"Sie können es packen"

"Sie können es packen"

EHRANG. Informationen über ihre zukünftigen Berufe und Tipps für Bewerbungen - das erhielten 90 Schüler und Schülerinnen der Johann-Amos-Comenius-Realschule im Schulzentrum Mäusheckerweg in einem Workshop.

Das Informationsspektrum des Workshops "Was erwarten die Unternehmen von zukünftigen Schulabgängern" war breit gefächert. Mehrere Referenten, die mitten im Berufsleben stehen, vermittelten den 15- und 16-jährigen Mädchen und Jungen, worauf es ankommt, um erfolgreich einen Beruf zu erlernen. Von der Bedeutung aussagekräftiger, individuell abgefasster Bewerbungen war die Rede, Höflichkeit bei der Vorstellung sowie sichtbarem Interesse am Beruf. Außerdem berichteten die Referenten über allgemeine Anforderungsprofile der verschiedenen Berufe. Da viele Unternehmen bereits im Oktober ihre Bewerber sichten, wurde der Workshop rechtzeitig für den Entlassjahrgang 2004/2005 der jetzigen Neuntklässler der Johann-Amos-Realschule eingerichtet. In der klassenübergreifenden Pflichtveranstaltung gab es Hinweise über Berufe aus dem Bankwesen, der Informationstechnologien, gewerblich-technischer oder pflegerischer Art, aus Gastronomie, Dienstleistungen und Bürokommunikation. Entstanden ist das zusätzliche Schulangebot aus dem Berufswahlunterricht. "Es ist ein Irrtum zu glauben, dass Realschüler nicht Berufe aus dem Bereich der Informations-Technologie (IT) ergreifen können. Sie können es packen", sagte Marita Wenz, stellvertretende Schulleiterin. Als gutes Beispiel dafür dienten in dem IT-Workshop zwei ehemalige Realschüler der Johann-Amos-Comenius-Schule. Insbesondere Stephan Jeandey dürfte den jungen Teilnehmern imponiert und Mut gemacht haben, seine Traumkarriere inklusive eigener Bank- und Firmengründung nachzuahmen. Die Schüler hätten allerdings etwas informationsbegieriger sein können, ließ Jeandey durchblicken. "Nur drei Personen haben konkret nach einem Ausbildungsplan gefragt. Die anderen ließen sich berieseln." Insbesondere sein Eindruck, dass viele Schüler nicht mit ihren Eltern über ihre berufliche Zukunft sprechen, war bestürzend. "Wenn ein Schüler keine bestimmte Neigung für einen Beruf hat, ist es am besten, eine weiterführende Schule zu besuchen", empfiehlt der gebürtige Franzose. Einige Mädchen sahen sich hingegen in ihrer Vorstellung, einen pflegerischen oder medizinischen Beruf zu ergreifen, durch die "informative Veranstaltung" bestätigt. "Das bringt was", lobte Schülerin Sabrina Mayer. Einen anderen Weg schlug ein Gastronom ein. Der Referent bat die Schüler, ihre Erwartungen an eine gut funktionierende Bar und ansprechenden Service zu formulieren. Seine Aussagen, welchen Belastungen ein Kellner oder ein Koch nach stundenlanger Arbeit ausgesetzt ist und wie die Auswirkungen auf Familie, Freizeit und Ferien sind, hatten bei den Schülern nur eine Folge. Es herrschte Totenstille im Raum, niemand fragte mehr etwas. "Das ist nichts für uns", hieß es. Ein Ergebnis, das in Hinblick auf die richtige Berufswahl durchaus akzeptabel sei, meinte Marita Wenz.