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Das kroatische Talent aus dem Saarland

Luca Buntics (rechts) Leben besteht zur Zeit hauptsächlich aus Körben und orangefarbenen Bällen. TV-Foto: Archiv/Uli Kaurisch
Luca Buntics (rechts) Leben besteht zur Zeit hauptsächlich aus Körben und orangefarbenen Bällen. TV-Foto: Archiv/Uli Kaurisch
Trier. Luka Buntic ist als Basketballer derzeit vollbeschäftigt. Der 18-Jährige trainiert und spielt für das Regionalliga-Team der DJK/MJC Trier sowie für die U 19 der TBB-Junioren und nimmt auch am Training der Profis der Bundesliga-Basketballer teil. Für einen, der den Ehrgeiz hat, Basketballprofi zu werden, ein strammes, aber normales Programm. Willi Rausch

Trier. Luka Buntic kommt aus einer echten Basketball-Familie. Vater Robert spielte früher für Speyer in der zweiten Liga, später dann auch für Völklingen und Saarlouis und ist heute im Zweitberuf Trainer in Luxemburg.
Lukas Bruder Ivan war auch als NBBL-Akteur in Trier und spielt jetzt für Amicale Steinsel im Nachbarland.
Luka ist als Student für Bauingenieurwesen an der Fachhochschule in Trier eingeschrieben, gibt aber ehrlich zu: "Zum Studieren komme ich im Moment nicht. So lange keine Klausuren anstehen, geht das auch noch."
Sein Manko ist fehlendes Gewicht


Der in der kroatischen Hauptstadt Zagreb geborene, 2,06 Meter lange Schlaks (96 Kilogramm) hat das Ziel, Profi-Basketballer zu werden, fest ins Auge gefasst. Diesem Traum ordnet er derzeit alles unter. "Einen Tag in der Woche habe ich frei, die übrigen Tage sind mit Basketball ausgefüllt. Da bleibt für Hobbys oder Freunde kaum noch Zeit", sagt Buntic, der sich auch in seiner Freizeit schwer mit etwas anderem befassen kann als mit den Körben und orangefarbenen Bällen. Er bildet eine Wohngemeinschaft mit Kilian Dietz, der zwar die NBBL schon hinter sich hat, aber ebenfalls in der Regionalliga spielt und dem erweiterten Profikader angehört.
Wo das größte Manko des talentierten Youngsters liegt, ist auf den ersten Blick zu sehen. Sein Gewicht passt nicht zur Körpergröße. Das bekommt er im Training mit den Profis zu spüren. "Wenn ich gegen Maik Zirbes aufposten muss, sehe ich ganz schön alt aus", gibt er zu. Das Trierer Centertalent bringt bei etwa gleicher Länge rund 20 Kilogramm mehr auf der Waage. "Ich bewundere Maik", sagt Luka, "er hat genau den Ehrgeiz, der erforderlich ist, wenn man seine Ziele erreichen will."
Die Gewichtsklasse von Zirbes muss er vielleicht gar nicht erreichen. Sein Regionalliga-Coach Josip Bosnjak sieht die Zukunft Buntics nicht auf der Centerposition: "Er hat ein weiches Handgelenk, ist ein sehr guter Werfer aus der Mittel- und Ferndistanz." Dennoch weiß Buntic: "In punkto Athletik muss ich was draufpacken."
Neben Zirbes schätzt er bei der TBB vor allem Dragan Dojcin. Der TBB-Kapitän "ist ein unglaublich feiner Kerl und gibt mir immer wieder wichtige und wertvolle Tipps". Sein Mentor ist und bleibt aber nach wie vor Vater Robert: "Er ist meine wichtigste Bezugsperson, meine Nummer eins. Er ist mein Ratgeber und mein Manager."
Derzeit ist der Kroate noch in einer Übergangsphase: "Die zwei bis drei Mal Training schlauchen, und auch die Gegenspieler, die ich habe. Wenn ich mich akklimatisiert habe, dann hoffe ich auch auf mehr Einsatzzeit in der Regionalliga. Da kann ich sehr viel lernen."
Die wird er auch bekommen. Bosnjak: "Ich wollte nicht, dass er sich völlig auspowert, deshalb habe ich ihn nur dosiert eingesetzt. Wenn er den Rhythmus verinnerlicht hat, wird er auch häufiger spielen."