Bayern pushen die BBL - Bamberg Topfavorit

Bayern pushen die BBL - Bamberg Topfavorit

Vorhang auf für die spannendste Basketball-Saison der Geschichte! Mit Bamberg, Berlin und Bayern München greifen gleich drei Topclubs nach dem Titel. Die Liga ist voller Stars, die Hallen voll. Es wird heiß hergehen unter den Körben.

Frankfurt/Main (dpa) - Drittes Double in Serie für Bamberg, neunter Titel für ALBA Berlin oder doch ein Durchmarsch des FC Bayern München? Die Basketball Bundesliga startet am Montag in ihre 46. Saison und noch nie waren Vorfreude, Spannung und Erwartungshaltung so groß wie in diesem Jahr. Seit dem NBA-Titel von Dirk Nowitzki ist der Basketball in Deutschland in aller Munde, woran auch das vorzeitige Aus der Nationalmannschaft bei der EM in Litauen nichts ändern konnte. Vor allem der Angriff von Bayern München unter den Körben elektrisiert die Basketball-Fans im ganzen Land. „Wir können uns auf die beste Saison aller Zeiten freuen“, sagte Bayern-Coach Dirk Bauermann der Nachrichtenagentur dpa.

Der 53-Jährige ist nach dem geplatzten Olympia-Traum mit dem Nationalteam jetzt nur noch für die Bayern tätig und betreut an der Isar „das spannendste Basketball-Projekt, das es derzeit in Europa gibt“. In einer dpa-Umfrage trauen gleich zehn Club-Verantwortliche dem Aufsteiger aus der bayerischen Landeshauptstadt auf Anhieb den Titel zu. Topfavorit ist allerdings Titelverteidiger Brose Baskets Bamberg. Die Franken wurden bei der Erhebung unter allen 18 Clubs 17 Mal genannt (Mehrfachnennungen möglich), dicht gefolgt von ALBA Berlin mit 13 Stimmen. „Meister wird eine Mannschaft mit B“, ist sich Würzburgs Trainer John Patrick daher sicher.

Die beiden heißesten Titelkandidaten Bamberg und Berlin lieferten sich bereits vor dem ersten Sprungball verbale Scharmützel. ALBA-Geschäftsführer Marco Baldi hob die Franken auf den Favoritenschild und verwies auf die finanziellen Möglichkeiten der Bamberger. „Sie haben 50 Prozent mehr Etat für den Profibereich zur Verfügung als wir“, sagte Baldi. Bambergs Geschäftsführer Wolfgang Heyder konterte prompt und bezeichnete die Aussagen seines Kollegen in der „Abendzeitung“ als „Märchenstunde“.

Doch egal ob mit dem größten Etat oder nicht - der amtierende Champion hat wieder einen exquisiten Kader zusammengestellt. Der Stamm des Erfolgsteams blieb zusammen, lediglich die beiden Leistungsträger Kyle Hines und Reyshawn Terry verließen den Club. Mit den prominenten Neuzugängen P.J. Tucker, Marcus Slaughter und dem früheren Berliner Julius Jenkins haben die Baskets diese Lücken aber mehr als adäquat gestopft. Bereits in der Vorbereitung lief der Bamberger Motor wieder heiß, unter anderem wurden die Bayern beim eigenen Domreitercup mit 106:66 aus der Halle gefegt.

Bauermann lässt sich davon aber nicht beirren. „Das interessiert mich nicht, wir waren eine Halbzeit lang auf Augenhöhe“, sagte der Bayern-Coach. Durch die EM hatten er und die vier Nationalspieler Steffen Hamann, Robin Benzing, Jan-Hendrik Jagla und Philipp Schwethelm gerade einmal zwei Wochen Vorbereitung mit dem Team. Hinzu kam Anfang der Woche der überraschende Abgang des Amerikaners Sharrod Ford, dem als Center eine Schlüsselrolle zugedacht war. „Am Anfang wird es daher noch ein bisschen ruckeln bei uns“, sagte Bauermann. Die Ambitionen sind dennoch hoch. „Wir wollen unter die ersten Fünf“, sagte Bayern-Präsident Uli Hoeneß.

Bamberg-Verfolger Nummer eins ist aber ALBA. Mit DaShaun Wood, wertvollster Spieler (MVP) der Vorsaison, Kyle Weaver und Torin Francis haben die Hauptstädter drei Hochkaräter hinzubekommen. Zwar sprechen Baldi und der neue Trainer Gordon Herbert von einem „Zweijahresplan“, aber nach drei Spielzeiten ohne Meistertitel ist der Druck in Berlin wieder groß.

Hinter den großen Drei lauern die EWE Baskets Oldenburg als Geheimtipp mit vier Nennungen bei der dpa-Umfrage. Genauso interessant wie das Titelrennen wird aber auch der Kampf um die Playoff-Plätze. Frankfurt, Artland Dragons, Braunschweig, Bremerhaven, Bonn, Ulm, Ludwigsburg, Trier und der zweite Aufsteiger Würzburg melden Ambitionen an.

Für Spannung und volle Hallen ist daher gesorgt. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir erneut einen Zuschauerrekord aufstellen werden“, sagte Geschäftsführer Jan Pommer. Im vergangenen Jahr strömten erstmals mehr als 4000 Fans (4051) im Schnitt in die Hallen. Mit dem Zugpferd FC Bayern, neuen Hallen in München, Göttingen und Ulm und dem wohl ausgeglichensten Wettbewerb in Europa wird diese Bestmarke definitiv fallen.

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