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Abschied vom Playoff-Teilnehmer der Herzen

Abschied vom Playoff-Teilnehmer der Herzen

Die erste Playoff-Teilnahme seit sieben Jahren fällt für den Basketball-Bundesligisten TBB Trier zwar flach. Grund zum Feiern gab es für die TBB-Fans aber auch nach dem 65:66 zum Saison-Abschluss gegen Artland.

Trier. Am Ende ist nicht mehr zu erkennen, wer gewonnen und verloren hat. Die Artland-Spieler, die sich gerade mit Glück und Geschick den 66:65-Sieg zum Abschluss der Hauptrunde gesichert haben, feiern mit den zwei Dutzend mitgereisten Fans aus Quakenbrück. Aber auch die Fans der Gastgeber feiern. Das Ende einer harmonischen, sportlich überraschend guten Saison. "Danke, Jungs" ist auf einem Transparent zu lesen. TBB-Trainer Henrik Rödl und das Team drehen eine Ehrenrunde, schütteln Hände, klatschen ab. Die Saison ist für die TBB Trier vorbei. Die Teilnahme an der Meisterrunde wurde hauchdünn verpasst. Aber davon wollte sich niemand die Feierstimmung verderben lassen. "Ich bin sehr stolz, wie sich das Team in der gesamten Saison präsentiert hat", lobte Henrik Rödl, der sicher den größten Anteil am sportlichen Erfolg hat. "Wir wollen die Säulen des Teams zusammenhalten, um im nächsten Jahr eine ähnlich tolle Saison haben zu können", kündigte er an. So laufen die Verträge der Amerikaner Dru Joyce - ein absoluter Führungsspieler -, Barry Stewart und John Bynum aus. Auch George Evans, der Trier nach der Niederlage in Bamberg aus familiären Gründen verlassen hatte, hat keinen Vertrag. Lob gab es für die Trierer nicht nur aus den eigenen Reihen, sondern auch vom Gegner. "Was Trier in dieser Saison geleistet hat - mit unglaublich viel Herz und Kampfgeist -, das war höchst beachtlich. Für mich ist Henrik Rödl ein klarer Anwärter auf den Titel Trainer des Jahres", schwärmte Artland-Trainer Stefan Koch. Für sein Team geht die Saison mit dem Viertelfinale gegen den Hauptrunden-Fünften Braunschweig weiter. Für das TBB-Team stehen dagegen die letzten gemeinsamen Tage in Trier an. Ein Wermutstropfen aus Sicht der TBB-Verantwortlichen: Während die Liga einen Zuschauerrekord vermeldet, stagnieren in Trier die Besucherzahlen. Der Schnitt pendelte sich wie in der völlig enttäuschenden Vorsaison auf gut 3500 Zuschauer ein. Der Aufsichtratsvorsitzende Ralph Moog rechnet nach der erfreulichen Saison ("Wir haben alles erreicht, was wir erreichen wollten") mit einer steigenden Zuschauerzahl im nächsten Jahr - nicht nur, weil dann mit Aufsteiger Bayern München ein weiterer Publikumsmagnet in Trier spielen wird. "Wir hatten zu Saisonbeginn relativ schwache Zahlen. Das lag noch an der nicht erfreulichen Saison 2009/10. Wir rechnen nun - auch dank neuen Marketing-Strategien - mit einem stetig steigenden Zuschauerschnitt", sagt Moog. Er geht davon aus, dass die nächste Saison aus sportlicher Sicht schwerer wird. "Wir können nicht darauf spekulieren, dass uns dann noch irgendein Team unterschätzen wird."Bis unmittelbar vor Schluss hatte es am Samstag für die 4000 Zuschauer in der Arena sogar so ausgesehen, dass die Saison für die TBB noch überraschend in die "Verlängerung" - sprich: in die Playoffs - gehen könnte. Dazu musste Trier gewinnen, Ludwigsburg gleichzeitig gegen Frankfurt verlieren, Göttingen in Weißenfels siegen sowie Ulm gegen Bremerhaven gewinnen. Da Ulm kurz vor Schluss die Luft ausging (92:102), war die Trierer Niederlage nicht mehr so relevant. TBB - Artland Dragons 65:66 (37:33)TBB: Joyce 16, Faßler 15, Dojcin 12, Zirbes 6, Zwiener 5, Clay 4, Stewart 3, Picard 2, Bynum 2, Karamatskos, Dietz, M\'Baidanoum: nicht eingesetzt.Artland (beste Schützen): Peavy 16, Bailey 12Viertelstände:21:18, 37:33 (Halbzeit), 49:49, 65:66Zuschauer: 4051