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Basketball: Wenn der Gegner plötzlich Fragen stellt

Basketball: Wenn der Gegner plötzlich Fragen stellt

Beim 87:72-Auswärtssieg in Kirchheim zeigen die Römerstrom Gladiators Trier einen starken Auftritt und beeindrucken das Heimteam.

Simon Schmitz muss lachen, als er die Geschichte am Sonntagmittag erzählt. Die Anekdote hat sich wenige Stunden zuvor am Samstagabend in der Kirchheimer Basketballhalle Stadtmitte abgespielt. Dort, wo Kapitän Schmitz mit seinen Römerstrom Gladiators Trier den ersten Saisonsieg der neuen Zweitliga-Spielzeit gefeiert hat - 87:72 (41:32) hieß es am Ende gegen die Kirchheim Knights.

Sieben Minuten, so erzählt es Simon Schmitz, seien gespielt gewesen, als sich Kirchheims Aufbauspieler Corban Collins und Charles Barton während einer kurzen Spielunterbrechung verzweifelt an ihn gewandt hätten.

"Die kamen auf mich zu und meinten, ob wir wirklich vorhätten, sie über die gesamte Spielzeit so unter Druck zu setzen", berichtet der 27-Jährige. "Ich habe denen daraufhin gesagt, dass jedes Training bei uns so aussieht."

Die US-Amerikaner Corban Collins und Charles Barton waren nicht die einzigen Spieler der Kirchheimer, denen die aggressive Ganzfeld-Verteidigung der Gladiatoren am Samstagabend zusetzte. Bis auf die Anfangsminuten - in denen die Gladiatoren den Schwaben viel zu viele Offensive-Rebounds gestatteten und in ihren eigenen Offensiv-Aktionen viel danebenlegten - war Trier klar spielbestimmend. Defensiv setzten die Gäste die beiden Spielmacher der Knights unter Druck und offensiv gab's wie schon in Spiel eins über weite Strecken temporeichen Teambasketball zu sehen.

In der Hauptrolle dabei: US-Neuzugang Kyle Dranginis. Der 25-Jährige spielte überragend, die Schwaben konnten ihn weder an seinen starken Distanzschüssen noch an seinen Zügen zum Korb hindern. "Was Kyle gezeigt hat", findet Gladiators-Trainer Marco van den Berg am Sonntag, "das war richtig großartig". 35 Punkte, zwei Assists und sechs Rebounds - so lautete Dranginis' beeindruckende Bilanz nach Spielende. "Kyle", so betont Simon Schmitz, "trifft am Ball einfach richtig gute Entscheidungen. Wenn ein Gegner sich so wie Kirchheim entschließt, ihn defensiv nicht zu doppeln, dann macht er halt auch mal 35 Punkte".

Neben Dranginis zeigte auch Schmitz ein richtig gutes Spiel. Der Kapitän, der in der neuen Spielzeit immer von der Bank kommt, und so in der zweiten Fünf für Punkte und Kreativität sorgen soll, sieht den Hauptgrund für den ersten Saisonsieg darin, dass sein Team den beiden Kirchheimer Guards "40 Minuten Feuer geben konnte". Möglich wurde dies durch die tiefe Bank der Trierer. Während Kirchheim aufgrund von Verletzungen und Krankheiten lediglich mit einem achtköpfigen Kader antreten konnte, reisten die Gladiatoren mit einem Zwölf-Mann-Kader nach Schwaben - die Möglichkeit des Durchwechselns ist ein Vorteil für das Team von Trainer van den Berg, kann der Mannschaft noch oft weiterhelfen in dieser Saison. "Es ist", so sagt Triers Trainer, "eines unserer Ziele, den Gegner zu ermüden. Das steigert unsere Chancen, die Spiele zu gewinnen".

Wie Simon Schmitz berichtet, habe die Auftaktniederlage in Vechta vor zehn Tagen im Team eine Trotzreaktion ausgelöst: "Wir haben die Köpfe nicht hängen gelassen - im Gegenteil, wir haben gesehen, dass wir jeden in dieser Saison schlagen können. Mit dieser Einstellung sind wir nach Kirchheim gefahren."

Die Gelegenheit, dem ersten Auswärtssieg den ersten Heimsieg folgen zu lassen, gibt's am kommenden Sonntag. Dann kommt Ex-Bundesligist Phoenix Hagen an die Mosel (18 Uhr/Arena Trier). "Vielleicht kommen ja direkt mal 3000 Zuschauer - das Team hätte es verdient", findet Triers Trainer.

Statistik
Trier: Alston 12 Punkte/1 Assist, Dranginis 35/2, Smit 7/5, Bucknor 3/3, Hennen 0/0, Schmikale 3/1, Schmitz 8/6, Grün 6/2, Ilzhöfer 7/1, Buntic 0/1, Joos 6/1, Milosevic 0/0