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Basketball: Römerstrom Gladiators unterliegen Chemnitz in erstem Playoff-Spiel (UPDATE mit Stimmen)

Basketball: Römerstrom Gladiators unterliegen Chemnitz in erstem Playoff-Spiel (UPDATE mit Stimmen)

Playoff-Viertelfinale Nummer eins geht an die Niners Chemnitz. Die Römerstrom Gladiators Trier haben am Freitagabend nach engagiertem Auftritt mit 70:76 (34:36) bei den Sachsen verloren. Nach der Partie gab es jede Menge Aufregung.

Das Wichtigste zuerst: es ist nichts verloren, gar nichts. Zwar haben die Römerstrom Gladiators Trier am Freitagabend Playoff-Viertelfinale Nummer eins bei den Chemnitz Niners mit 70:76 (34:36) verloren, doch schon am Sonntag gibt's die Chance zur Wiedergutmachung. "Es ist eine lange Serie, für uns ist noch alles möglich", betont Gladiators-Trainer Marco van den Berg nach der Partie. Viel mehr als der Ausgang des Spiels ärgert den Niederländer allerdings das Verhalten seines Gegenübers, Chemnitz-Trainer Rodrigo Pastore.
Dazu gleich, erst mal rein in ein turbulentes Spiel: Dazu gleich, erst mal rein in ein turbulentes Spiel:

Trier startet stark in die Partie. Die Gladiatoren lassen sich weder von der feindseligen Atmosphäre und den gellenden Pfiffen beeindrucken, die den Gästen von der Mosel bei fast jedem Angriff von den Tribünen in der Chemnitzer Richard-Hartmann-Halle aus entgegenschallen, noch vom Tabellendritten aus Sachsen auf dem Feld.

Frech und aggressiv agiert das Team von Trainer Marco van den Berg, liegt in den ersten zehn Minuten kein einziges Mal zurück. In aller Ruhe suchen die ganz in schwarz-gekleideten Trierer in der Offensive den freien Mann, spielen sehr überlegt. Ist der offene Wurf gefunden, fallen die Bälle häufig. Ganz stark dabei: Sebastian Herrera und Simon Schmitz. Mit starker Übersicht und guter Trefferquote sorgen die beiden dafür, dass die Gladiatoren im zweiten Viertel auf zehn Punkte davonziehen (28:18).

Vor der Partie hatte eine sächsische Lokalzeitung die Gladiators als "das unfairste Team der Liga" bezeichnet, aufgrund ihrer harten Gangart in der Defensive. Wie aus Mannschaftskreisen zu hören ist, hatte der Artikel für Heiterkeit im Team gesorgt - und vielleicht auch für einen Schuss extra Motivation? Fakt ist jedenfalls: Trier bleibt seiner Linie aus der Saison treu, verteidigt wieder mal sehr gut und lässt die Chemnitzer Schlüsselspieler Joseph Lawson und Virgil Matthews lange nicht ins Spiel kommen.

Kilian Dietz, Jack Eggleston und Joe van Zegeren und Jermaine Bucknor sorgen dafür, dass beide bis zur Pause nur auf gemeinsam acht Punkte kommen.

Dass die Gladiatoren dann doch mit einem knappen 34:36-Rückstand in die Pause gehen, liegt zum einen daran, dass die Chemnitzer plötzlich anfangen, ihre Würfe aus von der Dreierlinie zu treffen (Craig Bradshaw und Michael Fleischmann) und daran, dass Trier plötzlich von seiner Linie abkommt. Vorne fällt nur noch wenig und hinten lassen die Römerstädter zu viele einfache Punkte zu.

Nach der Pause dreht Chemnitz auf, zieht schnell auf zehn Punkte davon (42:52 aus Trierer Sicht). Bei Trier läuft nicht mehr viel. Hinzu kommt, dass Brandon Spearman nicht bei 100 Prozent ist, weil er sich beim Aufwärmen den Zeh verstaucht hat. Trier lässt in der Defensive viele einfache Körbe zu und vergibt in der Offensive zu viel, darunter wichtige Freiwürfe. Weil die Sachsen weiterhin viel von außen treffen, geht's mit einem 13-Punkte-Rückstand ins letzte Viertel (46:59).

Trier gibt sich nicht in den letzten zehn Minuten nicht auf, kämpft aufopferungsvoll, kommt mit einem 10:0-Lauf nochmal auf vier Punkte heran (56:60). Am Ende reicht es allerdings nicht mehr ganz zum Auswärtssieg, zu groß war der Chemnitzer Vorsprung. Doch diese Leistung der Gladiatoren macht Mut für das zweite Spiel am Sonntag, 9. April, in der Arena Trier (17 Uhr).

Ob sich Triers Trainer Marco van den Berg und Chemnitz-Coach Pastore dort die Hand geben werden, darf bezweifelt werden. Denn nachdem Pastore bereits vor dem Freitagsspiel in einer sächsischen Lokalzeitung - wie oben bereits erwähnt - gegen die Gladiators gestichelt und sie als Team dargestellt hatte, das sehr hart und manchmal auch über dem Limit agiere - "wenn es die Schiedsrichter erlauben", konterte Triers Trainer van den Berg am Freitagabend im Gespräch mit dem TV: "Wir spielen hart, ja, aber wir spielen niemals unfair. Wir haben in dieser Saison bisher nur ein Technisches Foul kassiert - den Spieler, der es kassierte, haben wir dafür bestraft. Wir haben die wenigsten Unsportlichen Fouls in der Liga und bisher kein Disqualifizierendes."

In seinem Team gebe es eine klare Vorgabe: "Wir spielen hart, aber dreckiges Spiel gibt's nicht." Unsportliches Verhalten habe er dagegen am Freitagabend von Rodrigo Pastore gesehen, dem Trainer der Sachsen. "Er hat von Beginn an versucht, das Publikum mit Gesten anzustacheln, das finde ich nicht gut, und das habe ich ihm auch gesagt." Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel würdigte der Argentinier van den Berg keines Blickes.

Punkte Trier: Schmitz 18, Bucknor 6, Spearman 6, Grün 0 , Dietz 3, Herrera 16, van Zegeren 6, Smit 5, Joos 6, Eggleston 4, Coro 4