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Saubere Sache

ARZFELD. In der neuen TV-Serie "Innovative Betriebe in der Region" stellt der TV heute die Arzfelder Firma Zahnen-Technik vor. Sie hat sich auf Biogas und Abwassertechnik spezialisiert. Durch Innovation und Erschließung neuer Märkte will das Unternehmen weiter expandieren. ARRAY(0x1cc030f68)

Dass er zum Spezialisten für Kläranlagen und Biogastechnik werden würde, ahnte Elektromeister Herbert Zahnen selbst noch nicht, als er den elterlichen Betrieb übernahm. Damals, vor vierzehn Jahren, war es noch ein Elektrogeschäft wie viele andere. Mit dem Verkauf von Kühlschränken oder Waschmaschinen und der Bewältigung kleinerer Arbeiten in Haushalten hatte 1958 alles angefangen.Konzentration auf einen Bereich

Nach ersten Erfahrungen mit der Installation von Kläranlagen beschloss der Unternehmer, sich ganz auf das Geschäft mit dem Abwasser zu konzentrieren. "Es war der einzig richtige Weg", sagt er heute rückblickend. "Für einen kleinen Betrieb ist die Breite nur schwer zu halten." Mehrere hundert Anlagen, auch Pumpwerke und Regenrückhaltebecken, wurden inzwischen errichtet. Kunden sind Kommunen der Region bis in den Hunsrück und ins südliche Nordrhein-Westfalen. Den größten Teil macht die Optimierung bereits vorhandener Anlagen aus, neu gebaut wird heute kaum noch. Für die Gemeinden lohnt sich die Modernisierung doppelt. Einerseits lassen sich Energiekosten senken, andererseits muss für die Einleitung von Abwasser in die Umwelt umso weniger bezahlt werden, je sauberer es aufbereitet wurde. Erreicht wird dies teilweise durch modernere Maschinen, vor allem aber durch eine verbesserte Steuerung. Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Software bietet daher das höchste Innovationspotenzial. Vor drei Jahren kamen Biogasanlagen zum Leistungsspektrum hinzu, die ersten wurden ins benachbarte Luxemburg verkauft. Heute tragen sie etwa ein Drittel zum Umsatz des Unternehmens, das heute etwa 35 Mitarbeiter beschäftigt, bei und werden bundesweit vertrieben. Zum Einsatz kommt eine ähnliche Technik wie bei den Kläranlagen. Dass nach den gleich hohen Qualitätsstandards produziert wurde, erwies sich zunächst als Marktnachteil, der Preis war schlicht nicht konkurrenzfähig. Kompromisse bei der Qualität wollte Zahnen jedoch nicht eingehen und setzte auf den Bewusstseinswandel seiner Kunden. Auch damit behielt er Recht, inzwischen würden immer mehr Betreiber erkennen, "dass man bei der Investition nicht gewaltig sparen darf". Alle Anlagen sind auf Wartungsfreundlichkeit ausgelegt. Schon jetzt lassen sie sich komfortabel über das Internet fernsteuern. Messdaten oder Störungsmeldungen können via SMS übermittelt werden. In Kürze sollen auch Dokumentation und Bedienungsanleitungen auf der Homepage einsehbar werden und die Ersatzteilbestellung online abgewickelt werden. Im Bereich Biogas sieht sich Herbert Zahnen damit als Vorreiter: "Eine vergleichbare Wartung gibt es dort noch nicht." Innovationen setzte der Unternehmer auch im eigenen Betrieb um und nennt neben einer gezielten Schulung der Mitarbeiter auch die Verbesserung des Informationsflusses. Das operative Geschäft soll in Zukunft auch beim Abwasser über die Region hinaus ausgedehnt werden. Die Chancen dafür seien günstig. "Große Firmen verlassen den deutschen Markt", beobachtet Zahnen. In diese Lücke will er nun vorstoßen und setzt auf Flexibilität und Kundenorientierung bei hoher Qualität als Vorteile des Mittelstandes. "Wir wollen Spezialisten und Profis sein", lautet sein Credo.