BBL-Saison mit zahlreichen Nationalspielern

BBL-Saison mit zahlreichen Nationalspielern

Fast die komplette Nationalmannschaft im eigenen Land, dazu viele internationale Stars - auch ohne NBA-Champion Dirk Nowitzki steht der Basketball Bundesliga (BBL) eine Saison der Superlative bevor.

„Ich denke, wir können uns auf die qualitativ beste Spielzeit aller Zeiten freuen. Die Kader versprechen von der Papierform her einiges“, sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer der Nachrichtenagentur dpa. Besonders erfreulich: Nach Jahren der wilden Personalrochaden mit zumeist unbekannten US-Legionären dürfte auch die zumindest zum Teil praktizierte Kontinuität bei den Fans gut ankommen.

Insgesamt verzeichnete die Liga in der Sommerpause nach einer dpa-Erhebung 259 Transfers (117 Zugänge, 142 Abgänge). Das sind deutlich weniger als vor Jahresfrist (294). Die wenigsten Wechsel gab es in Ludwigsburg (vier Zugänge, drei Abgänge), die meisten bei Aufsteiger Würzburg, der ein komplett neu formiertes Team an den Start schickt (acht Zugänge, zwölf Abgänge). „Die Verbundenheit der Fans zu ihren Teams entsteht nicht in ein paar Wochen. Von daher ist es erfreulich, dass in vielen Clubs das Gerüst der Mannschaft gehalten wurde“, sagte Pommer.

Am auffälligsten sind die vielen Wechsel innerhalb der Liga: Ex-Meister ALBA Berlin warb den Fraport Skyliners Frankfurt, US-Aufbauspieler DaShaun Wood ab, den wertvollsten Spieler (MVP) der Vorsaison. Woods-Vorgänger Julius Jenkins wiederum wechselte von Berlin zu Meister Brose Baskets Bamberg. Robin Benzing, der beste deutsche Korbschütze der Liga (bisher Ulm), schloss sich dem starken Aufsteiger FC Bayern München an. Und Immanuel McElroy, in den vergangenen fünf Jahren stets zum besten Verteidiger der Liga gewählt, zog es von Berlin nach Braunschweig.

Auch fünf aktuelle Nationalspieler wechselten innerhalb der BBL den Arbeitgeber: Philipp Schwethelm (von Bremerhaven nach München), Tim Ohlbrecht (von Bonn nach Frankfurt), Johannes Herber (von Tübingen nach Frankfurt), Christopher McNaughton (von Oldenburg nach Bremerhaven) und Dominic Bahiense de Mello (von Frankfurt nach Oldenburg). Apropos Nationalmannschaft: Mit Ausnahme der beiden NBA-Stars Nowitzki und Chris Kaman sind alle Auswahlspieler in der BBL aktiv - das gab es seit dem Bosman-Urteil vor 16 Jahren nicht mehr.

Jan Jagla kehrte nach sechsjähriger Wanderschaft kreuz und quer durch Europa (zuletzt Ankara) in die BBL zurück und schloss sich dem FC Bayern an. Dort spielt auch Nationalmannschafts-Kapitän Steffen Hamann, der nach einem Jahr mit den Münchnern in der Zweitklassigkeit wieder im Oberhaus Regie führen wird. Die Bayern wollen mit vier deutschen Nationalspielern für Furore sorgen, so viele stehen bei keinem anderen BBL-Club unter Vertrag. Hinzu kommt an der Seitenlinie der nach der EM ausgeschiedene Bundestrainer Dirk Bauermann.

Ex-Nationalspieler Misan Nikagbatse versucht bei den Gießen 46ers einen Neunanfang in der BBL. In Bobby Brown (neu in Oldenburg) und Je'Kel Foster (neu in München) kehren zwei US-Aufbauspieler aus Südeuropa in die BBL zurück, die ihre ehemaligen Clubs Berlin bzw. Oldenburg zu Meisterehren geführt hatten. Auch die ebenfalls zuletzt in Italien und Spanien aktiven Adam Chubb (Oldenburg) und Marcus Slaughter (Bamberg) hatten sich einst bei ihren Ex-Clubs in Berlin bzw. Bremerhaven einen Namen gemacht.

Die aufsehenerregendsten Trainerwechsel wurden ebenfalls innerhalb der Liga vollzogen. Der Ex-Göttinger John Patrick, 2009 und 2010 zum Trainer des Jahres in der BBL gekürt, sucht bei Aufsteiger Würzburg eine neue Herausforderung. Berlin und Frankfurt nahmen gar einen Tausch vor: Der Kanadier Gordon Herbert steht künftig beim Hauptstadtclub an der Seitenlinie. Im Gegenzug wechselte der Israeli Muli Katzurin zu den Skyliners.