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Bis bald, Bundesliga! TBB Trier verabschiedet sich heute nach 25 Jahren aus der BBL - Letztes Heimspiel gegen den MBC

FOTO: Tobias Hase (g_sport
Trier. Es ist das letzte Heimspiel der Saison 2014/2015, es ist aber auch (vorerst) das letzte Spiel einer Trierer Basketball-Mannschaft nach 25 Jahren in der höchsten Spielklasse. So dürfte der Auftritt der TBB heute gegen den Mitteldeutschen Basketballclub (20 Uhr, Arena) längst kein Spiel wie jedes andere werden. Jürgen C. Braun

Philipp Lahm und Thomas Müller wechseln demnächst vom FC Bayern zur Trierer Eintracht. Fiktion? Wunschdenken? Gewiss. Aber es war auch schon mal anders, wenngleich nicht bei den Kickern. Weil, so der damalige Bayern-Manager Uli Hoeneß, "Basketball bei uns kein Thema mehr ist", und die Bayern ihre Mannschaft aus der ersten Bundesliga abmeldeten, fanden im letzten Zweitliga-Jahr des TV Germania Trier 1989 die beiden Bayern-Stars George Devone und Peter "Rookie" Reißaus den Weg an die Mosel und in den alten Betonklotz am Mäusheckerweg.

Das ist nur eine von vielen Anekdoten, wenn heute nach einem Vierteljahrhundert Stadt- und Sportgeschichte, aber auch nach einem ganzen Güllefass voller Schreckensnachrichten in den vergangenen Wochen, das barmherzige Mäntelchen des Schweigens über das Thema "Basketball-Bundesliga in Trier" gebreitet wird. Sieg oder Niederlage, Punktestände oder Prämien werden nicht mehr zur Diskussion stehen. Es wird, vor allem bei den Vertretern der "Generation Schreibmaschine" unter dem Twitter-wütigen TBB-Jungvolk, ein Abtauchen in die Glückseligkeit des letzten Augenblicks werden. Erinnerungen werden wach werden an viele Namen, die den Trierer Basketball geprägt haben: Wie etwa an Wolfgang Esser, den Aufstiegstrainer von 1990, der - Ironie des Schicksals - als Arena-Geschäftsführer heute Abend der Gastgeber zum sportlichen Leichenschmaus sein wird. Vieles, wenn nicht alles, was sich in dieser Zeit um die Herren Marsh, Belostenniy, Brown, Beck, später McKie oder Copeland - oder wie sie alle hießen, an Märchen und Mythen rankte, wird verklärt werden. Heute: die letzten vier mal zehn Minuten BBL. Wie es dann weitergeht, wird man sehen.

Diejenigen, die den Weg des TVG Trier aus der Regionalliga in den 1970ern bis zum Bundesliga-Ende mit Schrecken der TBB im Jahr 2015 begleitet haben, werden im letzten Moment vor der Schluss-Sirene Geborgenheit bei Goethes Faust suchen: "Verweile doch, Du bist so schön!"
TBB - MBC, Donnerstag, 20 Uhr. Nach dem Spiel bleibt der Thekenbereich in der Arena länger als üblich geöffnet.Extra

Nicht die Tatsache des sportlichen Abstiegs, sondern die "Art und Weise", wie er zustande kam", ist für den damaligen Aufstiegstrainer Wolfgang Esser das Traurige am Ende der Trierer Bundesliga-Ära. Dennoch sieht das Basketball-Urgestein nicht (nur) schwarz für die Zukunft. Als Spieler, Spielertrainer, Trainer und Geschäftsführer der Arena war für Esser der Basketball in Trier unter den verschiedensten Namen (TVG, Herzog-Tel, TBB) ein ständiger Wegbegleiter und ist es immer noch. Er kennt die notwendigen sportlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie kaum ein Zweiter. "In unserer geografischen Randlage muss man damit rechnen, einmal abzusteigen. Aber die Art und Weise, wie es passiert ist, stimmt ärgerlich und man fragt sich, ob das notwendig war", sagt Esser. Trier, das hätten auch die hohen Zuschauerzahlen gezeigt, tauge als Standort für Erstliga-Basketball. "Aber wir sollten uns davor hüten, zu sagen, wir gehen eben mal runter und sind in einem Jahr wieder da." Die Beispiele Gießen und Würzburg hätten aber gezeigt, dass man auch nach einem Abstieg sportlich und wirtschaftlich konsolidiert zurück kommen könne. Doch es gehe auch nicht ohne Struktur-Änderungen und die Unterstützung der Region. "Dafür fehlt mir hier die Aufbruchstimmung." jüb

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