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1. FC Kaiserslautern vor dem Relegations-Rückspiel in Dresden

Relegationsspiele : FCK vor dem Rückspiel: „Es ist noch nichts passiert“

Ein brodelnder Betzenberg, aber die Eruption hat nicht stattgefunden: Nach dem 0:0 im Hinspiel der Zweitliga-Relegation gegen Dynamo Dresden hofft der Drittligist 1. FC Kaiserslautern auf die finale Erlösung im Rückspiel am Dienstag.

Ein Spiel voller Emotionen, stimmgewaltiger Kulisse und absolutem Einsatzwillen – aber ohne Tore: Die Roten Teufel konnten ihre leichte Überlegenheit im Hinspiel gegen den Tabellen-16. der 2. Liga, Dynamo Dresden, nicht in einen zählbaren Vorteil ummünzen. „Nun gibt es am Dienstag ein Endspiel in Dresden, das habe ich von Anfang an gesagt. Wieso sollen wir nicht in Dresden gewinnen?“, sagte der neue FCK-Trainer Dirk Schuster nach der Partie am Freitagabend im mit knapp 47.000 Zuschauern ausverkauften Fritz-Walter-Stadion. „Die Kulisse und die Choreographie der Fans war sensationell, das war Gänsehaut-Feeling und hat der Mannschaft brutal geholfen. Sie hat das Herz auf dem Platz gelassen“, lobte der Lauterer Trainer, der aber auch einige Defizite ausmachte: „Wir haben im letzten Drittel etwas schlampig gespielt. Die Standards haben mir nicht gefallen, da haben wir noch viel Luft nach oben, und uns hat die Zielstrebigkeit im Abschluss gefehlt.“

Mit seiner Analyse lag Schuster, der sein Team auf drei Positionen veränderte, goldrichtig. In die Startelf waren Kapitän Jean Zimmer rechts in der Viererkette, der stark aufspielende Julian Niehues im defensiven Mittelfeld sowie Angreifer Daniel Hanslik gerückt. Kurzfristig ausgefallen waren Hikmet Ciftci (Magen-Darm-Grippe), Philipp Hercher (muskuläre Probleme) und Felix Götze, der auf der Bank saß.

Die von den höllisch lauten Fans angetriebenen Lauterer begannen engagiert und drängten den Zweitligisten, der in der gesamten Partie nur eine Torchance durch Christoph Daferner (56.) besaß, in die Defensive. „Es war das erwartet schwere und intensive Spiel, das vermutlich nicht schön anzusehen war“, sagte Dynamo-Coach Guerino Capretti in der Pressekonferenz. Die Dresdner schwammen in der ersten halben Stunde etwas, und der FCK kam durch Marlon Ritter (9.) und Terrence Boyd (13./27.) zu seinen drei Torgelegenheiten. „Aber diese Phase haben wir überwunden, und danach haben wir die Lauterer Wucht im Griff gehabt“, sagte Capretti treffend. Beide Mannschaften agierten in der Folge kompakt in der Defensive, zeigten im Offensivspiel aber zu viele Ungenauigkeiten, so dass die Zuschauer eine an Höhepunkten arme Partie zu sehen bekamen. „Wir sind nicht so ins Risiko gegangen, aber das kann ich meinen Spielern nicht verdenken“, sagte Capretti und blickte schon auf das Rückspiel: „Wir haben uns eine richtig gute Ausgangsposition geschaffen und wollen nun das allerletzte Spiel gewinnen“ – es wäre der erste Sieg im Kalenderjahr 2022. Nicht dabei sein wird Dynamo-Spieler Paul Will, der eine schwere Gehirnerschütterung erlitt und einen Tag im Krankenhaus verbringen musste.

Die Lauterer Spieler waren teilweise nicht ganz zufrieden mit dem Spiel und dem Ergebnis. „Es war mehr drin. Wir waren die bessere Mannschaft und hatten die besseren Chancen, normalerweise müssen wir gewinnen. Uns hat die Konsequenz gefehlt, nun müssen wir in Dresden alles reinhauen“, sagte Hendrick Zuck. Für FCK-Kapitän Zimmer „war es natürlich ein geiles Gefühl, in so einem Spiel wieder dabei zu sein. Vorne brauchen wir das nötige Quäntchen Glück“. Lauterns Torhüter Matheo Raab sieht trotz der Nullnummer „keinen Grund für hängende Köpfe. Das Glück hat uns gefehlt, aber es ist noch nichts passiert!“. Marlon Ritter freut sich auf das Rückspiel am Dienstag (20.30 Uhr, Sky und Sat.1 live): „Dienstag ist ein Endspiel, das müssen wir gewinnen. Dann sind wir in der 2. Bundesliga.“ Und Trainer Schuster versprach: „Wir werden gut vorbereitet sein. Wir haben die gleiche Chance wie Dresden.“