SPIEL DES TAGES : Glücks-Treffer statt Notlösung

SPIEL DES TAGES : Glücks-Treffer statt Notlösung

AUW. Die SG Auw/Ormont/Hallschlag ist seine große Leidenschaft: Norbert Hacken ist Gründungsmitglied der DJK Auw und derzeit Trainer der Reserve-Elf in der Kreisliga B.

Norbert Hacken war eigentlich nur als Übergangslösung auf dem Trainerposten der zweiten Mannschaft der SG Auw/Ormont/Hallschlag gedacht. Als Vorgänger Guido Heinzen zur Winterpause der vergangenen Saison zum FC Weinsheim wechselte, suchte der Verein händeringend nach einem Nachfolger - und fand ihn in Person von Urgestein Norbert Hacken. "Irgendeinen Dummen findest du schließlich immer", flachst der 56-Jährige. Doch Hacken erwies sich für den Verein als Glücksgriff. Die Rückrunde verlief nahezu optimal, am Ende stand der seit langem angestrebte Aufstieg der Reserve-Elf in die Kreisliga B. "Wenn wir langfristig mit der ersten Mannschaft in der Bezirksliga vorn dabei sein wollen, brauchen wir einen guten Unterbau." Nach dieser erfolgreichen Übergangsphase sollte eigentlich Schluß sein mit Norbert Hacken als Trainer, doch Vorstandschaft, Mannschaft und Umfeld "überredeten mich, doch weiterzumachen. Ich hab dann auch nicht lange überlegt, weil es sehr viel Spaß macht, mit den Jungs zu arbeiten", sagt Hacken, der 1965 die DJK Auw mitgründete und seitdem 22 Jahre in der Vorstandschaft verbracht hat, zehn davon als Vorsitzender des Vereins. Doch nicht nur außerhalb des Platzes war Hacken immer für seinen Verein im kleinen 350-Einwohner-Örtchen an der belgischen Grenze da. Über 600 mal streifte er sich auch das Trikot über. Vor zwei Jahren wollte sich Hacken eigentlich zurückziehen, gab auch den Posten als Vorsitzender ab - bis eben der Ruf der zweiten Mannschaft kam. Als Aufsteiger zählt für die SG Auw II in dieser Saison natürlich nur der Klassenerhalt. Doch nach etwa einem Drittel der Saison steht die Elf von Hacken auf dem zweiten Rang. "Man sollte sich aber davon nicht blenden lassen. Die Liga ist derart ausgeglichen, dass alles möglich ist. Schließlich beträgt unser Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz nur sieben Zähler." Hackens Ziel bleibt also nach wie vor bestehen: "30 Punkte plus X, dann können wir weiter sehen." Doch was macht die Reserve des Bezirksligisten derzeit so stark? Der Coach nennt vier Gründe: "Wir haben es geschafft, die Euphorie des Aufstiegs aufrecht zu erhalten und profitieren davon noch heute." Ein zweiter Grund ist für Hacken die sehr gute Zusammenarbeit zwischen der ersten und der zweiten Mannschaft. "Wir trainieren zwar nicht zusammen, doch der Austausch mit Trainer Heinz Maas klappt hervorragend. Als zweite Mannschaft fühlen wir uns auch keineswegs als das fünfte Rad am Wagen, sondern sind voll integriert." Ein dritter Grund ist das tolle Umfeld. "Welche zweite Mannschaft kann schon von sich behaupten, über 150 Zuschauer bei den Spielen zu haben?". Auch der Vorstand tut ihr Übriges zum positiven Gesamteindruck. Als vierter und wichtigster Punkt kommt schließlich die Mannschaft: "Wir haben eine sehr gute Mischung zwischen erfahrenen Spielern, die auch schon in der Bezirksliga gespielt haben, und jungen, hungrigen Spielern. Das ist sehr wichtig." Gestandene Spieler wie Jürgen Frauenkron, Manfred Wirtz, Hubert Zapp oder Dieter Kaufmann haben die Aufgabe, die jungen Spieler auf dem Platz zu führen, was bisher sehr gut klappt. "Der junge Stürmer Erik Rau beispielsweise hat bisher in fast jedem Spiel, das er bestritten hat, getroffen." Hacken hofft gegen den TuS Daun auf eine Fortsetzung der guten Leistungen. "Aber Daun ist für mich der Favorit in diesem Spiel. Wir wollen aber mindestens einen Punkt behalten."