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Basketball: Gladiators Trier besiegen Nürnberg und stehen in den Playoffs

Basketball: Gladiators Trier besiegen Nürnberg und stehen in den Playoffs

Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier hat sein letztes Hauptrunden-Heimspiel am Samstagabend mit 81:67 (46:35) gegen Nürnberg vor der Saison-Rekordkulisse von 3055 Zuschauern gewonnen. Durch die Paderborner Niederlage am Freitagabend in Köln hatten die Gladiators die Play-off-Qualifikation schon vor Spielbeginn sicher.

 Gemeinsam für den Heimsieg gegen Kirchheim: die Spieler der Römerstrom Gladiators Trier.
Gemeinsam für den Heimsieg gegen Kirchheim: die Spieler der Römerstrom Gladiators Trier. Foto: Sebastian Schwarz

Am Ende ist es eine große Party in der Arena Trier. Nach dem 81:65 (46:35)-Heimsieg der Römerstrom Gladiators Trier am Samstagabend gegen die Nürnberg Falcons liegen sich Fans und Zuschauer in den Armen.

Was sollte auch schiefgehen? Die Playoff-Qualifikation hatte Trier nach dem Kölner Sieg am Freitagabend gegen Paderborn auf dem Sofa eingetütet. Die Halle mit 3055 Zuschauern voll wie noch nie in dieser Saison und dann noch ein Gegner, für den es um gar nichts mehr geht.

Es roch nach einem wahren Basketball-Gala-Dinner in der Arena Trier. Doch was die Zuschauer da zusehen bekamen, war über weite Strecken basketballerische Magerkost. Auch wenn Trier am Ende verdient gewinnt, muss sich die Mannschaft in den am 7. April startenden Playoffs noch deutlich steigern, will sie dort Erfolge feiern.

Triers Trainer Marco van den Berg sagt nach der Partie: "Wir sind gut gestartet, aber von der Bank kam bei uns heute einfach zu wenig - mit Ausnahmen von Johannes Joos, Thomas Grün defensiv und teilweise Sebastian Herrera." Das sei ein Grund dafür gewesen, warum sein Team im zweiten Viertel plötzlich den Faden verlor.

Dazu später mehr. Erst mal fängt alles richtig gut an für das Heimteam. Es ist wie so oft zuletzt in den Heimspielen: Von Beginn an fliegen dem Gegner die Bälle um die Ohren, Trier spielt schnell, Trier lässt den Ball gut laufen und Trier nimmt einen Dreier nach dem anderen. Während die Trefferquote bei der Pleite in Essen vergangene Woche noch unterirdisch war, fällt gegen den Tabellen-12. aus Franken am Samstagabend fast alles in den Anfangsminuten.

Nach einem verwandelten Mitteldistanzwurf von Jermaine Bucknor liegen die Gladiatoren nach sieben Minuten mit 16 Punkten vorne (23:7). Die mit einem Mini-Kader (acht Spieler) angereisten Nürnberger wissen nach dem ersten Viertel nicht mehr, wo ihnen der Kopf steht (31:13 aus Trierer Sicht).

Dem Team von Trainer Ralph Junge ist anzumerken, dass es für sie um nichts mehr geht. Der Coach wird nach der Partie zu diesem Spielabschnitt sagen: "Auf dem Freiplatz daheim in Nürnberg wird mit mehr Intensität gespielt, als wir es im ersten Viertel getan haben."
Trier dagegen hat die Intensität, setzt die Gäste immer weiter unter Druck. Denn auch wenn die Playoffs durch den Kölner Sieg am Freitag gegen Paderborn schon eingetütet sind, geht's für die Jungs von der Mosel noch darum, in der Tabelle nach oben zu klettern - was auch gelingt, wie nach dem Spiel bekannt wird.

Nach den ersten zehn Minuten deutet alles auf einen Kantersieg hin, doch als der Halbzeitpfiff ertönt, hält sich die Freude beim Trierer Trainerteam sichtlich in Grenzen. Marco van den Berg und Christian Held bleiben minutenlang sitzen, van den Berg ruft kopfschüttelnd Sebastian Herrera zu sich, gibt ihm auf dem Weg in die Kabine erste Anweisungen.

Denn was er da in den zehn Minuten zuvor gesehen hat, kann dem Coach nicht gefallen haben: Trier spielt ein schlechtes zweites Viertel. Wer gedacht hatte, die Gastgeber würden die Partie bereits zur Pause entscheiden, wird enttäuscht. Auf elf Punkte ist der Vorsprung zur Halbzeit zusammengeschmolzen (46:35). Mit 22:15 entscheiden die Nürnberger das zweite Viertel für sich. Das liegt zum einen daran, dass das Team von Trainer Ralph Junge plötzlich deutlich aggressiver verteidigt und offensiv deutlich besser trifft. Das liegt aber auch daran, dass Trier bis zur Pause keinen einzigen Dreier mehr trifft und sich gleich mehrere Ballverluste leistet, die zu Nürnberger Punkten führen.

Und dann, nach der Pause, wird alles besser? Nein, im Gegenteil. Es wird noch schlechter. Zwar trifft Jermaine Bucknor kurz hintereinander zwei Dreier für die Jungs in Grün, doch dann kommt Nürnberg, geht nach einem Dreier des starken Diante Watkins kurz vor dem Viertelende sogar in Führung (57:58 aus Trierer Sicht). Nur 13 Trierer Punkte im dritten Viertel sagen alles. Offensiv ist das zu wenig: schlechte Trefferquote, wenig Zug zum Korb. Nürnberg ist plötzlich das bessere Team. Mit einer knappen Gladiators-Führung geht's ins letzte Viertel (59:58).

Hier zeigt das van-den-Berg-Team dann wieder sein Playoff-Gesicht. Die letzten zehn Minuten gehen klar an Trier. Die Gladiators steigern sich merklich, treffen ihre Würfe von außen, spielen mehrere gute Angriffe zu Ende und Nürnberg kann nicht mehr, ist stehend k.o. Ein Dreier des wieder einmal starken Simon Schmitz zum 70:61 macht den Deckel drauf. Die Partie ist durch. Die kleine Rotation der Franken macht sich bemerkbar. Dem Schlussspurt der Gladiators haben die Gäste nichts mehr entgegenzusetzen. So gewinnt Trier am Ende verdient aber mühsam.

Das interessiert die gut 3000 Zuschauer nach Abpfiff nicht mehr. Hauptsache gewonnen, lautet da das Motto. Nach Spielende steigt die große Fanparty in der Arena mit Team und Gladiators-Verantwortlichen. Die Fans feiern ihr Team, die Vorfreude auf die am 7. April (auswärts) beginnenden Playoffs ist überall spürbar.

Das erste Playoff-Heimspiel steht am Sonntag, 9. April, auf dem Programm.

Ein Ergebnis aus einer anderen Pro-A-Halle lässt die Vorfreude bei den Fans Minuten nach Abpfiff noch weiter ansteigen: Denn Durch den Sieg von Baunach am Samstagabend in Gotha klettert Trier nach dem Heimsieg gegen Nürnberg sogar auf Platz sechs und würde damit in den Playoffs auf Chemnitz treffen.

Das letzte Hauptrundenspiel absolvieren die Gladiatoren am Samstag in Baunach.

Punkte Trier: Smit 3, Bucknor 15, Hennen 2, Dietz 8, Schmitz 14, Grün 0, Spearman 21, Herrera 9, Eggleston 0, Joos 9, van Zegeren 0, Maisel 0