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Basketball: Ein Gladiator verlässt die Arena - Manager Lang tritt ab, Nachfolger Meilwes vorgestellt

Basketball: Ein Gladiator verlässt die Arena - Manager Lang tritt ab, Nachfolger Meilwes vorgestellt

Es hatte sich angedeutet, jetzt ist es offiziell: Michael Lang tritt als Manager der Römerstrom Gladiators Trier zurück. Zu den Gründen äußerte er sich jetzt erstmals. Sein Nachfolger kommt mit klaren Vorstellungen an die Mosel.

 Alexander Meilwes (rechts) ist nicht mehr Manager der Gladiators Trier. Erst im Dezember hatte der 34-Jährige seinen Vorgänger Michael Lang (links) auf dem Manager-Posten des Zweitliga-Clubs abgelöst.
Alexander Meilwes (rechts) ist nicht mehr Manager der Gladiators Trier. Erst im Dezember hatte der 34-Jährige seinen Vorgänger Michael Lang (links) auf dem Manager-Posten des Zweitliga-Clubs abgelöst. Foto: Marek Fritzen

Eines, das kann Alexander Meilwes schon nach wenigen Wochen an der Mosel sagen, eines sei hier sehr ungewohnt für ihn. "Ich bin es gewohnt - egal zu welcher Tageszeit - Leute mit ,Moin' zu begrüßen, da musste ich mich hier jetzt schon öfter mal zusammenreißen und brav Guten Tag oder Guten Abend sagen", erzählt der Norddeutsche mit einem Augenzwinkern. Am Dienstagmorgen ist das anders, da ist ein "Moin" in die Runde zeitlich angemessen, als der 34-Jährige um elf Uhr in einer Loge der Arena Trier als neuer Manager von Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier präsentiert wird.
Damit ist es nun offiziell, dass der bisherige Manager Michael Lang seinen Posten zum 17. Dezember räumen und das Amt an Alexander Meilwes übergeben wird (der TV berichtete am 24. November)."Aus privaten Gründen", so Lang, habe er sich nach eineinhalb Jahren dazu entschlossen, seinen Posten in Trier zu räumen. Weiter äußert sich der Mittelfranke allerdings nicht zu diesem Thema. Nach TV-Informationen handelt es sich dabei um familiäre Gründe, wegen denen er zunächst einmal beruflich kürzertreten möchte.

Der 50-Jährige, der nach wie vor als Dozent an der Ascenso Business- und Medienakademie auf Mallorca sowie an der Hochschule Ansbach arbeitet, hatte den Job bei den damals neu-gegründeten Gladiators im Juli 2015 übernommen und den Club gemeinsam mit Geschäftsführer Achim Schmitz wirtschaftlich konsolidiert. "Es war nie leicht hier in Trier, wir mussten immer kämpfen, vom ersten Moment an", sagt Lang am Dienstag. "Aber ich hatte selten in meinem Leben so viel Spaß wie mit der Truppe hier - es ist uns gelungen, das Schiff Gladiators aus dem größten Sturm herauszuführen."
Sein Nachfolger ist ein Mann mit Basketball-Erfahrung. Insgesamt acht Jahre lang arbeitete Meilwes für Ex-Bundesligist Artland Dragons Quakenbrück, zunächst als Geschäftsstellenleiter, mit 28 Jahren wurde er dann Geschäftsführer des Clubs. Unter seiner Regie erreichten die Niedersachsen viermal die Playoffs, dreimal reichte es sogar fürs Halbfinale, zudem spielten sie mehrmals in dieser Zeit in europäischen Wettbewerben.
Nachdem sich Quakenbrücks Großsponsor Günter Kollmann im Mai 2015 zum Rückzug entschied und die Dragons damit aus der BBL verschwanden, endete auch Meilwes Engagement in der Kleinstadt zwischen Osnabrück und Cloppenburg. "Trier ist eine Stadt mit viel Basketball-Tradition. Nachdem, was hinter dem Club liegt, steht uns hier allerdings weiterhin ein Aufbaujob bevor", sagt der gebürtige Hannoveraner, der in Künzelsau Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Sportmanagement studiert hat.
An der Mosel hat Meilwes einen unbefristeten Vertrag unterschrieben, mit seiner Familie ist er bereits aus Oldenburg an die Mosel gezogen. "Das ist schon eine echte Lebensmittelpunkt-Verschiebung, aber ich mache keine halben Sachen", betont Meilwes.

Kommentar zum Wechsel auf dem Gladiators-Managerposten

Ein Wechsel
mit Risiken, aber...

Michael Lang verlässt die Römerstrom Gladiators Trier. "Private Gründe" führt der 50-Jährige für seinen Rücktritt an - das muss man akzeptieren, auch wenn der Führungswechsel mitten in der Saison Risiken in sich trägt: Wie reagieren Sponsoren auf den Wechsel, wie geht die Mannschaft mit der Veränderung um?

Feststeht: Mit Alexander Meilwes kommt ein Mann nach Trier, der weiß, wie das Profi-Basketballgeschäft funktioniert. Aus dem Umfeld seines alten Clubs, den Artland Dragons Quakenbrück, ist viel Positives über den 34-Jährigen zu hören. Meilwes, so heißt es dort immer wieder, wisse, was er wolle, habe klare Pläne. Wie ernst er seinen neuen Job an der Mosel nimmt, zeigt die Tatsache, dass er mit seiner Familie bereits in die Region gezogen ist.

Bei den Gladiators tritt er in große Fußstapfen. Michael Lang hat während seiner eineinhalb Jahre in Trier polarisiert, es gab nicht wenige, die sich durch seine Art vor den Kopf gestoßen fühlten. Doch egal, ob man ihn mochte oder nicht - sicher ist: Gemeinsam mit Geschäftsführer Achim Schmitz und Trainer Marco van den Berg hat Lang aus dem Club einen sowohl sportlich als auch wirtschaftlich konkurrenzfähigen ProA-Ligisten gemacht. Zudem hat er sein Amt stets mit Transparenz ausgeführt, ist auch dann an die Öffentlichkeit getreten, wenn die Zeiten wie im Herbst 2015 finanziell katastrophal schlecht waren. Das muss auch unter Meilwes so bleiben.
m.fritzen@volksfreund.de