Basketball: Nach sechs Auswärtsniederlagen in Folge reist Trier heute zum Tabellenzweiten

Basketball: Nach sechs Auswärtsniederlagen in Folge reist Trier heute zum Tabellenzweiten

Kirchheim - da war doch was? Nach der 53:77-Packung in Chemnitz aus der Vorwoche wartet nun das nächste schwere Auswärtsspiel auf Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier. Am Samstag geht’s zum Tabellenzweiten Kirchheim Knights (19.30 Uhr). Dabei gibt es drei Fakten, die den Trierern Mut machen könnten.

Trier. Vielleicht hilft in diesen sportlich schwierigen Tagen einfach mal der Blick zurück. Simon Schmitz hat ihn schon gewagt, mehrmals, gemeinsam mit seinen Teamkollegen. "Wir haben in dieser Woche im Team schon darüber gesprochen", erzählt der Aufbauspieler von Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier. Was der 26-Jährige meint? Den 19. Februar, den 8. April und den 12. April 2016. Dreimal haben die Gladiatoren in der vergangenen Saison bei Ligakonkurrent Kirchheim Knights gespielt - zweimal in den Playoffs und einmal in der Hauptrunde - dreimal haben sie gewonnen. "Das sind schöne Erinnerungen", gesteht Schmitz, "Kirchheim wird sicher auch daran denken, dass sie gegen uns in der letzten Saison zu Hause kein Spiel gewinnen konnten - wir werden alles dafür tun, dass das auch in dieser Saison so bleibt".

Nach sechs Auswärtsniederlagen nacheinander und zuletzt drei deutlichen Packungen in Hanau (53:78), Crailsheim (58:76) und Chemnitz (53:77) gibt es sicherlich leichtere Spiele, um Selbstvertrauen zu tanken als beim Tabellenzweiten. Doch genau dort, bei den Kirchheim Knights, treten die Gladiators am Samstagabend (19.30 Uhr/ www.sportdeutschland.tv ) an.

Zwölf Spiele hat das Team von Trainer Michael Mai in dieser Saison absolviert, elf gewonnen, nur auswärts in Gotha mussten sich die Schwaben geschlagen geben. Obwohl die Knights mit Richard Williams (Köln) und Besnik Bekteshi (Vechta) zwei Leistungsträger der Vorsaison ziehen lassen mussten, hat Coach Mai wieder eine starke Truppe zusammengestellt. Herausragend dabei die beiden Amerikaner Carrington Love und Jonathon Williams.
"Kirchheim ist wie schon im letzten Jahr ein sehr physisch agierendes Team", weiß Simon Schmitz, "sie haben immer viele Aktionen direkt unterm Korb". Arbeit unterm Korb - ein Punkt, mit dem sich auch die Gladiators unter der Woche intensiv beschäftigt haben, wie Trainer Marco van den Berg berichtet. "Wir haben an Pick-and-Roll-Aktionen und am Post-Up gearbeitet." In den vergangenen Spielen hatte es Trier zu oft von der Dreierlinie versucht, speziell in den Auswärtspartien meist erfolglos - so lag die Dreierquote in Chemnitz bei mickrigen 23 Prozent (7 von 30). "Man muss aber auch sagen, dass wir den Ball in den letzten Spielen immer wieder unter den Korb gebracht haben", betont der Coach, "doch das Problem war: Wir haben die Bälle unterm Korb nicht reingemacht, haben einfache Bälle danebengelegt". Er sei sich allerdings sicher, so van den Berg, dass sich sowohl die Zweier- als auch die Dreierquote in den kommenden Spielen deutlich verbessern werde. Ziel sei es, deutlich öfter zum Korb und mehr Fouls zu ziehen.
Eggleston fehlt


Nichtsdestotrotz sind die Niederlagen der vergangenen Wochen nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. "Momentan", so gesteht der 52-Jährige, "erlebe ich die schwierigste Phase meiner bisherigen Trierer Zeit, das kann man schon sagen - aber wir kriegen das hin, da bin ich mir sicher".

Das Team, so ist zu hören, steht trotz der sportlichen Krise hinter seinem Trainer - das Verhältnis scheint intakt. Unter der Woche traf sich die Mannschaft zu einem Austausch ohne den Coach. Drei Stunden lang saßen die Spieler zusammen, um zu beraten, wie man auswärts ab sofort geschlossener und aggressiver auftreten kann. Es sei, so heißt es aus Mannschaftskreisen, ein konstruktives Gespräch gewesen.
Fehlen wird in Kirchheim erneut Jack Eggleston. Der 27-Jährige laboriert nach wie vor an einem Muskelfaserriss in der Wade. mfr