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Basketball: Gladiators-Manager Michael Lang im Saisonabschluss-Interview

Die drei Macher der Gladiators Trier: Geschäftsführer Achim Schmitz (links), Manager Michael Lang (Mitte) und Trainer Marco van den Berg nach dem Playoff-Einzug im März.
Die drei Macher der Gladiators Trier: Geschäftsführer Achim Schmitz (links), Manager Michael Lang (Mitte) und Trainer Marco van den Berg nach dem Playoff-Einzug im März. FOTO: Sebastian Schwarz
Trier. Wenige Tage nach Saisonende spricht Michael Lang, Manager von Basketball-Zweitligist Gladiators Trier, im Interview mit TV-Redakteur Marek Fritzen über den Saisonverlauf, Abgänge, Planungen im Jugendbereich sowie den Etat für die kommende Saison.

Ihre erste Saison in Trier ist vorbei: Was werden Sie vermissen, wenn Sie Trier in ein paar Tagen für ein paar Wochen verlassen?
Michael Lang: Da sind zwei Sachen: Erstens werde ich die Fans vermissen. Wir haben mit den Monaten ein sehr gutes Verhältnis aufgebaut, viele kommen in der Geschäftsstelle vorbei, man quatscht ein bisschen, tauscht sich aus. Das gefällt mir. Zweitens: Natürlich werde ich die Spieler vermissen, die hier durch die Geschäftsstelle laufen und einen fragen, weil es hier ein Problem gibt, da etwas fehlt oder mal ein Strafzettel ins Haus geflattert ist (lacht).

Herr Lang ihre erste Saison als Manager in Trier ist vorüber - inwieweit war die Zeit seit Juli 2015 eine Besondere für Sie?
Lang: (Überlegt) Also … leicht war es nicht. Ich würde es mit meinem ersten Jahr bei Berlin Thunder (Lang arbeitete von 1998 bis 2005 als General-Manager beim Football Club Berlin Thunder) vergleichen, da war es ähnlich stressig. Von der Arbeitszeit her war es hier aber sicher noch ein wenig mehr.
Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in der Geschäftsstelle bis Mitte Dezember an einem Abend mal vor 22 Uhr hier rausgegangen sind. Und ich kann mich auch nicht erinnern, dass hier einer nach sieben Uhr am Morgen angefangen hat - das war schon hart für uns alle. Es hat aber auch unheimlich viel Spaß gemacht. Das Jahr kann uns keiner mehr nehmen.

Haben Sie mal überlegt, die Brocken hinzuschmeißen?
Lang: Nein.

Was haben Sie vor Saisonbeginn gedacht, könnte mit dem Team sportlich möglich sein?
Lang: Marco van den Berg hat mir immer das Gefühl gegeben, dass er genau weiß, was er tut. Er hatte immer einen Plan, den er gegen alle Widerstände durchgezogen hat. Ich habe mich von vornherein auf eine sportlich gute und ruhige Saison eingestellt - und ich wurde nicht enttäuscht.

Am Ende hat es fürs Halbfinale gereicht - wie lautet Ihr sportliches Fazit der Saison?
Lang: Ab dem Zeitpunkt als wir im Playoff-Viertelfinale gegen Kirchheim standen, hatten wir alles erreicht, was wir uns vorstellen konnten. Ich freue mich sehr, dass wir so weit gekommen sind und den Fans in den Playoffs noch mal zwei spannende Heimspiele bieten konnten.

Wäre ein Aufstieg zu früh gekommen?
Lang: Mit Sicherheit.

Mit Smit, Eggleston, Spearman, Schmitz und Dietz plus Coach van den Berg bleiben sechs wichtige Säulen auch nach dem Sommer in Trier - gibt es weitere Personalien zu vermelden?
Lang: Marco van den Berg hat genaue Vorstellungen, welche Spieler gut ins Team passen. An Verstärkungen arbeiten wir seit Wochen unter Hochdruck. Da wird es sicher in den nächsten Wochen etwas zu vermelden geben.

Gladiator Sebastian Herrera macht nächstes Jahr in Trier sein Abitur am Max-Planck-Gymnasium - das heißt, er spielt auch in der kommenden Saison definitiv für die Gladiators - richtig?
Lang: Genau, Herreras Vertrag gilt auch für die kommende Saison.

Wie sieht es mit Flügelspieler Marian Dahlem aus?
Lang: Er wird in Köln studieren und den Club somit verlassen.

