Der Chef heißt Schmitz - Die Römerstrom Gladiators Trier vor dem ProA-Ligastart am Sonntag im TV-Check

Der Chef heißt Schmitz - Die Römerstrom Gladiators Trier vor dem ProA-Ligastart am Sonntag im TV-Check

Mit Dwayne Evans hat der Star der letzten Saison die Römerstrom Gladiators Trier verlassen – Auf wen kommt es nun in der neuen ProA-Saison an, wer sind die Neuen und wo liegen die Schwächen? Eine Prognose vor dem ersten Spiel am Sonntag (17 Uhr) bei den Rheinstars Köln.

Das Team ist der Star: Ob es in der Saison 2016/2017 einen Überflieger im Team von Trainer Marco van den Berg geben wird wie Dwayne Evans im vergangenen Jahr, bleibt abzuwarten. Van den Berg hat sich in seiner zweiten Saison an der Mosel ein Team zusammengestellt, dessen Stärke in der mannschaftlichen Geschlossenheit liegt. Der Star ist das Team. Mit Kevin Smit, Jack Eggleston, Kilian Dietz, Brandon Spearman, Simon Schmitz und Sebastian Herrera haben sich wichtige Eckpfeiler der vergangenen Saison frühzeitig entschieden, an der Mosel zu bleiben - ein dickes Plus für den Club.

Der Kapitän: Kopf der Mannschaft ist Kapitän Simon Schmitz. Der Aufbauspieler aus Bad Bergzabern dirigiert das Team auf dem Feld, die Mitspieler vertrauen dem bundesligaerfahrenen 26-Jährigen. Nachdem Schmitz in der vergangenen Saison lange Zeit an einer Schambeinentzündung laborierte und erst lange nach Saisonbeginn zur Mannschaft stieß, ist er nun von Beginn an dabei. "Absolut fit" fühlt er sich nach eigener Aussage. Das merkt man ihm auch an. In den Vorbereitungsspielen hat er bereits angedeutet, warum sein Trainer ihn für "den besten Aufbauspieler der ProA" hält.

Die neuen Alten: Auch Jack Eggleston ist in glänzender Verfassung. Der US-Amerikaner hat im Sommer - genau wie Kilian Dietz - hart an sich gearbeitet und fünf Kilogramm an Muskelmasse zugelegt - ihm ist deutlich anzumerken, dass er sich viel vorgenommen hat für seine zweite Trierer Saison. Gleiches gilt für Brandon Spearman. Der Mann aus Chicago hat seine Ernährung im Sommer umgestellt und wird durch seine Athletik und seine Schnelligkeit ein wichtiger Faktor im Trierer Spiel sein. Auch das Talent Sebastian Herrera wird mit Sicherheit einen großen Schritt nach vorne machen.

Die Neuen: Während Neuzugang Pablo Coro aufgrund einer Schulterverletzung für die nächsten Wochen ausfallen wird, sind die drei anderen neuen Gladiatoren Johannes Joos, Thomas Grün und Ryan Nicholas fit.

Die meiste Erfahrung bringt Ryan Nicholas mit. Der 24-Jährige kommt vom spanischen Zweitligisten Palma Air Europa nach Trier und spielte in der Saison 2014/15 für den Mitteldeutschen BC in der Bundesliga. Der 2,01 Meter große Power Forward verfügt über eine starke linke Hand und gilt als hervorragender Dreier-Schütze mit guter Übersicht. Marco van den Berg lobt seine Kämpfermentalität, zugleich betont der Coach aber auch, dass Nicholas in der Defensive noch an sich arbeiten müsse. Bleibt Nicholas fit, dürfte er sich zu einer der wichtigsten Säulen im Team entwickeln.

Auch Johannes Joos hat schon in der BBL gespielt. Sechs Partien absolvierte er in der Saison 2013/14 für seinen Ausbildungsclub Ludwigsburg. Weil er sich dort allerdings nicht dauerhaft durchsetzen konnte, ist er nun über Kirchheim in Trier gelandet. Van den Berg traut dem 2,06-Meter-Mann auf lange Sicht die Bundesliga zu. Das Talent dazu hat der frühere Junioren-Nationalspieler. Doch bis es soweit ist, muss der 21-Jährige körperlich zulegen. Joos braucht noch Zeit.

Thomas Grün ist eines der größten Basketball-Talente Luxemburgs. Der Nationalspieler ist mit 1,96 Metern sehr groß für einen Aufbauspieler. Da er mit seinem Heimatland noch an der EM-Qualifikation teilgenommen hat, verpasste der 21-Jährige große Teile der Vorbereitung. Im letzten Testspiel bei den Musel Pikes zeigte Grün allerdings bereits seinen starken Zug zum Korb und seine gute Übersicht. Der Luxemburger kann sowohl als Ersatz für Simon Schmitz agieren als auch auf dem Flügel. Arbeitet er sich schnell ins Team, kann er zu einer wichtigen Größe werden.

Fazit und Prognose: Trainer Marco van den Berg hat sich ein echtes Team zusammengestellt. Grüppchenbildung gibt's nicht, das ist immer wieder aus Mannschaftskreisen zu hören. Das talentierte Team versteht sich, identifiziert sich mit Stadt und Fans und kämpft füreinander. Die Jungs haben die "Niemals-Aufgeben-Mentalität" des Trainers verinnerlicht.
Was der Truppe allerdings fehlt, ist ein echter Big Man unterm Korb. Diese Lücke könnte der Niederländer Joey van Zegeren schließen. Ob der körperlich robuste 2,08-Meter-Mann tatsächlich verpflichtet wird, steht allerdings nach wie vor nicht fest. Van Zegeren hatte vor mehreren Monaten einen Knorpelschaden erlitten. Untersuchungen sollen nun klären, ob er für ein Engagement an der Mosel hinreichend fit wäre. Fakt ist: Einer wie er könnte in entscheidenden Duellen den Unterschied machen.
Doch auch wenn Teams wie Hamburg oder der MBC auf dem Papier besser besetzt sind als Trier, kann das junge Gladiatoren-Team positiv überraschen. Bleibt die Mannschaft von Verletzungen verschont und entwickelt sich Ryan Nicholas schnell zum Leistungsträger, sind die Playoffs kein Problem. Und ab dann - Vorsicht Floskel - ist bekanntlich alles möglich.

Ein ausführliches Interview mit Gladiators-Geschäftsführer Achim Schmitz zum Saisonstart, in dem er sich der 47-Jährige zum Thema Aufstieg, einem möglichen weiteren Neuzugang sowie der wirtschaftlichen Situation des Clubs äußerst, finden Sie hier .

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