Chancenlos, mutlos und deshalb auch punktlos

Chancenlos, mutlos und deshalb auch punktlos

Basketball-Bundesligist TBB Trier steckt weiter tief im Abstiegskampf: Beim Deutschen Meister Bayern München kassierte die Rödl-Truppe eine herbe 51:92 (25:50)-Klatsche. In fünf Tagen kommt es nun zu einem echten Big-Point-Spiel in der Arena.

München/Trier. Wieder ein Debakel, wieder in Bayern: Frank Baum hatte sie vor dem Spiel beim Deutschen Meister Bayern München noch kurz erwähnt - diese 44:84-Klatsche der TBB Trier bei den Brose Baskets Bamberg vom 15. Februar. Im Gespräch mit dem TV erklärte der sportliche Leiter des Trierer Basketball-Bundesligisten: "Ich hoffe natürlich nicht, dass wir in München ein zweites Bamberg erleben werden." Doch seit Samstagabend steht fest: Die TBB Trier hat in München ihr zweites Bamberg erlebt. Mit 51:92 (25:50) ist das Team von Trainer Henrik Rödl an der Isar untergegangen. Der Coach zeigt sich nach Spielschluss rundum bedient: "Ich bin enttäuscht, dass meine Mannschaft nicht in der Lage war, die Leistungen abzurufen, die wir zuletzt zeigen konnten." Gegen München ist nichts mehr zu sehen vom beherzten Auftreten aus der Vorwoche gegen die Telekom Baskets Bonn. Die TBB wirkt von Beginn an mutlos. Vor rund 6000 Zuschauern im Audi Dome ist klar, dass es an diesem Abend keine Überraschung geben wird. In der Verteidigung machen es die Trierer, die auf die verletzten Tony Canty und Ricky Harris verzichten müssen, den Bayern viel zu einfach. Dusko Savanovic und Center John Bryant kommen gerade in der Anfangsphase immer wieder zu einfachen Punkten. Während die aggressive TBB-Defense bei der Hinspiel-Sensation im Dezember noch der Schlüssel zum Trierer Erfolg war, wirken die Moselstädter am Samstag gerade in der Verteidigung seltsam gehemmt. In der Offensive sind es meist Einzelaktionen, die zum Erfolg führen. Herauszuheben sind dabei noch die beiden Kanadier Jermaine Bucknor und Jermaine Anderson. Es ist Bucknor, der mit Treffern von außen dafür sorgt, dass die Niederlage nicht noch höher ausfällt. Viel zu wenig kommt dagegen von Laurynas Samenas (0 Punkte), Marko Lukovic (1) und Stefan Schmidt (4). Das Spiel ist bereits zur Halbzeit entschieden (25:50). Bayern-Coach Svetislav Pesic, der seinen Vertrag bei den Bayern frühzeitig um zwei weitere Jahre verlängert hat, kann es sich leisten, den 19-jährigen Nachwuchsspieler Daniel Mayr aufs Parkett zu schicken. Zwar stabilisiert sich die TBB zu Beginn der zweiten Hälfte, das allerdings ist auch dem Schongang zuzuschreiben, den die Bayern ab dem dritten Viertel einlegen. Locker spielen die Gastgeber die Partie zu Ende, sorgen in Person von Paul Zipser und Lucca Staiger noch für einige sehenswerte Aktionen und gewinnen am Ende auch in der Höhe verdient mit 92:51. Für die TBB ist es die fünfte Pleite in Folge. Aufgrund der knappen Niederlage der Eisbären Bremerhaven zu Hause gegen Oldenburg steht das Rödl-Team weiterhin auf dem letzten Nicht-Abstiegsplatz. In fünf Tagen kommt es nun in der Arena Trier zu einem echten Big-Point-Spiel im Kampf um den Klassenerhalt: Am Samstag sind die Walter Tigers Tübingen zu Gast an der Mosel - ein Sieg für die TBB ist dabei Pflicht. Das weiß auch Mathis Mönninghoff: "Wir müssen uns jetzt auf Tübingen konzentrieren. Da brauchen wir jede Unterstützung." Punkte TBB: Lukovic (1), Schmidt (4), Mönninghoff (9), Chikoko (9), Samenas (0), Breiling (0), Vrabac (2), Bucknor (16), Anderson (10) Beste Werfer München: Staiger (15), Savanovic (13), Benzing (13) - Zuschauer: 6000 Viertelstände: 28:12/50:25/72:43/92:51

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