8500 Radler in der Grünen Hölle

8500 Radler in der Grünen Hölle

Für ein Wochenende im Jahr ist der Nürburgring das Mekka der Radsport- statt der Motorsport-Fans. Das 24-Stunden-Rennen bei Rad am Ring gehört zu den beliebtesten überhaupt.

Nürburgring 8500 Teilnehmer, ebenso viele rote Fahrradrücklichter bei der Fahrt durch eine lange Nacht und ein kraftraubender Tag auf der legendären Nürburgring-Nordschleife: Was Motorsportlern seit jeher auf dem Nürburgring recht ist, ist seit 2003 auch den Radsportlern billig. Das Herzstück von Rad am Ring ist das 24-Stunden-Rennen über die legendäre Nordschleife. Mehr als 5000 Ausdauersportler strampelten diesmal alleine, als Zweier-, Vierer- oder Achterteam durch die Grüne Hölle. Rund 25 Kilometer lang ist jede Runde. Mehr als 500 Höhenmeter gilt es, jedes Mal zu überwinden. Die Geschwindigkeiten reichen von fast 100 Stundenkilometern bergab im Streckenabschnitt Fuchsröhre bis nahe Null in der 17-prozentigen Steigung hinauf zur Hohen Acht.
Bester der Region über 24 Stunden im Fahrradsattel war David Simon. Der ehemalige Nationalmannschafts-Mountainbiker aus Büchel erfüllte sich nur drei Wochen nach seinem Ironman-Debüt einen weiteren Traum. 549,8 Kilometer spulte der 26-Jährige ab und überwand dabei fast 11 000 Höhenmeter. Unter 508 Männern, die das Ziel erreichten, belegte er den 15. Platz. Sieger Ralph Schwörer (RV Stegen-ARA Breisgau) legte mit 26 Runden sogar noch fünf mehr zurück als Simon. "Das Problem war, dass ich noch locker genug Zeit hatte, um drei bis vier weitere Runden zu fahren. Mein Körper war dazu auch noch in der Lage. Aber mein Kopf wollte dies unbedingt verhindern", berichtete er von den Besonderheiten eines solchen Extremwettkampfs. Simon legte mit 21 indes genau so viele Runden zurück wie Frauen-Siegerin Marion Wittler aus Bielefeld.
Dramatisch war die Entscheidung in der Vier-Mann-Team-Wertung: Nach 24 Stunden und 33 Runden durch die Grüne Hölle entschied am Ende eine halbe Radlänge. Der zweimalige schleswig-holsteinische Landesmeister Gregor Hoops sicherte so dem Team Bike Market den Sieg in der beliebtesten Wertung (600 Teams im Ziel).
Zum Auftakt der 15. Auflage von Rad am Ring hatte der Trierer Peter Schermann einen schönen Erfolg verbucht. Der aus Wittlich stammende ehemalige Oberliga-Basketballer belegte im Zeitfahren über die Nürburgring-Nordschleife in exakt 36 Minuten den neunten Platz. Mit dem Zeitfahrspezialisten Manuel Bosch siegte der Neunte der österreichischen Staatsmeisterschaften in 32:43 Minuten.
Beim seit vergangenem Jahr ausgetragenen Profirennen (initiiert 50 Jahre nach dem Gewinn des Weltmeistertitels durch Rudi Altig auf dem Nürburgring) setzte sich der Niederländer Huub Duijn im Spurt gegen den amtierenden Cyclocross-Weltmeister Wout van Aert aus Belgien (beide Team Veranda's Willems-Crelan) durch.
Alle Ergebnisse: <%LINK auto="true" href="http://radamring.r.mikatiming.de/2017/" text="radamring.r.mikatiming.de/2017/" class="more"%>

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