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Basketball: Meilwes nicht mehr Gladiators-Manager - Was steckt dahinter?

Basketball: Meilwes nicht mehr Gladiators-Manager - Was steckt dahinter?

Das kommt überraschend: Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier und Manager Alexander Meilwes gehen nach nur einem Monat schon wieder getrennte Wege. Der TV hat bei den Verantwortlichen nachgehört.

Foto: RÖMERSTROM Gladiators Trier

Einer fehlt am Freitagabend in der Arena Trier. Den furiosen 69:66-Heimsieg der Römerstrom Gladiators Trier gegen die Paderborn Baskets (siehe Extra) schaut sich ein Mann nicht in der Halle an: Manager Alexander Meilwes. Wie am Rande der Partie zu erfahren ist, haben sich der 34-Jährige und der Club bereits Mitte der Woche still und heimlich getrennt. Und das, obwohl Meilwes erst Mitte Dezember mit großen Erwartungen ins Amt gestartet war. Der gebürtige Hannoveraner trat in Trier die Nachfolge von Manager Michael Lang an, der sich nach eineinhalb Jahren aus privaten Gründen aus dem Amt verabschiedet hatte.

Es herrscht Stillschweigen

"Trier ist eine Stadt mit viel Basketball-Tradition. Nachdem, was hinter dem Club liegt, steht uns hier allerdings weiterhin ein Aufbaujob bevor", sagte Alexander Meilwes bei seiner Amsteinführung am 6. Dezember 2016. Der frühere Geschäftsführer von Ex-Bundesligist Artland Dragons Quakenbrück war eigens für den neuen Job mit seiner Familie aus Oldenburg in die Region gezogen. "Das ist schon eine echte Lebensmittelpunkt-Verschiebung, aber ich mache keine halben Sachen", erklärte Meilwes im Dezember. Die Gladiators um Geschäftsführer Achim Schmitz statteten den neuen Manager mit einem unbefristeten Vertrag aus.

Wieso kommt es nun nach gut vier Wochen schon wieder zur Trennung? Über die Gründe, so erklärt Gladiators-Geschäftsführer Achim Schmitz am Sonntagnachmittag, habe man mit Alexander Meilwes "Stillschweigen vereinbart". Nur so viel verrät der 47-Jährige: "Es hat nicht so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt hatten. Daher haben wir uns in beiderseitigem Einvernehmen getrennt." Sorgen um den Club, betont Schmitz, müsse man sich allerdings nicht machen. Zwar fehlten dem Verein noch 65 000 Euro an Sponsorengeldern bis Saisonende, "aber das werden wir schaffen, auch wenn's ein harter Ritt wird".

Und was sagt Alexander Meilwes selbst zu den Hintergründen der überraschenden Trennung? Der TV erreicht ihn am Sonntag telefonisch, doch auch er verweist auf das vereinbarte Stillschweigen mit dem Club.

Von Achim Schmitz gibt's derweil noch die Information, dass Meilwes' Aufgabenfelder zunächst von Elena Przybylski übernommen werden sollen. Die 24-jährige Werkstudentin gehört bereits seit längerem zum Geschäftsstellenteam und kümmerte sich nach Schmitz' Aussage bisher unter anderem um die Buchhaltung. Am heutigen Montag will der Club die Öffentlichkeit offiziell über die Trennung informieren.

Nach TV-Informationen hat Meilwes' Abgang im wesentlichen finanzielle Gründe. Wie aus dem Club-Umfeld zu vernehmen ist, existiere aktuell eine eklatant große Lücke im Etat, wodurch der 34-Jährige keine langfristige Perspektive bei den Gladiators gesehen habe.

Fakt ist: Nach der Trennung von Judith Holthausen (Geschäftsführerin Vertrieb und Marketing) im Juli, dem Rücktritt von Manager Michael Lang und dem jetzigen Abgang von Manager Alexander Meilwes kommt der Club nicht zur Ruhe.

Meinung

Das macht nachdenklich

Sportlich läuft es aktuell rund für die Römerstrom Gladiators Trier. Aus den vergangenen sechs Spielen hat das Team von Trainer Marco van den Berg fünf Siege eingefahren - wenn es so weiterläuft, steht der Playoff-Teilnahme nichts im Wege. Das junge Team macht Spaß, begeistert die Fans.

Die guten Leistungen auf dem Feld werden in dieser Saison allerdings immer wieder durch das Chaos in der Geschäftsstelle getrübt. Nach dem kurzen Gastspiel von Geschäftsführerin Vertrieb und Marketing Judith Holthausen im Sommer, dem Rücktritt von Manager Michael Lang im Dezember folgt mit der Trennung von Manager Alexander Meilwes nun der dritte überraschende Abgang in der Führungsetage innerhalb von wenigen Monaten. Für die Außendarstellung des Clubs ist das katastrophal.

Da wird ein neuer Manager an Bord geholt, der sich bereits vor Amtsantritt in der Geschäftsstelle eingearbeitet hat. Der Verein stattet ihn mit einem unbefristeten Vertrag aus und präsentiert ihn auf einer großangelegten Pressekonferenz im Dezember. Dann, vier Wochen später, trennen sich Club und Manager still und heimlich, ohne die Öffentlichkeit zu informieren - plötzlich ist der Neue einfach nicht mehr da. Wie kann das sein in einem Proficlub?

Das alles hat nichts mit Transparenz zu tun, die der Verein nach seinem Neustart im Sommer 2015 stets propagierte. Das alles macht nachdenklich und lässt jede Menge Raum für Spekulationen. Bleibt nur zu hoffen, dass das Chaos in den kommenden Wochen nicht noch größer wird.
<strong>m.fritzen@volksfreund.de