Der große Druck ist weg

Der große Druck ist weg

Es ist zwar das erste Spiel ohne E. J. Gallup, dessen Dreimonats-Vertrag nicht verlängert wurde, aber davon abgesehen können die Trierer Bundesliga-Basketballer bei EnBW Ludwigsburg (Samstag, 19.30 Uhr, Arena Ludwigsburg) in kompletter Formation antreten.

Trier. Was die Bedeutung der Partie angeht, ist sie eine Wiederholung des Duells vom vergangenen Spieltag. Wie vor Wochenfrist, als man bei den Fraport Skyliners in Frankfurt einen eminent wichtigen Erfolg gegen einen direkten Tabellennachbarn feiern konnte, treffen die Schützlinge von Trainer Henrik Rödl erneut auf eine Mannschaft, die im unteren Tabellendrittel zu Hause ist und sogar zwei Punkte hinter Trier rangiert. Für Rödl ist das aber nur eine Momentaufnahme. Er schätzt Ludwigsburg weitaus höher ein, als es der derzeit 14. Tabellenplatz besagt: "Die Mannschaft hat sicher die Qualität, sich in der Liga in einer anderen Region einzuordnen. Sie haben ähnlich angefangen wie im Vorjahr, als sie nach holprigem Beginn am Ende als Neunter einen Rang vor Trier landeten und die Playoffs nur wegen eines verlorenen Direktvergleichs verpassten." Trainer in Ludwigsburg ist Markus Jochum, einige Jahre Rödls Weggefährte im Nationalteam, dessen Philosophie es ist, offensiv orientierten Basketball zu spielen - bei Rödl dagegen hat die Verteidigung Priorität.
Ob Ludwigsburg den gewohnten Stil praktizieren kann, hängt wesentlich davon ab, ob der zuletzt angeschlagene Spielmacher Jerry Green eingesetzt werden kann. Denn dass die Barockstädter noch nicht so richtig ins Rollen gekommen sind, "lag ähnlich wie bei uns auch an personellen Problemen", sagt Rödl. Der 31-jährige Green ist zwar nicht mehr der überragende Punktesammler, aber nach wie vor der Kopf des Teams. Die auf viele Schultern verteilte Last des Punktens - fünf Akteure liegen im zweistelligen Bereich - macht es nicht leicht, ein taktisches Konzept zu finden, das auch greift.
"Wir werden wieder als Team gut verteidigen müssen", sagt Rödl, der zugibt, dass der Sieg in Frankfurt "gut getan und auch Druck weggenommen hat". Als Knackpunkt für die eigene Offensive "wird entscheidend sein, wie wir mit der Zonenverteidigung zurechtkommen. Nur mit Würfen aus der Distanz werden wir sie nicht knacken können. Wir müssen variabel sein, so wie in Frankfurt, das nach einiger Zeit das Konzept der Ball-Raum-Verteidigung aufgeben musste, weil es nicht mehr gegriffen hat."
Mit einem Sieg würde sich Trier nicht nur auf vier Punkte vom Gegner absetzen, sondern sich im gesicherten Mittelfeld einrichten. "Wenn ich unser Programm der kommenden Wochen betrachte", sagt Rödl, "würde uns ein Erfolg sehr, sehr gut tun."
TBB Trier: Linhart, Joyce, Saibou, Zwiener, Dojcin, Faßler, Seiferth, Picard, Zirbes, Bynum, Dietz

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