eine schwere Verletzung, die nur äußerst selten vorkommt", weiß der 1,86 Meter große Defensiv-Spezialist, der vom VfL Wolfsburg den Weg in die Pfalz fand, heute.
86 Minuten gab er nach langem Leidensweg im Testspiel gegen den belgischen Vizemeister den Part des Innenverteidigers an der Seite von Rodnei. Dann machte er Willi Orban Platz. An Simunek aber lag es wohl nicht, dass es bei seinem Comeback im eigenen Netz fünf Mal rappelte.
Die Meldung von der Rückkehr des Deckungsspezialisten ist einer der positiven Aspekte, die derzeit aus dem Trainingslager der "Roten Teufel" vermeldet werden. Im zweiten Testspiel auf spanischem Boden gab es dann ein deutliches 4:0 gegen den siebenfachen algerischen Meister MC D\'Alger nach Toren von Sahan (2), Amedick und Walch. "Das war schon besser als im ersten Spiel, aber wir müssen effektiver bei der Auswertung unserer Torchancen werden", monierte FCK-Trainer Marco Kurz. Er hatte gegen die Nordafrikaner fast eine komplett neue Mannschaft aufgeboten.
Nicht dabei waren noch Kapitän Christian Tiffert und der von Bayer Leverkusen ausgeliehene Däne Nicolai Jörgensen. Beide klagen derzeit über Probleme mit dem Sprunggelenk und wurden daher vorsichtshalber geschont. Einen guten Eindruck macht bisher offensichtlich der erst 19-jährige polnische Neuzugang Jakub "Kuba" Swierczok. "Er ist ein unbekümmerter Junge mit Torinstinkt", urteilt Kurz, der sich vor der Notwendigkeit sieht, nach der Zwei-Spiele-Sperre des Israelis Itay Shechter in der Bundesliga eine Sturmformation für die beiden ersten Saisonspiele finden zu müssen. "Vielleicht kann uns Swierczok ja doch etwas früher helfen, als das ursprünglich vorgesehen war."
Am Samstag kehrt der Tross des pfälzischen Bundesligisten dann nach Hause. Zuvor steht am Freitag noch eine weitere Testpartie gegen den holländischen Ehrendivisionisten PSV Eindhoven an. Rückrundenauftakt ist am 21. Januar (18.30 Uhr, Fritz-Walter-Stadion) gegen Werder Bremen. jüb