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SPIEL DER WOCHE: Schon seit sieben Jahren der Chef

Der "Chef" und seine Truppe: Rudi Heid (links) und der SV Bollendorf starten mit zwei Derbys in die neue Saison. Foto: Matthias Bayer
Der "Chef" und seine Truppe: Rudi Heid (links) und der SV Bollendorf starten mit zwei Derbys in die neue Saison. Foto: Matthias Bayer
BOLLENDORF. (mab) Zuerst Ferschweiler, dann Nusbaum – für den SV Bollendorf startet die neue Saison mit den beiden Derbys.

Vor etwas mehr als sieben Jahren bekam Rudi Heid ein Trainerangebot vom SV Bollendorf. "Es hat mich gereizt, eine junge Mannschaft zu übernehmen und etwas aufzubauen", erzählt der mittlerweile 49-Jährige. Dass Heid nun zu den dienstältesten Trainern im Spielkreis Eifel gehört, ist für den zweifachen Familienvater kein Zufall: "Hier in Bollendorf stimmt einfach die Atmosphäre. Der Kontakt zur Mannschaft und zum Umfeld ist gut und die Truppe ist ein eingeschworener Haufen. Es macht Spaß, mit den Jungs zu trainieren." Wenn auch die Zahl der Jungs alles andere als konstant ist. "Unser Problem ist, dass wir einen sehr kleinen Kader haben." Ärgerlich für Heid, da in Bollendorf ein größeres Potenzial vorhanden ist. "Viele junge Männer wollen aber einfach nicht so recht." Doch es liegt Heid fern, zu jammern: "Unsere Truppe ist stark genug, die gesetzten Ziele zu packen. Nur wenn zu viele Verletzungen dazwischen kommen, dann sehe ich Probleme." Wie schon in der Vorsaison, als der SV Bollendorf erst mit einer furiosen Siegesserie gegen Ende den drohenden Abstieg verhinderte. Zuvor waren des öfteren wichtige Spieler ausgefallen. "Wenn es wirklich optimal für uns laufen sollte, denke ich schon, dass wir im vorderen Mittelfeld landen können. Andererseits ist es natürlich genausogut möglich, dass die Saison böse endet", weiß Heid, der auch den Klassenerhalt als oberstes Ziel ausgegeben hat. Insgesamt hofft der Betriebselektriker jedoch auf den günstigsten Fall ohne Verletzungen. Das Team hat sich im Vergleich zur vergangenen Spielzeit kaum verändert, lediglich zwei Jugendspieler muss Heid integrieren. "Und eventuell kommt in den nächsten Wochen noch der eine oder andere Spieler hinzu, der vielleicht doch seine Motivation zum Fußballspielen entdeckt." Oder von der anderen Seite der Sauer kommen Verstärkungen aus Luxemburg. "Wir freuen uns über jeden. Wir waren schon immer ein verschworener Haufen." Dass in der Mannschaft durchaus Qualitäten stecken, bewies die Elf in der vergangenen Saison mehrmals, vor allem gegen die "Großen" der Liga. Auswärtssiege gab es gegen drei der Teams, die sich am Ende um die Plätze eins und zwei stritten. Meister Badem II wurde bezwungen und auch die beiden umkämpften Lokalderbys in Ferschweiler und in Nusbaum gewonnen. "Da hat man gesehen, was für eine tolle Moral in der Mannschaft steckt", sagt Heid, der nun in den kommenden beiden Wochen natürlich auf eine Wiederholung dieser beiden "Coups" hofft. Zunächst empfängt der SVB nämlich am Sonntag Ferschweiler zum "Derby Nummer eins". Ein Punkt auf eigenem Platz ist das Minimalziel für Heid. Eine Woche darauf folgt dann schon "Derby Nummer zwei" in Nusbaum. "Wenn wir aus diesen beiden Spielen gut rauskommen und vielleicht eine kleine Serie starten und dazu Glück mit den Verletzungen haben, dann bin ich frohen Mutes für diese Spielzeit." Dennoch: Die Mannschaft wird in beiden Spielen der klare Außenseiter sein. Besonders nach der misslungenen Vorbereitung, während der es nicht nur an guten Ergebnissen fehlte, sondern auch an Spielern mangelte. "Wir hatten die schlechteste Vorbereitung, seit ich hier bin", erzählt der Coach. "Doch nun sind wieder alle Mann an Bord und freuen sich auf die Saison - besonders wenn es gleich so beginnt". Das schwere Auftaktprogramm ist für Heid, der in Bollendorf mittlerweile seine vierte Trainer-Station inne hat, eher ein Vor- denn ein Nachteil. "Es geht wenigstens gleich richtig los. Wir werden von Anfang an Vollgas geben und versuchen, gut in die Saison zu starten."