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Basketball: TBB Trier verliert Heimspiel gegen Bamberg - Baskets Trainer Trinchieri sorgt für Aufsehen

Basketball: TBB Trier verliert Heimspiel gegen Bamberg - Baskets Trainer Trinchieri sorgt für Aufsehen

61:74 (29:40): Das Team von Trainer Henrik Rödl hat gegen die Brose Baskets Bamberg die dritte Saisonniederlage kassiert. Das Spitzenteam aus Franken war eine Nummer zu groß für die Moselstädter. Für Aufsehen sorgte Bambergs Trainer Andrea Trinchieri.

Der Bart? Akkurat gestutzt. Die Brille? Modisch. Der Anzug? Sitzt wie angegossen - klar der Mann kommt aus Mailand. Und das Temperament? Feurig. Andrea Trinchieri ist seit dem Sommer Trainer der Brose Baskets Bamberg und seine Show an der Seitenlinie ist eine wahre Freude für jeden Basketballfan. Wie das aussieht, haben die 3598 Zuschauer am Samstagabend bei der 61:74 (29:40)-Heimniederlage der TBB gegen die Franken in der Arena Trier erleben dürfen. Wie ein Dirigent der Mailänder Philharmoniker agierte Trinchieri von der ersten Minute an der Seitenlinie. Hätte die Hallenregie dem Ganzen klassische Musik unterlegt - das Opern-Gefühl wäre perfekt gewesen. Winken, springen, Kopfschütteln und immer wieder die Hand in den langen schwarzen Haaren - und das alles permanent außerhalb der Coaching-Zone - der Italiener lebt den Basketball. Dabei verlief die gesamte Partie nach dem Geschmack des Italieners. Zwar lag die TBB schnell mit 5:0 vorne, danach jedoch hatte das Spitzenteam aus Franken das Spiel im Griff. Die Trierer, bei denen Vitah Chikoko trotz Ellbogenprellung mitwirken konnte, verlor nach dem guten Start die Kontrolle über das Spielgeschehen. Gegen die starke Bamberger Mann-gegen-Mann-Verteidigung fand das Team von Trainer Henrik Rödl zu selten eine Lösung. So ging das erste Viertel mit 26:20 an die Baskets. Auch im zweiten Viertel ein ähnliches Bild: Bamberg verteidigte hinten aggressiv und spielte seine Angriffe vorne konzentriert zu Ende. So bauten die Gäste den Vorsprung bis zur Halbzeit auf elf Punkte aus (40:29). Daran hatte vor allen Dingen US-Amerikaner Ryan Thompson mit 15 Punkten einen großen Anteil. Trier wirkte speziell in der Offensive gehemmt. Neun Punkte im zweiten Viertel waren viel zu wenig, um den Titelanwärter ins Wanken zu bringen. Lediglich Mathis Mönninghoff hielt mit acht Punkten bis zum Seitenwechsel ordentlich dagegen. Alles also ziemlich entspannt für Baskets-Coach Andrea Trinchieri, oder? Von wegen: Der 47-Jährige drehte jetzt erst so richtig auf. Immer wieder Diskussionen mit den Schiedsrichtern und mit den eigenen Spielern - der Puls des ehemaligen griechischen Nationaltrainers kratzte an der Maximalzahl. Wer nach der Pause auf eine bessere TBB-Vorstellung gehofft hatte, wurde enttäuscht: Die Moselstädter spielten sehr unkonzentriert. Einfache Punkte wurden vergeben, mehrere Ballverluste reihten sich aneinander und in der Defensive schauten die Trierer immer wieder nur zu, während die Gäste zeitweise auf 17 Punkte davonziehen konnten. Erst gegen Ende des dritten Viertels sorgte Neuzugang Marko Lukvoic mit mehreren guten Aktionen dafür, dass der Rückstand auf zehn Punkte (46:56) verkürzt werden konnte. Die Fans in der Arena schöpften nochmal Hoffnung. Doch nach einer gepfefferten Ansprache von Trinchieri in der Viertelpause, brachten die Baskets die Führung im letzten Viertel überlegen ins Ziel und gewannen am Ende verdient mit 61:74. Dirigent Trinchieri hatte seine Musikanten zum vierten Saisonsieg geführt und bewies im Anschluss auf der Pressekonferenz, dass er nicht nur Ahnung von Basketball hat, sondern auch Humor besitzt: Auf die Frage nach seinem Getränkewunsch erklärte er trocken: "Einen Mojito, bitte", um danach laut lachend eine Cola zu bestellen. Die TBB steht nun nach zwei Siegen und drei Niederlagen auf Platz neun. Am kommenden Wochenende tritt das Team bei Aufsteiger Crailsheim an. TBB-Punkte: Anderson (11), Mönninghoff 11, Chikoko 13, Lukovic (8), Schmidt (3), Harris (4), Bucknor (8), Canty (2), Vrabac (1)