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Basketball: Trier setzt Ausrufezeichen und schlägt Heidelberg mit 84:46 (38:24)

Basketball: Trier setzt Ausrufezeichen und schlägt Heidelberg mit 84:46 (38:24)

Das ist deutlich: Basketball-Zweitligist Römerstrom Gladiators Trier hat MLP Heidelberg am Samstagabend mit 84:46 (38:24) geschlagen. Vor 1777 Zuschauern zeigt Trier eine ganz starke Leistung und fügt Heidelberg die erste Saisonniederlage zu.

Brandon Spearman hatte es erwischt unter der Woche. Jack Eggleston auch, genau wie Joey van Zegeren. Halsschmerzen, Schnupfen, Husten - das übliche Erkältungsprogramm. Eggleston musste sich gar einen Wasserkocher bei Gladiators-Pressesprecher Stefan Kölbel leihen, um sich einen Tee nach dem anderen zu kochen. Der Plan: möglichst schnell gesund werden, um gegen Heidelberg auf dem Feld stehen zu können. Egglestons Tees müssen überragend gewesen sein, denn das, was der US-Amerikaner (acht Punkte, fünf Assists, sieben Rebounds) und seine Kollegen am Samstagabend gegen den bislang ungeschlagenen Tabellenführer MLP Academics Heidelberg zeigen, ist über weite Strecken überragend - von Erkältungssymptomen keine Spur.

Mit 84:46 (38:24) deklassiert das Team von Trainer Marco van den Berg die Kurpfälzer und setzt damit ein deutliches Ausrufezeichen in der zweiten Bundesliga.

"Es ist toll zu sehen", sagt Triers Trainer Marco van den Berg nach dem Spiel, "dass wir gegen eine solch defensiv-starke Mannschaft bestehen können -man muss aber auch zugeben, dass wir einige ziemlich verrückte Dreier getroffen haben, wir haben uns in einen Rausch gespielt, dann klappte fast alles".

Verantwortlich für den Rausch ist vor 1777 Zuschauern unter anderem Brandon Spearman. Der US-Amerikaner spielt zeitweise wie entfesselt, hämmert den Gästen 24 Punkte in den Korb, versenkt drei von vier Dreiern und peitscht das Publikum immer wieder an. "Bei Brandon wird man pro Spiel mindestens dreimal verrückt", sagt van den Berg mit einem Augenzwinkern, "aber seine Leistung war top".

Trier ist von Beginn an das dominierende Team, führt nach der ersten Halbzeit (38:22). Obwohl die Gäste Größenvorteile besitzen, dominieren die Gladiatoren die Bretter, gewinnen das Rebound-Duell klar. Trier agiert in der Defensive mit hoher Intensität. Eggleston, Ryan Nicholas und der starke Joey van Zegeren (12 Punkte) nehmen den bundesliga-erfahrenen Heidelberger Phillipp Heyden in der Verteidigung über weite Strecken aus dem Spiel. Auch der unermüdliche Kämpfer Kevin Smit - dem offensiv nicht viel gelingt - ist in der Defense eine wichtige Stütze.

Nach der Pause gelingt es den bisher ungeschlagenen Heidelbergern, nochmal heranzukommen (38:31). Trier findet in dieser Phase viel zu selten den direkten Weg zum Korb, versucht es von außen und trifft zu selten. Doch nach fünf Minuten im dritten Viertel beginnt dann die Phase, in der plötzlich alles gelingt. Unmögliche Pässe kommen an, Dreier fallen aus allen Lagen rein, und jeder Dunking sitzt. Heidelberg hat keine Antwort mehr. Ein krachender Dunking von Triers Luxemburger Thomas Grün zu Beginn des letzten Viertels zum 61:39 ist die Entscheidung - die Halle tobt. "Wir wären", sagt Heidelbergs Trainer Branislav Ignjatovic später, "heute besser zu Hause geblieben. Das war eine der schwersten Niederlagen, die ich mit Heidelberg je erlebt habe".

Triers Trainer van den Berg dagegen bremst die Euphorie um seine Mannschaft: "Ich bin zufrieden, aber es war nicht alles gut, wir dürfen jetzt nicht übertreiben. Wir hatten 14 Ballverluste, das ist zu viel. Aber ich sage seit Wochen: Bei uns wächst was zusammen, es braucht Zeit, aber wir werden noch viel Spaß an dem Team haben."

Am Sonntag, 16. Oktober, tritt Trier bei den Dresden Titans an.

Statistik:
Eggleston 8, Spearman 24, Herrera 10, Schmitz 9, Ryan 7, Smit 0, van Zegeren 12, Grün 7, Joos 2, Dietz 0, Maisel 5, Hennen 0 - Beste Werfer Heidelberg: Hall 12, Heyden 11, White 12 - Viertelstände: 21:14/38:24/56:36/84:46 - Zuschauer: 1777