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David aus Trier gegen Goliat aus Thüringen

Rollstuhlbasketball : „Wir werden an die Kraftreserven gehen“

Rollstuhlbasketball-Playoffs: Die Dolphins Trier treffen heute (Samstag, 18 Uhr, Uni-Halle) auf die RSB Thuringia Bulls.

Als Stadt ist Elxleben im Vergleich zu Trier ein Zwerg. Die Gemeinde in Thüringen ist 50 Mal kleiner als Deutschlands älteste Stadt. Im Rollstuhlbasketball ist Elxlebens Verein RSB Thuringia Bulls aber der Goliath – und die Doneck Dolphins Trier sind der kleine David. Am  heutigen Samstag, 18 Uhr, treffen die beiden Bundesligisten in der Universitäts-Sporthalle Trier im ersten Spiel der Playoff-Halbfinaleserie aufeinander.

„Die Bulls sind vielleicht die beste Mannschaft in Europa. Wir müssen schon einen richtig guten Tag erwischen, und die Bulls nicht ihren allerbesten, um sie zu schlagen“, sagt Dolphins-Spielertrainer Dirk Passiwan. Während der Hauptrunde sind die Trierer zu Hause mit 54:103 und in Thüringen mit 58:100 untergegangen.

Dass eine Überraschung möglich ist, erlebten die Trierer am vergangenen Wochenende bei der Pokal-Finalrunde in München, als sie den 13-maligen Deutschen Meister RSC Lahn-Dill an den Rand einer Niederlage brachten. „Wir waren das bessere Team, haben es nur nicht über die Zeit gebracht“, sagt Passiwan zu der 74:79-Halbfinal-Niederlage gegen den ehemaligen Weltpokalgewinner. Das Pokalfinale gewannen die RSB Thuringia Bulls dann mit einem Punkt Vorsprung gegen Lahn-Dill (72:71).

„Man hat gesehen, dass auch die Bulls angreifbar sind“, sagt Passiwan und folgert: „Wir müssen unseren Fokus darauf legen, die zwei Langen von denen aus der Zone rauszuhalten.“ Den Weißrussen Alex Halouski oder den Iraner Vahid Azad aus dem Bereich unterm Korb fernzuhalten wird aber nicht reichen. „Die Bulls haben auch gute Mitteldistanz-Schützen“, weiß Passiwan. Die Dolphins-Angriffe müssen durchkommen, um die kleine Chance zu wahren.

Außerdem wolle man sich nicht das schnelle Spiel des Thüringer Starensembles (unter anderem mit Weltmeisterin Jitske Visser aus den Niederlanden) aufzwingen lassen. Zumal die Dolphins personell an der Belastungsgrenze stehen. Da Nationalspieler Matthias Heimbach weiter ausfällt, lässt der Kader kaum Rotationen zu. „Das ist schon sehr kraftraubend“, sagt Passiwan nach den nerven- und kräftezehrenden Viertelfinal-Playoffs vor zwei Wochen und dem Pokalwochenende. „Aber wir geben alles und werden an die Kraftreserven gehen“, verspricht er den Fans.