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Das Runde muss wieder durch den Ring

Das Runde muss wieder durch den Ring

Wie in allen Profiligen hierzulande wird auch in der Beko-BBL, der Basketball-Bundesliga, vor dem Start in die neue Saison am Wochenende diskutiert und spekuliert, wer am Ende die Nase vorn haben wird. Bei genauerer Betrachtung der Kader bleibt nur die Schlussfolgerung, dass es wieder einer der üblichen Verdächtigen sein wird.

Köln. Zwischen 1990 und 2003 waren Überlegungen, wer denn das Meisterschild in den Händen halten würde, überflüssig. Die Antwort hieß Leverkusen (bis 1996) und Berlin (ab 1997). Seit 2004 ist der Wechsel an der Spitze die Konstante. Ab dieser Spielzeit gibt es einen Pokal als Auszeichnung, der optisch eine klare Aufwertung darstellt.

Aber wer macht es nun? Die neu formierte Mannschaft der Trierer Basketballer wird mit der Meisterschaft vermutlich nichts zu tun haben - das ist aber auch nicht ihr Anspruch. Die Favoriten sind andere: Da ist natürlich der amtierende Meister, die Brose Baskets Bamberg, die den Skyliners aus Frankfurt schon einmal zeigten, was eine Harke ist. Beim Champions-Cup fegte das Team aus "Freak City" die "Wolkenkratzer" mit 85:58 aus der Halle. Der unschätzbare Vorteil der Franken liegt in der Kontinuität. Der Kern des ohnehin starken Teams wurde gehalten, mit Teyshawn Terry und Kyle Hines wurden zwei US-Amerikaner mit Europaerfahrung dazu geholt. Das macht die Mannschaft von Trainer Chris Fleming erneut zu einem heißen Titelaspiranten. Den Frankfurtern, die einige Leistungsträger abgegeben haben, traut man auf Anhieb nicht so viel zu. Die schärfste Konkurrenz für den Meister kommt aus dem nördlicheren Teil der Republik. Auch wenn die Erfolgskurve einer Achterbahn gleich kommt - ohne den achtmaligen Meister Alba Berlin darf man die Rechnung nicht machen. Nicht zum ersten Mal wurde der Kader der Hauptstädter umgekrempelt. Nur ein Quartett fand noch Gnade vor Management und Trainerstab.

Im Unterschied zur jüngeren Vergangenheit wurde aber beim Einkauf auf bewährte Kräfte gesetzt. Sven Schultze, Patrick Femerling, Hollis Price, Yasin Idbihi, Derrick Allen und Bryce Talor verfügen über Bundesliga-, zum Teil sogar über Berlin-Erfahrung. Aber die Lektion, dass teure Einkäufe nicht den Erfolg garantieren, mussten schon andere lernen. Oldenburg dürfte den Ausrutscher mit Platz fünf verdaut haben und hat ebenfalls ordentlich durchgemischt. Mit Louis Campbell und Christopher McNaughton wurden zwei gestandene BBL-Profis geholt. Von den Stars blieb nur Ricky Paulding.

Das Trio der Titelaspiranten wird von den Artland Dragons komplettiert. Das Experiment mit Trainer Torsten Leibenath scheiterte trotz exzellenten Kaders und teurer Mannschaft, sein Nachfolger ist sein ehemaliger Lehrmeister Stefan Koch. Der Ex-Gießener durfte mit prallgefüllter Schatulle einkaufen. Ruben Boumtje-Boumtje, Adam Hess, Bryan Bailey, Domonic Jones und Johannes Strasser, dazu die gehaltenen Korsettstangen Darren Fenn, Nathan Peavy und Alexander Seggelke - das verspricht Erfolg.

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Extra

Die wichtigsten Regeländerungen:Drei-Punkte-Linie: Die Distanz für einen Drei-Punkte-Wurf, die bisher mindestens 6,25 Meter betrug, wird auf 6,75 Meter vergrößert. Damit kommt die Distanz in der BBL bis auf einen halben Meter an die NBA-Weite heran. Neue Zone: Die Zone - das war der Raum, der sich vom Korb aus über die Freiwurflinie hinweg trapezförmig erstreckte - ist nun ein Rechteck. Diese Änderung und die neue Markierung der Dreierlinie haben zur Folge, dass sich zwischen Innen- und Außenspielern größere Räume ergeben. Damit entsteht mehr Bewegungsfreiheit zwischen den einzelnen Positionen. "No-Charge"-Halbkreis: Das gab es schon einmal - ein Halbkreis an der Grundlinie unter dem Korb. In dieser speziellen Zone gibt es keine Offensivfouls mehr bei "normalem" Körperkontakt. Ein Pfiff in einer solchen Situation geht ab dieser Saison immer gegen den Verteidiger. 24-Sekunden-Regel: Nach einem Foul oder einer Berührung des Balls mit dem Fuß im Angriffsfeld wird die Uhr nicht mehr auf 24 Sekunden, sondern maximal auf die noch zur Verfügung stehende Angriffszeit gestellt. Bei einer Restangriffszeit unter 14 Sekunden wird auf 14 Sekunden aufgestockt. Sämtliche neue Regeln können auf der Internetseite www.beko-bbl.de nachgelesen werden. (wir)