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Der amerikanische Kölner

Der amerikanische Kölner

Dennis Kramer ist der neue Mann unterm TBB-Korb. Die letzten elf Jahre hat der 2,09-Meter-Center in San Diego verbracht. Geboren wurde er allerdings in Köln - und das hat seine Spuren hinterlassen.

Trier. In dieser Hinsicht ist Dennis Kramer halt einfach ein ganz normaler Kölner. "Irgendwann", sagt der 22-Jährige, "irgendwann würde ich schon gerne mal im Rosenmontagszug mitgehen." Kramer wurde 1992 in Köln geboren. Bis zu seinem elften Lebensjahr hat er in der Domstadt gelebt. Ganz weit im Westen, am westlichsten Zipfel Kölns, erst in Lövenich, dann in Widdersdorf.
Mit elf Jahren in die USA


Wenn Kramer von seiner Kindheit am Rhein erzählt, dann sagt er nicht Lövenich, bei ihm klingt es wie "Lovenich". Das liegt daran, dass er mit elf Jahren noch weiter in den Westen gezogen ist - in die USA, nach San Diego, um genau zu sein. "Mein Deutsch ist in den Jahren drüben fast komplett verschwunden", erzählt der Sohn einer Deutschen und eines US-Amerikaners. "Aber mittlerweile klappt es schon wieder ganz gut."
Denn mittlerweile ist Dennis Kramer zurück in Deutschland, seit zwei Wochen spielt er für die TBB Trier. Der Verein verpflichtete den A-2-Nationalspieler, als klar wurde, dass Center Andi Wenzl aufgrund seiner Knieverletzung auf unbestimmte Zeit ausfallen wird. Im Team von Coach Henrik Rödl soll der 2,09-Meter-Mann unter den Körben für Ordnung sorgen und helfen, die eklatante Reboundschwäche der vergangenen Spiele abzustellen. "Ich freue mich auf die Aufgabe, es ist für mich die ideale Möglichkeit, den nächsten Schritt zu gehen und mich weiterzuentwickeln."
Entwickelt hat sich Kramer bisher vor allen Dingen bei seinem Collegeteam, den San Diego Toreros. Im Sommer wechselte er zunächst zu den Brose Baskets Bamberg. Für deren Ausbildungsteam Baunach war er seitdem in der Zweiten Bundesliga aktiv.
"Der Schritt aus den USA in die Bundesliga ist schon ein großer", gibt Kramer zu. "Der größte Unterschied ist das Tempo. In der College-League hat jedes Team 35 Sekunden für einen Angriff, hier sind es 24." Die Entscheidung, nach Trier zu wechseln, habe er nicht allein getroffen. Sein wichtigster Ansprechpartner in Sachen Basketball habe ihn dabei beraten.
Berühmter Vater


Dieser Ansprechpartner ist kein Unbekannter in Basketball-Deutschland: Es ist Dennis\' Vater Arvid Kramer. In der Bundesliga spielte der US-Amerikaner für Leverkusen und die Telekom Baskets Bonn. Später arbeitete er als Manager für die Baskets. Mittlerweile lebt er in den USA, betreibt dort in San Diego eine Basketballschule für Viert- bis Achtklässler. Mitte Dezember kommt er nach Deutschland, um sich mehrere Spiele der TBB anzuschauen. "Er verfolgt auch in den USA alle meine Spiele, er hat dafür extra ein Telekom-Abo abgeschlossen", so Kramer junior.
Im Team sei er übrigens sehr gut aufgenommen worden, erzählt der A-2-Nationalspieler. Mathis Mönninghoff, Stefan Schmidt und Tony Canty kenne er alle schon von der Nationalmannschaft. Insgesamt sei "das eine richtig gute Truppe". Er habe nicht den Eindruck, dass die vier Niederlagen in Serie ihre Spuren im Team hinterlassen hätten. "Wir haben diese Woche sehr hart an unserem Reboundverhalten gearbeitet, jetzt werden wir alles dafür tun, dass wir Bayreuth zu Hause besiegen." Momentan lebt er mit seiner Frau noch in einem Trierer Hotel. "Bis zum Ende des Monats werden wir in eine Wohnung ziehen, das ist schon okay." Er fühle sich schon ganz wohl in Trier. Das hat einen besonderen Grund: Bis ins Rheinland ist es nicht weit. In Bonn wohnen seine Großeltern. Die waren übrigens schon mal beim Kölner Rosenmontagszug dabei. "Oben auf einem Wagen sogar", erzählt Kramer und lacht.
Die TBB hat "grünes Licht" gegeben für die Schal-Aktion am Samstag. "Das Wetter hält, die Aktion findet statt", so die Botschaft. Treffpunkt ist um 15 Uhr an der Porta. Von dort sollen Fans den Rekord-Schal dann bis zur Arena hoch halten.
Extra

Der Viezliebhaber kommt zurück nach Trier: Ex-TBB\\'ler Trevon Hughes, der im Frühling im TV seine Vorliebe für Apfelwein bekanntgab, kommt am Samstag mit seinem neuen Team, medi Bayreuth, in die Arena Trier (20.30 Uhr). Sein neues Team ist gut drauf. Mit vier Siegen stehen die Franken auf Playoffplatz acht. Letzte Woche besiegten sie Ludwigsburg mit 89:69 in eigener Halle. mfr