Gibt es denn bereits Neuzugänge zu vermelden?
Lang: Nein, allerdings steht bereits fest, dass es ab der neuen Saison einen hauptamtlichen Co-Trainer geben wird, der Marco van den Berg unterstützen und im Jugendbereich tätig sein wird. Wer das ist, kann ich noch nicht sagen.

Kommen wir zum Finanziellen: Da gab es in der abgelaufenen Saison immer wieder Wasserstandsmeldungen. Wie sieht es nun nach Saisonende aus?
Lang: Wir haben die Saison finanziell relativ sauber beendet. Das heißt: Wir rechnen mit einem Minus von 20.000 Euro zum Ende des Geschäftsjahres im Juni.

Wie problematisch ist das?
Lang: Gar nicht, das sind keine offenen Rechnungen, die bis Ende Juli oder August bezahlt werden müssen. Die 20.000 Euro sind langfristige Verbindlichkeiten - Spielergehälter, Autos oder Wohnungen berührt das alles nicht. Wir können jede Rechnung bezahlen.

Inwieweit wird der Etat der abgelaufenen Saison (1,1 Millionen Euro) zur neuen Saison gesteigert?
Lang: Ziel ist es, den Etat ein wenig anzuheben. Aber es wird keine Explosion geben. Wir werden in der neuen Saison keinen Etat von 1,7 oder 1,8 Millionen Euro haben. Es ist ganz wichtig, dass wir sehr solide wirtschaften, so wie wir es in dieser Saison auch getan haben.

Mit welchem Zuschauerschnitt planen Sie in der kommenden Saison?
Lang: Ganz ehrlich, ich würde gerne wie in der abgelaufenen Saison bei 1800 bleiben. Wir können nicht sagen, ,das läuft alles so fein, jetzt gehen wir einfach auf 2400 Zuschauer pro Spiel hoch und planen das im Budget ein‘ - wir müssen realistisch bleiben. Da bleiben wir lieber bei 1800 und ich freue mich, wenn der Schnitt doch höher liegt.

Sie haben eben - im Hinblick auf den neuen Co-Trainer - bereits den Jugendbereich angesprochen. Wie geht es da in Zukunft weiter?
Lang: Bisher war der TBB e.V. für den Nachwuchsbereich zuständig. Dazu gehörte das JBBL-Team, das Regionalligateam plus weitere Jugendteams. Dieser TBB e.V. wird ab Sommer in einen Gladiators e.V. übergehen. Die Gladiators werden die Jugendarbeit übernehmen.

Warum ist das so?
Lang: Weil wir denken, dass das am besten unter unserem Dach laufen sollte, um die jungen Spieler am besten unterstützen zu können.

In den letzten Wochen war vermehrt von finanziellen Problemen des TBB e.V. zu hören - ist da etwas dran und in wieweit ist das auch ein Grund dafür, dass aus dem TBB e.V. ein Gladiators e.V. wird?
Lang: Ich kann über finanzielle Schwierigkeiten des TBB e.V. nichts sagen, weil ich damit nicht befasst war. Die Zusammenarbeit hat aus unsere Sicht immer reibungslos geklappt. Ab der kommenden Saison werden wir nun mit dem neuen Gladiators e.V. starten.

Wird es auch ein NBBL-Team im Gladiators e.V. geben?
Lang: Nein, es wird ein JBBL-Team und ein Regionalligateam geben sowie mehrere Jugendmannschaften in Kooperation mit dem einen oder anderen Stadtverein. Was ein NBBL-Team betrifft: Die DJK/MJC Trier plant, ein NBBL-Team in die Qualifikation zu schicken. Für uns ist das finanziell nicht möglich, es passt nicht in unser Budget, da wir durch ein JBBL- und ein Regionalligateam bereits bei zusätzlich 80.000 Euro pro Jahr an Kosten zu tragen haben.

80.000 Euro zusätzlich - wie sehr wird das den Verein belasten?
Lang: 80.000 Euro sind 80.000 Euro. Aber das ist zu stemmen, in den vergangenen sechs Wochen haben wir von den 80.000 Euro bereits 17.000 Euro aufgetrieben.

Wann starten die Spieler wieder ins Training?
Lang: Am 7. August ist Trainingsbeginn. Die Geschäftsstelle wird den gesamten Sommer über täglich zwischen 10 bis 18 Uhr geöffnet sein.