Paris: Sieges-Serie reißt nach 44 Spielen

Paris : Sieges-Serie reißt nach 44 Spielen

Fußball: Paris St. Germain erlebt im Ligapokal-Spiel gegen einen absoluten Außenseiter aus der Provinz eine böse Überraschung. Trainer Tuchel ist schockiert.

Die erste Niederlage gegen einen nationalen Konkurrenten war für Thomas Tuchel ein Schock. „Das ist wirklich schwer zu akzeptieren“, klagte der sichtlich aufgewühlte Trainer des Starensembles von Paris Saint-Germain nach dem sensationellen 1:2 gegen den bretonischen Provinzclub EA Guingamp. Der Tabellenletzte der Ligue 1 hatte den in 17 Ligaspielen noch ungeschlagenen haushohen Favoriten  mit einem kuriosen 2:1 aus dem französischen Ligapokal geworfen. Für PSG ist es die erste Niederlage in nationalen Pokalspielen nach 44 Siegen in Serie.

Die erste Titeloption ist damit für Tuchel, seine deutschen Nationalspieler Julian Draxler und Thilo Kehrer sowie die Superstars Neymar und Kylian Mbappé dahin. „Wir haben kein Meisterschaftsspiel verloren, aber eine große Chance, eine Trophäe zu gewinnen“, sagte Tuchel und verpasste seinen Superstars einen Seitenhieb: „Wir spielten mit zu viel Selbstvertrauen, wir spielten nicht mit dem Hunger, um dieses Spiel zu Ende zu bringen.“

Seit dem Sommer trainiert der 45-Jährige mit seinem Assistenten Arno Michels aus Kasel (Kreis Trier-Saarburg) den französischen Eliteklub – und bisher lief es fast reibungslos. Tuchel muss nun die peinliche Pleite im heimischen Prinzenpark erklären. Die französische Zeitung Le Monde sieht in dem Debakel „einen ersten Rückschlag“ für Tuchel. „Ein Stein im Schuh von Thomas Tuchel, der in dieser Saison bisher alles richtig gemacht hatte“, schreibt Le Parisien.

In der Enttäuschung suchte Tuchel einen Grund für die Pleite beim Schiedsrichter. Drei Elfmeter hatte Guingamp zugesprochen bekommen. „Die Umstände sind ein wenig merkwürdig gewesen. Beim zweiten war nichts. Der Schiedsrichter schaut sich die Bilder an und pfeift trotzdem. Es ist unmöglich, so einen Elfmeter zu pfeifen“, monierte der deutsche Coach.

Tuchels Standing wird durch das Aus nicht grundsätzlich erschüttert. Das wäre nur bei dem abgewendeten Scheitern in der Champions League im Dreierduell mit Jürgen Klopps FC Liverpool und dem SSC Neapel der Fall gewesen. Drei Titeloptionen bleiben zudem. Die Ligue 1 führt PSG mit 14 Punkten Vorsprung an. Im Pokal ist die Runde der letzten 32 Teams erreicht, und in der über allem stehenden Champions League ist Manchester United der Achtelfinal-Konkurrent.

Doch in Frankreich wird schon über fehlende Klasse im Mittelfeld von PSG debattiert. Dieses Spiel habe die Grenzen einer brillanten Mannschaft gezeigt – besonders im Mittelfeld ohne Adrien Rabiot, schreibt Le Monde. Der französische Mittelfeldspieler ist nach seinem Verzicht auf eine Vertragsverlängerung außen vor.

Le Parisien bezeichnete den Mangel im Mittelfeld als eklatant. Zwei neue Spieler müsse man holen– doch PSG steht wegen der Ermittlungen der Europäischen Fußball-Union zum Financial Fairplay unter Druck. Bereits im vergangenen Sommer hatte der Club auf dem Transfermarkt nicht nach Belieben einkaufen dürfen.